Kliniken, Bundesregierung

Ärzte in Kliniken: Bundesregierung erwartet 231.000 Beschäftigte bis 2035

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 20:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Modellrechnung sieht mehr Ärztinnen und Ärzte im stationären Bereich voraus, während sich die Entwicklung je nach Fachrichtung unterscheidet.

Klinikärzte bis 2035: Bundesregierung prognostiziert Zuwachs auf 231.000
Ein heller, moderner Krankenhausflur mit minimalistischer Architektur und einfallendem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Trotz der gegenwärtigen Personalengpässe im Gesundheitswesen rechnet die Bundesregierung mit einer spürbaren Zunahme an Ärztinnen und Ärzten in deutschen Krankenhäusern bis zum Jahr 2035. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hervor, über die aerzteblatt.de am 1. Oktober 2026 berichtete. Die Prognosen stützen sich auf erste Resultate des Fachkräftemonitorings des Bundesministeriums für Gesundheit.

Stationärer Sektor verzeichnet kontinuierlichen Anstieg der Beschäftigten

Im Jahr 2024 arbeiteten nach den vorliegenden Angaben 217.724 Ärztinnen und Ärzte an deutschen Krankenhäusern. Ein bedeutender Teil davon war nicht in Vollzeit tätig: 71.383 Mediziner arbeiteten 2024 in Teilzeit. Für die kommenden Jahre zeichnet die Modellrechnung der Bundesregierung jedoch einen anhaltenden Aufwärtstrend für den gesamten stationären Sektor ab, der neben den Krankenhäusern auch die stationäre Rehabilitation umfasst.

Den Berechnungen zufolge soll die Gesamtzahl der erwerbstätigen Mediziner in diesem Bereich bis zum Jahr 2030 auf 229.000 steigen. Bis 2035 wird ein weiterer Zuwachs auf 231.000 Ärztinnen und Ärzte prognostiziert. Umgerechnet in Vollzeitäquivalente entspricht diese Entwicklung etwa 190.000 Stellen im Jahr 2030 sowie knapp 192.000 Vollzeitstellen im Jahr 2035.

Differenzierte Entwicklung nach Fachrichtungen und Weiterbildungsstatus

Die voraussichtliche Entwicklung zwischen 2023 und 2035 verläuft in den einzelnen medizinischen Disziplinen sehr unterschiedlich. Die stärksten relativen Zuwächse werden mit jeweils 6 Prozent für die Augenheilkunde, die Urologie sowie die Innere Medizin erwartet. In absoluten Zahlen bedeutet dies ein Plus von rund 100 Erwerbstätigen in der Augenheilkunde, etwa 200 in der Urologie und circa 1.700 zusätzlichen Ärzten in der Inneren Medizin.

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Die Bundesregierung erwartet bis 2035 rund 231.000 Ärztinnen und Ärzte im stationären Sektor — doch 2024 arbeiteten bereits über 71.000 von ihnen in Teilzeit, und die Zuwächse verteilen sich sehr ungleich auf die Fachrichtungen. Wer jetzt rekrutiert, plant mit Kopfzahlen, die in Vollzeitäquivalente übersetzt deutlich kleiner ausfallen. Kostenlosen Personal-Report zur Klinik-Ärzte-Prognose anfordern

Den größten absoluten Anstieg verzeichnet die Gruppe der Ärztinnen und Ärzte ohne abgeschlossene Facharztrichtung, die sich in Weiterbildung befinden. Ihre Zahl soll von rund 99.000 auf etwa 102.000 anwachsen.

Demgegenüber stehen jedoch auch rückläufige Zahlen in einzelnen Fachbereichen. Die stärkste Abnahme wird für die Kinder- und Jugendmedizin vorhergesagt. Hier soll die Zahl der Beschäftigten von rund 6.900 im Jahr 2023 auf etwa 6.800 im Jahr 2035 sinken, was einem Rückgang von 2 Prozent entspricht.

Datengrundlage des Fachkräftemonitorings

Die ermittelten Werte entstammen den ersten Auswertungen des Fachkräftemonitorings des Bundesgesundheitsministeriums. Mit der Durchführung des Projekts waren im November 2024 das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), die Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) sowie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) beauftragt worden.

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Während die Gesamtzahl der Klinikärzte laut Prognose bis 2035 steigt, sinkt sie in der Kinder- und Jugendmedizin — und der stärkste absolute Zuwachs entfällt auf Ärzte, die noch keine Facharztanerkennung haben. Für Kliniken heißt das: Engpässe verschwinden nicht überall gleichzeitig. Der Report zeigt, welche Fachrichtungen bis 2035 wachsen und wo Sie frühzeitig gegensteuern müssen. Fachrichtungs-Roadmap jetzt kostenlos anfordern

Das Monitoring soll fundierte Daten liefern, um künftige Bedarfe und personelle Engpässe in der medizinischen Versorgung frühzeitig zu erkennen und gesundheitspolitisch darauf reagieren zu können.

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