Masjed-e Nasir ol-Molk in Shiraz: das Spiel von Farbe und Licht
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 12:24 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Masjed-e Nasir ol-Molk in Shiraz zählt zu den spektakulärsten Sakralbauten der Kadscharenzeit und ist vor allem für das Zusammenspiel von farbigen Glasfenstern und reich verzierten Fliesen bekannt. Die Moschee wurde im späten 19. Jahrhundert unter Mirza Hasan Ali Nasir ol-Molk, einem Würdenträger der Kadscharen-Dynastie, errichtet und 1888 fertiggestellt, wobei die Planung auf den Architekten Mohammad Hasan-e-Mem?r und den Fliesenkünstler Mohammad Rez? K?shi-S?z-e-Šir?zi zurückgeht.
Masjed-e Nasir ol-Molk: eine Kadscharen-Moschee voller Details
Die Masjed-e Nasir ol-Molk liegt im historischen Viertel Gowd-e-Arab?n im Süden von Shiraz und gehört stilistisch zur Architektur der Kadscharen-Dynastie, die im 19. Jahrhundert große Teile des heutigen Iran prägte.Die Moschee wurde zwischen 1876 und 1888 errichtet und als Stiftung des Nasir-ol-Molk-Endowments gesichert.Mirza Hasan Ali Nasir ol-Molk war als Sohn von Ali Akbar Qavam ol-Molk Teil einer einflussreichen Familie in Shiraz, was sich in der ambitionierten Gestaltung der Anlage widerspiegelt.
Die Grundstruktur folgt klassischen Elementen persischer Moscheebauten: Ein Hof mit Wasserbecken wird von überdachten Gebetshallen und Arkaden umgeben, deren Innenräume von Säulenreihen gegliedert sind. Die Bauinschriften nennen neben Mirza Hasan Ali Nasir ol-Molk als Stifter die Architekten Mohammad Hasan-e-Mem?r und Mohammad Rez? K?shi-S?z-e-Šir?zi, die auch an anderen bedeutenden Bauwerken in Shiraz beteiligt waren.Die Bauzeit wird in den historischen Studien einheitlich mit 12 Jahren angegeben, was auf ein sorgfältig ausgeführtes Projekt schließen lässt, bei dem Steinmetzarbeiten, Fliesendekor und Holzelemente eng aufeinander abgestimmt wurden.
Farbiges Glas und rosa Fliesen: die „Pink Mosque“
International ist die Masjed-e Nasir ol-Molk als „Pink Mosque“ bekannt, weil in ihren Wand- und Deckendekoren ungewöhnlich viele Fliesen mit rosa und pinkfarbenen Tönen verwendet wurden.Diese Farbwahl tritt vor allem in den Gebetshallen und Arkaden entlang des Innenhofs hervor, wo florale Muster, Arabesken und kalligrafische Bänder sich zu einem dichten Teppich aus Ornamenten verbinden. Die rosa Fliesen stehen dabei im Kontrast zu blau, gelb und türkis gehaltenen Feldern und lassen den Raum je nach Lichteinfall unterschiedlich wirken.
Besonders eindrucksvoll ist die westliche Gebetshalle, deren Seiten mit großen Holzrahmen und farbigem Glas ausgestattet sind. Die Fenster dieser Halle bestehen aus zahlreichen kleinen Scheiben, die in geometrischen Mustern zusammengesetzt sind und das Tageslicht in kräftige Farbfelder brechen. Wenn die Sonne schräg durch die Glasflächen fällt, zeichnen sich auf den Steinböden und Teppichen bunte Lichtfelder ab, die die Säulen und Gewölbe zusätzlich betonen. In Kombination mit den fein gearbeiteten Fliesen entsteht ein Raum, in dem Flächen, Muster und Licht eng ineinandergreifen, ohne dass einzelne Elemente den Gesamteindruck dominieren.
Architekturdetails zwischen Tradition und Kadscharenstil
Die Architektur der Masjed-e Nasir ol-Molk verbindet klassische persische Motive mit Merkmalen des Kadscharenstils. Die Gebetshallen sind durch Reihen von Steinsäulen gegliedert, deren Kapitelle mit feinen Reliefs versehen sind und die Last der Gewölbe aufnehmen.Über den Säulen erstrecken sich Gewölbe mit muqarnas-artigen Ausbildungen und ornamentierten Flächen, wie sie für Moscheen dieser Epoche typisch sind. Im Innenhof werden Arkaden von spitz zulaufenden Bögen getragen, deren Bögen mit Fliesen in floralen und geometrischen Mustern ausgekleidet sind.
Charakteristisch ist auch die Kombination aus massiven Steinbauteilen und reich verzierten Oberflächen. Die Tragstruktur aus Mauerwerk und Naturstein steht im Hintergrund, während Fliesenfelder, eingemauerte Keramiktafeln und Inschriftenbänder die sichtbaren Flächen definieren. In mehreren Bereichen greifen Schriftfelder mit Versen und Widmungen in die Gestaltung ein; sie verweisen auf die Entstehungszeit und auf die Namen der am Bau beteiligten Personen. Im Vergleich zu älteren Safawiden-Moscheen fällt die stärkere Betonung floral-dekorativer Themen auf, die in der Kadscharenzeit bevorzugt wurden und in Masjed-e Nasir ol-Molk ein dichtes ornamentales Gefüge bilden.
Masjed-e Nasir ol-Molk besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Masjed-e Nasir ol-Molk liegt im historischen Stadtgebiet von Shiraz im Iran, in der Nähe der Lotf Ali Khan Zand Street und unweit der bedeutenden Pilgerstätte Shah Cheragh; vor Ort ist die Moschee über die innerstädtischen Straßenverbindungen erreichbar.
- Auf dem Gelände führen Wege und Stufen vom Eingangshof zu den Gebetshallen und Arkaden, im Inneren verbinden weitere Stufen unterschiedliche Ebenen der Räume; der Zugang zu den Säulenhallen erfolgt über Türen mit Holzrahmen und Glasfüllungen.
- Shiraz wird durch einen internationalen Flughafen und ein Netz regionaler Straßen angebunden, die Stadt liegt im Süden des Landes und ist mit Inlandsflügen sowie Überlandverbindungen erreichbar.
- Im Iran ist Persisch Amtssprache, gezahlt wird in Rial.
- Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
Masjed-e Nasir ol-Molk auf Social-Media-Plattformen
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Masjed-e Nasir ol-Molk: häufige Fragen
Wo liegt Masjed-e Nasir ol-Molk?
Masjed-e Nasir ol-Molk befindet sich in Shiraz im Süden des Iran, im historischen Viertel Gowd-e-Arab?n nahe der Lotf Ali Khan Zand Street und der Pilgerstätte Shah Cheragh.
Was bietet ein Besuch von Masjed-e Nasir ol-Molk?
Ein Besuch führt in Gebetshallen mit farbigen Glasfenstern, rosa Fliesen und reich ornamentierten Gewölben, dazu in einen Hof mit Wasserbecken und Arkaden, in dem Stein, Keramik und Licht eng zusammenwirken.
Was kennzeichnet Masjed-e Nasir ol-Molk architektonisch besonders?
Prägend sind die rosa und pinkfarbenen Fliesen der Kadscharenzeit, die Kombination aus farbigem Glas und Steinarchitektur sowie die Säulenhallen mit detaillierten Reliefs und ornamentierten Gewölben.
