Slipknot, Rockmusik

Slipknot feiern neues Kapitel nach Corey-Taylor-Exit

12.06.2026 - 17:08:48 | ad-hoc-news.de

Slipknot sortieren sich nach dem Ausstieg von Corey Taylor neu und arbeiten am nächsten Kapitel zwischen Metal-Wurzeln und Modernisierung.

Schwarze E-Gitarre auf Ständer neben Verstärkern auf dunkler Bühne
Slipknot - Kurz vor dem Soundcheck: Eine elektrische Gitarre wartet im Bühnenlicht neben den Amps auf ihren großen Einsatz. 12.06.2026 - Bild: THN

Als Slipknot sich 2024 überraschend von Frontmann Corey Taylor trennten, schien für viele Fans eine Ära zu enden. Die Band aus Des Moines, die seit Ende der 1990er den modernen Metal geprägt hat, arbeitet seither daran, ihr nächstes Kapitel zu definieren – zwischen brutaler Vergangenheit und offener Zukunft.

Nach Corey Taylor: Slipknots Weg in die Zukunft

Der Ausstieg von Corey Taylor als Sänger von Slipknot markiert einen der größten Umbrüche in der Geschichte der Band. Offiziell wurde die Trennung im Frühjahr 2024 bekanntgegeben, nachdem Taylor bereits parallel mit Stone Sour und als Solokünstler aktiv gewesen war. Medien wie der Rolling Stone und NME ordneten den Schritt als Zäsur für den modernen Metal ein.

Slipknot selbst betonten in Statements, dass die Band weitermachen wolle und das Maskenkonzept, die kollektive Identität und der druckvolle Sound im Zentrum bleiben sollen. Damit steht die Gruppe vor der Herausforderung, ihre ikonische Bühnenfigur neu zu definieren, ohne die DNA von Alben wie Slipknot oder Iowa zu verwässern.

Gleichzeitig verdichten sich Hinweise aus Interviews und Social-Media-Posts, dass neues Material im Entstehen ist. Mitglieder der Band haben wiederholt angedeutet, im Studio an frischen Songs zu arbeiten, die an die Aggression der frühen Jahre anknüpfen, aber die melodische Entwicklung der jüngeren Veröffentlichungen fortschreiben sollen.

Für Fans in Deutschland ist besonders spannend, wie sich diese Neuausrichtung künftig live bemerkbar macht. Slipknot waren in den vergangenen beiden Jahrzehnten regelmäßig bei großen Festivals und in Arenen zu Gast und gelten als eine der intensivsten Live-Bands der Metal-Welt.

  • Corey Taylors Ausstieg erzwingt eine Neudefinition der Frontmann-Rolle.
  • Slipknot arbeiten laut Band-Aussagen an neuem Studiomaterial.
  • Das Masken- und Kollektivkonzept bleibt zentraler Bestandteil der Identität.
  • Die Zukunft der Live-Shows nach dem Line-up-Wechsel sorgt weltweit für Spekulationen.

Wie stark Slipknot ihr Erbe nutzen und gleichzeitig aufbrechen, wird entscheidend dafür sein, ob das nächste Album als Neubeginn oder als epilogartige Fortsetzung wahrgenommen wird. Gerade für eine Band, die seit jeher Extreme auslotet, ist dieser Moment des Übergangs auch eine kreative Chance.

Wer Slipknot sind und warum die Band relevant bleibt

Slipknot wurden Mitte der 1990er Jahre in Des Moines, Iowa, gegründet und etablierten sich mit ihrem Debütalbum Slipknot als radikale Stimme im Metal der Jahrtausendwende. Kennzeichen waren von Beginn an die neun Mitglieder, die bedrohlichen Overalls, die Masken und ein Sound, der Death Metal, Hardcore, Industrial und Nu Metal verschmolz.

International bekannt wurden Slipknot vor allem durch ihre kompromisslosen Live-Auftritte, bei denen Percussionisten über die Bühne klettern, DJ-Setups rotieren und der gesamte Auftritt eher einem apokalyptischen Ritual als einem klassischen Konzert gleicht. In Deutschland trug eine starke Präsenz in Magazinen wie Metal Hammer und VISIONS sowie in TV-Formaten und auf Festivals zur Popularität bei.

Musikalisch gelang der Band die seltene Kombination aus extremen Klängen und großen Hooks. Songs wie Wait and Bleed, Duality oder Psychosocial wurden zu Crossover-Hits, die im Rockradio liefen und gleichzeitig im Metal-Underground akzeptiert waren. Damit öffnete Slipknot die Tür für eine neue Generation harter Musik in den Mainstream.

Wirtschaftlich gehörten Slipknot spätestens seit Anfang der 2000er Jahre zur Oberliga. Ihre Alben platzierten sich in den USA regelmäßig in den oberen Rängen der Billboard-Charts und erreichten in mehreren Ländern Gold- und Platin-Status, darunter auch in großen europäischen Märkten. Die Kombination aus physischen Verkäufen, digitalen Downloads und Streaming macht die Band auch heute noch zu einem Zugpferd für ihr Label.

