AGG-Novelle: Kabinett beschließt strengere Anti-Diskriminierungsregeln
29.05.2026 - 05:51:20 | boerse-global.de
Der HR WORKS Kündigungsreport 2026, für den über 6.000 Beschäftigte befragt wurden, zeigt: Rund 30 Prozent aller Arbeitnehmer haben in den letzten fünf Jahren eine berufliche Trennung erlebt. Dabei gingen 16 Prozent der Fälle auf Eigenkündigungen zurück, während 14 Prozent der Beschäftigten von ihrem Arbeitgeber gekündigt wurden.
Der Höhepunkt dieser Entwicklung lag in den Jahren 2024 und 2025. In diesem Zeitraum fanden 46 Prozent aller dokumentierten Kündigungen statt. Hauptgrund waren in 38 Prozent der Fälle betriebsbedingte oder geschäftliche Gründe. Besonders auffällig: Der Einfluss Künstlicher Intelligenz auf Kündigungen hat sich rasant entwickelt – von gerade einmal einem Prozent im Jahr 2021 auf acht Prozent im Jahr 2025.
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Beratungsbranche besonders betroffen
Die höchsten Kündigungsraten verzeichnete mit 34 Prozent die Consulting-Branche. Dichtauf folgen die Energie- und Immobilienwirtschaft mit jeweils 30 Prozent. Ein Trend, der zeigt: Selbst in klassischen Wachstumsbranchen wird der Personalabbau zum Thema.
Gericht stärkt Schutz von Whistleblowern
Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat am 5. Mai 2026 ein wichtiges Urteil gefällt. Es stärkt den Schutz von Informanten und die Vertraulichkeit von Quellen in der Wirtschaft. Konkret ging es um Preisinformationsdienste im Rahmen einer Untersuchung des Kraftstoffgroßhandels.
Das Gericht hegte erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit von Auskunftsanordnungen des Bundeskartellamts. Die Richter stellten klar: Die Behörde darf von diesen Diensten keine identifizierbaren Informationen über Informanten verlangen. Zur Begründung verwiesen sie auf mögliche Verstöße gegen die Pressefreiheit. Das Bundeskartellamt hat inzwischen eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof eingelegt.
Kabinett beschließt schärferes Anti-Diskriminierungsrecht
Das Bundeskabinett hat Anfang Mai 2026 einen wichtigen Schritt zum Schutz von Arbeitnehmern gemacht. Am 6. Mai verabschiedete es den Entwurf zur Novelle des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG).
Die zentralen Änderungen im Überblick:
- Die Frist zur Geltendmachung von Ansprüchen wird von zwei auf vier Monate verdoppelt
- Das Verbot geschlechtsbezogener Diskriminierung wird auf alle Geschäftsvorfälle ausgeweitet
- Der Schutz vor sexueller Belästigung gilt künftig auch außerhalb des Arbeitsplatzes
- Bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes wird eine unabhängige Schlichtungsstelle eingerichtet
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EU-Entgelttransparenz: Unternehmen unter Zeitdruck
Deutsche Unternehmen stehen vor einer knappen Deadline. Die Umsetzungsfrist für die EU-Entgelttransparenzrichtlinie endet am 7. Juni 2026. Experten gehen allerdings nicht davon aus, dass Deutschland die Vorgaben fristgerecht vollständig umsetzen wird.
Trotzdem gelten die Anforderungen ab diesem Datum direkt für öffentliche Arbeitgeber. Die umfassenderen Berichtspflichten zur geschlechtsspezifischen Gehaltslücke für Unternehmen mit mehr als 150 Beschäftigten sollen ein Jahr später, Anfang Juni 2027, in Kraft treten.
Gericht kippt Kündigung wegen Gendersprache
Das Landesarbeitsgericht Hamburg hat in diesem Frühjahr ein wegweisendes Urteil gefällt. Es erklärte die Kündigung eines Mitarbeiters der Bundesanstalt für Seeschifffahrt und Hydrographie für unwirksam. Der Grund: Der Angestellte hatte sich geweigert, in Strahlenschutzhandbüchern geschlechtergerechte Sprache zu verwenden.
Das Gericht stellte klar, dass die konkrete Anweisung nicht in den Kompetenzbereich des Mitarbeiters fiel. Zwar betonten die Richter grundsätzlich das Recht des Arbeitgebers, Vorgaben zur Sprachverwendung zu machen. Im konkreten Fall machten die besonderen Umstände die Kündigung jedoch rechtswidrig.
Neue EU-Auflagen: Compliance wird zum Dauerbrenner
Die regulatorischen Anforderungen an Unternehmen steigen weiter. Neue EU-Vorgaben, darunter die AMLA (Anti-Money Laundering Authority) und die sechste Geldwäscherichtlinie (AMLD6), erhöhen die Anforderungen an Risikoanalyse, Überwachung und Dokumentation im Laufe des Jahres 2026 massiv.
Experten warnen: Herkömmliche, statische Compliance-Ansätze reichen nicht mehr aus, um diesen steigenden Standards gerecht zu werden. Unternehmen müssen ihre Prozesse grundlegend überdenken – oder riskieren empfindliche Strafen.
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