Altersarmut, Millionen

Altersarmut: 2,7 Millionen Frauen droht Rente unter 1.000 Euro

19.06.2026 - 13:13:37 | boerse-global.de

Ein Jahr Minijob bringt nur rund fünf Euro mehr Rente. Experten warnen vor wachsender Altersarmut, besonders bei Frauen.

Minijobs: Geringe Rentenansprüche trotz jahrelanger Arbeit
Altersarmut - Eine Nahaufnahme einer älteren, faltigen Hand, die ein paar Euro-Münzen hält, mit einer verschwommenen Silhouette im Hintergrund. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Geringe Ansprüche trotz langer Arbeit

Wer zehn Jahre auf Minijob-Basis arbeitet, kann mit einer monatlichen Rentenerhöhung von rund 50 Euro rechnen. Pro Jahr sind es etwa fünf Euro. Bei einem Verdienst von 556 Euro im Monat beträgt der Eigenanteil zur Rentenversicherung 20,02 Euro.

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Minijobber können sich von der Versicherungspflicht befreien lassen. Das ist aber ein Fehler: Dann sinken die Ansprüche weiter, und der Versicherungsschutz bei Erwerbsminderung entfällt komplett.

Neue Regeln ab 1. Juli

Zum 1. Juli steigt die gesetzliche Rente um 4,24 Prozent. Der Rentenwert erhöht sich damit auf 42,52 Euro pro Entgeltpunkt. Minijobber bekommen zudem eine einmalige Chance: Wer zuvor von der Rentenversicherung befreit war, kann zurück zur Pflichtversicherung.

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Parallel ersetzt das neue Grundsicherungsgeld das bisherige Bürgergeld. Die Sanktionen werden deutlich schärfer: Schon beim ersten Verstoß drohen 30 Prozent Kürzung. Die Karenzzeit für Vermögen entfällt, die Freibeträge werden gestaffelt. Die Pfändungsfreigrenze steigt auf 1.587,40 Euro.

Millionen droht Altersarmut

Das Problem trifft vor allem Frauen. Rund 2,7 Millionen Vollzeitbeschäftigte erhalten eine Rente unter 1.000 Euro – das sind 38 Prozent aller vollzeitbeschäftigten Frauen. Wer nach 40 Jahren 1.000 Euro Rente haben will, muss heute mindestens 2.545 Euro brutto verdienen.

In der Reinigungsbranche sieht es düster aus: Bei einem Jahresgehalt von 27.200 Euro kommen nach 40 Jahren nur 891 Euro Rente raus. Die Gewerkschaft IG BAU warnt: Bis 2036 könnten 5,1 Millionen Menschen mit weniger als 800 Euro Rente in den Ruhestand gehen. Schon 2025 lag die Armutsgefährdungsquote bei über 65-Jährigen bei 19,5 Prozent.

Was sich ändern soll

Die Alterssicherungskommission muss bis Ende Juni 2026 Reformvorschläge vorlegen. Das Rentenniveau ist bis 2031 bei 48 Prozent gesichert. Politisch gibt es Forderungen, Minijobs schrittweise in voll sozialversicherungspflichtige Jobs zu überführen. Die Diskussion um ein Renteneintrittsalter von 70 Jahren hat die Regierung zurückgewiesen.

Für die private Vorsorge kommt ab 1. Januar 2027 das Altersvorsorgedepot. Der Staat bezuschusst ETF-Investitionen mit 50 Cent pro Euro – bis zu 360 Euro im Jahr. Neue Riester-Verträge wird es dann nicht mehr geben.

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