Gleichzeitig ist die Gruppe in einer Phase, in der sie sich gegen eine jüngere Generation von Metal- und Core-Acts behaupten muss, die auf Plattformen wie TikTok groß geworden ist. Dass Slipknot dennoch relevant bleiben, liegt an der konsequenten Weiterentwicklung ihres Sounds und an der starken Markenidentität, die sie über Jahrzehnte aufgebaut haben.

Von Des Moines in den Metal-Mainstream

Die frühen Jahre von Slipknot waren geprägt von ständigen Line-up-Wechseln, lokalen Gigs und ersten Demos. In Des Moines entwickelte sich die Formation aus einer losen Gruppe von Musikern, die mit extremen Sounds experimentierten. Erst mit der Zeit kristallisierten sich feste Rollen und das Konzept der neun maskierten Mitglieder heraus.

Der Durchbruch kam mit dem selbstbetitelten Debüt Slipknot, das 1999 erschien und vom Produzenten Ross Robinson betreut wurde. Sein Ruf als Macher aggressiver, roher Aufnahmen – er hatte zuvor unter anderem mit Korn und Sepultura gearbeitet – passte perfekt zur Vision der Band. Das Album verband Blastbeats, wuchtige Riffs und turntable-lastige Noise-Elemente mit eingängigen Refrains.

Internationaler Erfolg stellte sich mit der Teilnahme an großen Tourpaketen und Festivals ein. Slipknot traten neben Acts wie System of a Down, Metallica und anderen Größen auf und wurden schnell zum Gesprächsstoff in der Szene. Ihr zweites Album Iowa erschien 2001 und gilt bis heute als eines der extremsten Werke einer Band, die im Mainstream angekommen ist.

Mit Vol. 3: (The Subliminal Verses) und später All Hope Is Gone verschob sich der Sound leicht in Richtung melodischer Elemente und strukturiertes Songwriting, ohne die Heftigkeit ganz aufzugeben. Kritiker wie der britische Guardian und US-Magazine bescheinigten Slipknot in dieser Phase, sich vom Nu-Metal-Label emanzipiert und eine eigene, unverwechselbare Nische geschaffen zu haben.

In den 2010er Jahren folgten weitere Alben, darunter .5: The Gray Chapter und We Are Not Your Kind, die auch unter dem Eindruck persönlicher Tragödien und Line-up-Veränderungen entstanden. Der Tod von Bassist Paul Gray und der Abschied von Schlagzeuger Joey Jordison waren einschneidende Momente, die den Ton der Band dunkler und reflektierter werden ließen.

Die Fähigkeit, Krisen in kreative Energie umzuwandeln, hat Slipknot immer wieder ausgezeichnet. Gerade deshalb wird in der aktuellen Situation nach Corey Taylors Ausstieg genau beobachtet, wie die Band diesen nächsten Einschnitt musikalisch verarbeitet.

Masken, Metal und Meisterwerke: Slipknots Sound

Der Sound von Slipknot ist von Beginn an durch eine ungewöhnliche Instrumentierung geprägt. Neben den klassischen Metal-Bausteinen – zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug – kommen mehrere Percussion-Setups, DJ-Elemente und Samples zum Einsatz. Das Ergebnis ist eine dicht geschichtete Wall of Sound, die live wie auf Platte physisch wirkt.

Frühe Songs wie Wait and Bleed oder Spit It Out standen exemplarisch für die Mischung aus Hardcore-Energie, Rap-inspirierten Rhythmen und Refrains, die mitgeschrien werden können. Auf Iowa trieb die Band das Extrem weiter und schuf Stücke, die in ihrer Brutalität eher an extremen Metal als an den damals populären Nu Metal erinnerten.

Mit Vol. 3: (The Subliminal Verses) öffnete sich die Gruppe stärker für Melodien, komplexere Arrangements und experimentellere Strukturen. Akustische Passagen, progressive Songaufbauten und eine breitere Palette an Gitarrensounds hielten Einzug, ohne dass die charakteristische Aggression verloren ging. Produzentenarbeit und Sounddesign wurden zunehmend wichtiger, um die vielen Ebenen der Musik klar abzubilden.

Spätere Alben wie All Hope Is Gone und We Are Not Your Kind zeigten eine Band, die gelernt hatte, Kontraste gezielter einzusetzen. Brutale Strophen treffen auf melancholische, fast hymnische Refrains, während Zwischenspiele und Intros die Atmosphäre verdichten. Slipknot integrierten Einflüsse aus Industrial, Alternative Metal und sogar Post-Rock-Texturen.

