Aktivrente, Ergotherapeuten

Aktivrente: Ergotherapeuten verdienen 2.000 Euro steuerfrei

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 22:05 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die Aktivrente ermöglicht Ergotherapeuten steuerfreie Einkünfte bis 2.000 Euro. Immer mehr Rentner nutzen die Option zur Weiterarbeit.

Aktivrente: Steuerfreie Zuverdienste für Ergotherapeuten
Eine ältere Ergotherapeutin hilft einer Patientin bei einer Übung in einem hellen Therapieraum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Besonders Ergotherapeuten profitieren: Sie können Erwerbseinkommen und Rente kombinieren – und dabei bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei verdienen.

Steuerfrei statt Minijob

Die Aktivrente soll den Fachkräftemangel bekämpfen. Voraussetzung: eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nach Erreichen der Regelaltersgrenze. Während klassische Minijobs 2026 bei 603 Euro monatlich gedeckelt sind, ermöglicht die Aktivrente deutlich höhere steuerfreie Zuverdienste.

Für Ergotherapeuten bedeutet das: Ein Arbeitslohn bis zu 2.000 Euro bleibt einkommensteuerfrei. Zum Vergleich: Midijobs liegen zwischen 603,01 und 2.000 Euro.

Die politische Debatte um Minijobs läuft parallel. Eine Rentenkommission empfahl Anfang 2026 deren Abschaffung, die CSU sprach sich dafür aus. Bundeskanzler Merz stellte klar: Eine komplette Abschaffung sei nicht geplant.

Immer mehr Rentner arbeiten weiter

Der Trend zur Weiterarbeit nach Renteneintritt ist messbar. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt: Von den besonders langjährig Versicherten (mindestens 45 Versicherungsjahre) gingen 2022 noch 18 Prozent einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nach – 2023 waren es bereits 25 Prozent.

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Bei langjährig Versicherten (mindestens 35 Jahre) stieg die Quote von 8 auf 14 Prozent. Begünstigt wird die Entwicklung durch den Wegfall der Hinzuverdienstgrenzen bei vorzeitigen Altersrenten seit Januar 2023.

Seitdem nehmen vorzeitige Renteneintritte mit Abschlägen zu: von 21,7 Prozent (2020) auf 24 Prozent (2024). Gleichzeitig planen rund 66 Prozent der Babyboomer, spätestens mit 64 Jahren in Rente zu gehen – Freizeit steht dabei im Vordergrund.

Neue Regeln beim Krankengeld

Ab 1. Januar 2027 entfällt der Krankengeldanspruch für Bezieher einer Teilrente – sofern diese mehr als zwei Drittel der Vollrente beträgt. Das beschloss der Bundestag am 10. Juli 2026 mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Eine Teilrente von exakt zwei Dritteln bleibt ausgenommen. Die sechswöchige Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber bleibt bestehen.

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Langfristige Besteuerung: Wer profitiert wie stark

Der Übergang zur nachgelagerten Besteuerung wird bis 2058 gestreckt. Ein Gutachten vom März 2025 bewertete die aktuellen Regeln als verfassungskonform – das Bundesverfassungsgericht hatte die frühere Praxis bereits 2002 beanstandet.

Die Entlastung variiert stark nach Geburtsjahrgang. Ein Durchschnittsverdiener des Jahrgangs 1975 spart rund 12.482 Euro. Für den Jahrgang 1960 sind es nur etwa 1.538 Euro.

Die Regelaltersgrenze steigt weiter: Bis 2031 soll sie 67 Jahre erreichen. Eine Evaluation der Aktivrente ist für 2027 geplant.

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