Euro, Quadratmeter

14 Euro pro Quadratmeter: Energieflatrate macht Miete zwei Jahre kalkulierbar

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 20:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Photovoltaik und Speicher decken laut Berechnung 50 bis 55 Prozent des Energiebedarfs; die Miete bleibt zwei Jahre fest.
Zwei moderne Mehrfamilienhäuser mit integrierten Photovoltaikanlagen an Dach und Fassade in einer ländlichen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

In Roggendorf bei Gadebusch haben Jens und Vincent Rohde zwei baugleiche Mehrfamilienhäuser mit einem innovativen Energie- und Mietkonzept eingeweiht. Die beiden Gebäude umfassen jeweils 12 Wohnungen mit Größen zwischen 60 und 95 Quadratmetern sowie einer Wohnfläche von insgesamt 1022 Quadratmetern.

Das Projekt zeichnet sich durch eine Pauschalmiete inklusive Energieflatrate aus, was in dieser Form als einzigartig in Westmecklenburg gilt. Zum 1. November zog dort bereits die erste Mieterin ein.

Feste Mietpreise und kalkulierbare Energiekosten

Das Mietmodell sieht eine Pauschalmiete von 14 Euro pro Quadratmeter vor, die für zwei Jahre festgeschrieben ist. In diesem Betrag sind sämtliche Energiekosten bereits enthalten. Die Gesamtenergiekosten belaufen sich auf etwa 92 Euro pro Monat und Wohnung und decken Heizung, Warmwasser sowie Haushalts- und Allgemeinstrom ab. Bei vergleichbaren Neubauten ohne eigene Autarkielösungen liegen diese Kosten üblicherweise zwischen 130 und 180 Euro.

Um eine übermäßige Nutzung zu vermeiden, ist der Stromverbrauch im Rahmen der Flatrate gedeckelt. Für eine Wohnung mit 95 Quadratmetern liegt die Obergrenze beispielsweise bei 10.800 Kilowattstunden pro Jahr.

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Hoher Autarkiegrad durch Photovoltaik und Speichertechnik

Die Energieversorgung der Gebäude stützt sich maßgeblich auf erneuerbare Energien direkt vor Ort. Jedes Gebäude verfügt über eine Photovoltaik-Gesamtleistung von 115,7 Kilowatt, aufgeteilt auf 89,1 Kilowatt auf dem Dach und 26,6 Kilowatt an der Fassade. Ergänzt wird die Anlage durch einen Batteriespeicher mit einer Nutzkapazität von 64 Kilowattstunden.

Nach Berechnungen von Prof. Timo Leukefeld deckt dieses System zwischen 50 und 55 Prozent des prognostizierten Jahresbedarfs von rund 85.500 Kilowattstunden für Wärme und Strom ab.

Bei den Anteilen am gesamten Strombedarf entfallen 36 Prozent auf die Warmwasserbereitung, 33 Prozent auf den Haushaltsstrom, 25 Prozent auf die Heizung sowie 6 Prozent auf den Allgemeinstrom.

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Die Investitionskosten für das Bauvorhaben beliefen sich auf 2,6 Millionen Euro pro Haus. Technisch setzen die Bauherren auf Infrarotheizungen an den Decken der Wohnungen und dezentrale Autarkie-Boiler für die Warmwasserbereitung, wodurch aufwändige Leitungsnetze für zentrale Heizungsanlagen entfallen.

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