Quadratmeter, Euro

8 Quadratmeter für 795 Euro: Eimsbüttel leitet Anhörung gegen Vermieter ein

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 15:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Bezirksamt untersucht mögliche Verstöße bei Mindestfläche und Heizung; ab 2027 sollen Kurzzeitvermietungen stärker begrenzt werden.

Hamburg prüft Vermieter Stacey wegen eines kleinen Zimmers
Eine ruhige Wohnstraße mit Backsteingebäuden in einem Hamburger Stadtteil bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Das Bezirksamt Eimsbüttel geht gegen ein auffälliges Wohnungsangebot im Hamburger Stadtteil vor und hat ein behördliches Anhörungsverfahren gegen den Vermieter Stacey eingeleitet. Gegenstand der Überprüfung ist ein Zimmer nahe der Apostelkirche, das zu auffallend hohen Konditionen zur Miete inseriert wurde.

Die Behörde prüft in diesem Zusammenhang mögliche Verstöße gegen die Paragrafen 3 und 7 des Hamburgischen Wohnraumschutzgesetzes, wie aus einem Bericht von eimsbuetteler-nachrichten.de vom 6. Oktober 2026 hervorgeht.

Auffällige Quadratmeterpreise nahe der Apostelkirche

Der Vermieter Stacey bietet das betreffende Zimmer in der Nähe der Apostelkirche mit einer angegebenen Fläche von 8 m² für einen monatlichen Preis von 795 Euro an. Dies entspricht rechnerisch einem Wert von rund 99 Euro pro Quadratmeter.

Berichten zufolge soll die tatsächliche Wohnfläche des Raumes jedoch lediglich 6 m² betragen. Bereits im Jahr 2025 hatte Stacey mutmaßlich dasselbe Zimmer mit 6 m² für 695 Euro zur Miete angeboten.

Prüfung von Mindeststandards und Überbelegung

Im Rahmen des laufenden Anhörungsverfahrens nimmt das Bezirksamt Eimsbüttel mehrere bauliche und rechtliche Aspekte unter die Lupe. Zentraler Bestandteil der Untersuchung ist die Einhaltung gesetzlicher Mindestanforderungen an den Wohnraum, darunter das Vorhandensein einer funktionierenden Heizung.

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Zudem wird geprüft, ob eine unzulässige Überbelegung vorliegt. Das Hamburgische Wohnraumschutzgesetz legt in § 7 verbindlich fest, dass pro Person eine Mindestfläche von 8 m² bereitgestellt werden muss.

Dem Vermieter Stacey wird im Zuge des Verwaltungsverfahrens die Gelegenheit eingeräumt, eine Stellungnahme zu den Vorwürfen abzugeben und die Situation aus eigener Sicht darzulegen.

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Grenzen des Wohnraumschutzgesetzes und künftige Vorgaben

Das behördliche Vorgehen bewegt sich in einem eng definierten gesetzlichen Rahmen. Die Stadt Hamburg verfügt über keine Handhabe, die konkrete Höhe von Mieten unmittelbar über das Wohnraumschutzgesetz zu kontrollieren oder verbindlich festzusetzen. Die rechtlichen Instrumente zielen in erster Linie auf den Schutz der Wohnsubstanz und grundlegende Standards für die Bewohner ab.

Dennoch zeichnen sich Anpassungen im Umgang mit Vermietungsmodellen ab. Für den Hamburger Wohnungsmarkt sind strengere Leitplanken vorgesehen: Ab 2027 sollen Kurzzeitvermietungen ohne entsprechende Sondergenehmigung in Hamburg grundsätzlich auf maximal 8 Wochen pro Wohnung und Jahr begrenzt werden, um dem Entzug von regulärem Wohnraum engere Grenzen zu setzen.

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