Die Masken-Ästhetik spielt dabei nicht nur visuell, sondern auch klanglich eine Rolle. Jede Neuerung im Maskendesign ging oft mit einer leichten Verschiebung im Sound einher, was Fans dazu anregte, optische und musikalische Signale miteinander zu verknüpfen. So wurden neue Albumzyklen auch immer als Gesamtkunstwerk aus Musik, Bildsprache und Bühneninszenierung verstanden.

In Interviews betonten Mitglieder immer wieder, dass Slipknot als Kollektiv funktionieren und dass Songwriting-Entscheidungen gemeinsam getroffen werden. Das erklärt, warum die Band auch nach personellen Veränderungen ihren Kernsound bewahren konnte und zugleich in der Lage war, neue Facetten zu integrieren.

Einfluss, Auszeichnungen und deutscher Blick auf Slipknot

Slipknot gehören zu den einflussreichsten Metal-Bands der letzten 25 Jahre. Zahlreiche jüngere Acts aus Metalcore, Deathcore und modernem Heavy Rock nennen die Gruppe als Inspiration – von der Bühnen-Inszenierung bis hin zum Mut, Extreme mit eingängigen Elementen zu kombinieren.

In den internationalen Charts konnten Slipknot mehrfach hohe Platzierungen erreichen. Ihre Alben landeten wiederholt in den Top 10 der großen Märkte, darunter den US-amerikanischen Billboard-Charts und den Offiziellen Deutschen Charts. Auch mehrere Gold- und Platin-Auszeichnungen in verschiedenen Ländern dokumentieren den kommerziellen Erfolg.

Kritisch wurden insbesondere Werke wie Iowa, Vol. 3: (The Subliminal Verses) und We Are Not Your Kind hervorgehoben, die es regelmäßig in Bestenlisten von Magazinen wie Metal Hammer, Kerrang! oder Rolling Stone schafften. Sie gelten als Referenzpunkte dafür, wie extrem Musik im Mainstream platziert werden kann, ohne künstlerische Kompromisse einzugehen.

In Deutschland spielte die Band auf zahlreichen Festivals und Tourneen und erreichte damit ein breites Publikum, das sich nicht allein aus klassischen Metal-Fans zusammensetzt. Ihre Shows wurden in Berichten immer wieder als kathartische Erlebnisse beschrieben, bei denen sich Aggression und Gemeinschaftsgefühl entladen.

Darüber hinaus hat Slipknot die Diskussion um Identität im Rock verändert. Das Masken- und Overall-Konzept stellte die Idee des individuellen Stardoms infrage und lenkte den Fokus auf das Kollektiv. In einer Zeit, in der soziale Medien oft auf die Einzelperson zentriert sind, wirkt dieses Konzept bis heute bemerkenswert modern.

Auch wenn die aktuelle Phase mit Blick auf Besetzung und zukünftige Alben von vielen Fragezeichen begleitet wird, ist Slipknots Einfluss auf den Metal-Kanon gesichert. Die Band hat Standards gesetzt, an denen sich neue Acts messen lassen müssen – sowohl klanglich als auch in der visuellen und performativen Umsetzung.

Drei häufige Fragen zu Slipknot

Welche Bedeutung hat Corey Taylors Ausstieg für Slipknot?

Der Ausstieg von Corey Taylor ist ein gravierender Einschnitt, weil seine Stimme und Bühnenpräsenz den Sound und das Bild der Band maßgeblich mitgeprägt haben. Gleichzeitig funktioniert Slipknot seit jeher als Kollektiv mit starkem Konzept, was der Gruppe die Möglichkeit gibt, ihre Identität auch ohne ihren langjährigen Frontmann weiterzuentwickeln.

Welche Alben von Slipknot gelten als besonders wichtig?

Zu den zentralen Werken zählen das Debüt Slipknot, das extrem harte Iowa und das experimentellere Vol. 3: (The Subliminal Verses). Spätere Alben wie All Hope Is Gone und We Are Not Your Kind zeigen eine reifere Band, die Kontraste und Melodien stärker betont, ohne ihre Wurzeln im extremen Metal zu verleugnen.

Warum sind Slipknot für die Metal-Szene so einflussreich?

Slipknot haben gezeigt, dass eine extrem harte, kompromisslose Ästhetik mit großem Mainstream-Erfolg vereinbar sein kann. Ihre Mischung aus brutalen Riffs, komplexer Percussion, eingängigen Hooks und einer starken visuellen Identität inspirierte zahlreiche jüngere Bands und veränderte, wie Metal im 21. Jahrhundert wahrgenommen wird.

Slipknot im Netz und auf Streaming-Plattformen

Wer tiefer in die Welt von Slipknot eintauchen möchte, findet online unzählige Konzertmitschnitte, offizielle Clips und Playlists, die die Entwicklung der Band von den wilden Anfangstagen bis zur aktuellen Phase nach dem Ausstieg von Corey Taylor nachzeichnen.

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