Wanli Changcheng, Peking

Wanli Changcheng bei Peking als steinerner Grat über den Bergen

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 08:40 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Wanli Changcheng zieht sich nördlich von Peking über Bergrücken und zeigt in den Ming-Abschnitten bei Badaling und Mutianyu die monumentale Dimension der chinesischen Grenzbefestigung.

Fotorealistische Ansicht von Große Mauer von China in Peking, China im Abendlicht
Fotorealistische Panoramaaufnahme von Große Mauer von China in Peking China, warmes Abendlicht auf Wahrzeichen, Illustration mit AI erstellt.

Wanli Changcheng, der chinesische Name für den „Zehn-Tausend-Li-Langen Wall“, folgt nördlich von Peking den Kämmen der Berge und tritt hier als geschlossener Stein- und Ziegelzug besonders deutlich hervor. Die nahe bei Peking gelegenen Ming-Abschnitte machen die historische Grenzbefestigung als begehbaren Grat erfahrbar und verbinden die Landschaft der nördlichen Berge mit einer der bekanntesten Bauleistungen Chinas des späten Mittelalters.

Wanli Changcheng in den Bergen nördlich von Peking

Unter Wanli Changcheng wird ein System von Mauern, Gräben, Türmen und Pässen verstanden, das sich als Grenzbefestigung quer durch den Norden Chinas zieht. Der Name verweist mit der traditionellen Maßeinheit Li auf eine Gesamtausdehnung von mehr als 20.000 Kilometern, die verschiedene Epochen und Bauabschnitte umfasst.Die Gesamtausdehnung von mehr als 20.000 Kilometern beschreibt das gesamte Ensemble der Befestigungen und nicht nur einen einzelnen durchgehenden Mauerzug.

Die Abschnitte von Wanli Changcheng, die am engsten mit Peking verbunden werden, liegen innerhalb der heutigen Stadtprovinz Peking. Nördlich und nordöstlich der Stadt folgen die Mauern steilen Bergrücken, an denen Tore, Türme und Wehrgänge errichtet wurden, um eine Abfolge von befestigten Pässen und Korridoren zu bilden.Die Mauern verlaufen dort entlang steiler Bergrücken, die sich deutlich über die umgebenden Täler erheben.

Ming-Zeitliche Mauerzüge bei Badaling und Mutianyu

Viele der heute sichtbaren Mauerzüge im Bereich von Peking stammen aus der Ming-Dynastie, die zwischen 1368 und 1644 regierte und große Teile der Grenzbefestigungen in Stein und Ziegel neu anlegen ließ.Der Ming-zeitliche Mauerzug erstreckt sich über rund 8.850 Kilometer und bildet den am besten erhaltenen Teil der Befestigung, zu dem auch die bekannten Abschnitte bei Peking gehören. In diesem Abschnitt wurden Wehrgänge, Zinnen und Türme so angeordnet, dass sie den Verlauf der Bergkämme nachzeichnen.

Badaling liegt im Bezirk Yanqing nordwestlich von Peking und gilt als einer der am besten erschlossenen Ming-Abschnitte der Mauer innerhalb der Hauptstadtprovinz.Badaling ist als Teilobjekt der Welterbestätte verzeichnet und zeigt eine massive Steinmauer mit Zinnen, Türmen und teils breiten, gepflasterten Wegen auf dem Mauerkamm. Mutianyu liegt nordöstlich des Stadtzentrums in einem eigenen Tal, in dem der Ming-Mauerzug ebenfalls den Höhenlinien folgt und eine Abfolge von Türmen und Mauerkronen über bewaldeten Hängen bildet.

UNESCO-Welterbe und historische Einordnung

Wanli Changcheng wurde 1987 als „The Great Wall“ in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen und ist seitdem unter der Kennziffer 438 als Kulturerbe verzeichnet.Die Eintragung als Welterbe datiert auf das Jahr 1987 und umfasst zahlreiche Teilabschnitte zwischen dem Pass Shanhaiguan im Osten und Jiayuguan in der Provinz Gansu im Westen. Die Mauern in der Region Peking stehen damit in einem größeren Zusammenhang von Grenzbefestigungen, die seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. errichtet und später immer wieder ergänzt wurden.

Die frühesten großen Vereinheitlichungen der Grenzanlagen gehen auf Qin Shi Huang zurück, den ersten Kaiser eines geeinten China, der um 220 v. Chr. bestehende Wälle verbinden ließ.Die Kontinuität der Befestigungen vom 3. Jahrhundert v. Chr. bis in die Ming-Zeit macht Wanli Changcheng zu einem seltenen Beispiel für eine Bauaufgabe, die sich über fast zwei Jahrtausende hinweg entwickelte. In den Ming-Jahrhunderten wurden die Mauern in der Region Peking in Stein und Ziegel verstärkt und mit regelmäßigen Türmen versehen, wodurch der heute sichtbare Eindruck eines durchgehenden Wehrgrabens auf den Höhenzügen entstand.

Wanli Changcheng besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Wanli Changcheng bei Peking liegt innerhalb der Stadtprovinz Peking, mit bekannten Abschnitten wie Badaling im Bezirk Yanqing nordwestlich des Stadtzentrums und Mutianyu in einem Tal nordöstlich der Innenstadt.
  • Das Gelände auf den Abschnitten bei Badaling und Mutianyu ist stark bergig, die Mauer folgt steilen Graten mit langen Treppen, Rampen und unregelmäßigen Stufen aus Stein und Ziegel.
  • Von Peking aus führen Straßen und Bahnverbindungen in die nördlichen Bezirke, über die Badaling und andere Mauerpässe erreichbar sind.
  • Amtssprache ist Chinesisch, gezahlt wird in Renminbi (Yuan).
  • Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.

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Wanli Changcheng: häufige Fragen

Wo liegt Wanli Changcheng bei Peking?

Die Mauerabschnitte bei Peking liegen innerhalb der Stadtprovinz Peking nördlich und nordöstlich des Stadtzentrums, unter anderem bei Badaling im Bezirk Yanqing und bei Mutianyu in einem Tal weiter im Nordosten.

Was bietet ein Besuch von Wanli Changcheng?

Ein Besuch macht die auf Bergrücken verlaufenden Mauern aus Stein und Ziegel mit ihren Türmen, Zinnen und langen Treppenwegen erlebbar und verbindet die Berglandschaft nördlich von Peking mit einem historischen Grenzbauwerk.

Was kennzeichnet Wanli Changcheng historisch?

Wanli Changcheng steht für eine über Jahrhunderte entwickelte Grenzbefestigung, deren erste großen Vereinheitlichungen auf Qin Shi Huang im 3. Jahrhundert v. Chr. zurückgehen und deren Ming-Abschnitte bei Peking heute besonders gut erhalten sind.

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