Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland

Fall Fabian: Schwer zu ertragende Fotos

28.05.2026 - 13:32:59 | dpa.de

Gutachter und Ermittler haben im Mordprozess um den getöteten Fabian Textil-Analysen und Funkzellenauswertungen vorgestellt. Die Mutter des Jungen blieb der Verhandlung erstmals fern.

  • Die wegen Mordes an dem achtjährigen Fabian angeklagte Frau schweigt bislang zu den Vorwürfen. - Foto: Bernd Wüstneck/dpa
    Die wegen Mordes an dem achtjährigen Fabian angeklagte Frau schweigt bislang zu den Vorwürfen. - Foto: Bernd Wüstneck/dpa
  • Der Vorsitzende Richter Holger Schütt warnte die Zuschauer vor Beginn des Prozesses vor schwer zu ertragenen Fotos, die gezeigt würden.  - Foto: Bernd Wüstneck/dpa
    Der Vorsitzende Richter Holger Schütt warnte die Zuschauer vor Beginn des Prozesses vor schwer zu ertragenen Fotos, die gezeigt würden. - Foto: Bernd Wüstneck/dpa
Die wegen Mordes an dem achtjährigen Fabian angeklagte Frau schweigt bislang zu den Vorwürfen. - Foto: Bernd Wüstneck/dpa Der Vorsitzende Richter Holger Schütt warnte die Zuschauer vor Beginn des Prozesses vor schwer zu ertragenen Fotos, die gezeigt würden.  - Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Ein Textilgutachten hat im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow mögliche Hinweise auf Kleidungsstücke der Angeklagten ergeben. Unter dem rechten Daumennagel des Kindes sei eine lila-blau eingefärbte Baumwollfaser festgestellt worden, bei der es Übereinstimmungen zu einem Pullover der Tatverdächtigen gebe, sagte der Sachverständige am siebten Verhandlungstag vor dem Landgericht Rostock. 

Zudem sei an einem Textil-Ärmelbündchen des Opfers eine grau-grünliche Polyesterfaser gefunden worden, die von einer Reiterhose der Angeklagten stammen könne. Die 30-jährige Frau ist des Mordes angeklagt. Sie soll Fabian laut Staatsanwalt am 10. Oktober 2025 mit ihrem Auto abgeholt und später an einem Tümpel bei Klein Upahl (Landkreis Rostock) getötet haben.

Der Experte machte aber klar, dass eine Bewertung der Funde sehr schwierig und kaum möglich sei. Es könne etwa nicht gesagt werden, wie es zu einer Spurenübertragung gekommen sei. 

Warnung des Richters: Fotos schwer zu ertragen

Im Saal 2.002 wurden auch Fotos von Fabians Leichnam gezeigt. Der Richter hatte die Zuschauer im Saal zuvor gewarnt, dass die Fotos schwer zu ertragen seien. Wer das nicht aushalte, habe die Möglichkeit, den Saal zu verlassen. Fabians Mutter, die als Nebenklägerin am Prozess teilnimmt, war aus diesem Grund erstmals nicht persönlich zur Verhandlung gekommen. Fabians Leiche wurde angezündet und wies starke Verbrennungen auf. 

Vorgestellt wurden auch die Ergebnisse polizeilicher Ermittlungen zu den Einloggdaten von Handys in Funkzellen. Dabei mussten die Ermittler auf Daten der jeweiligen Provider zurückgreifen, die nach Zeugenaussagen des zuständigen Polizeibeamten aber «extrem lückenbehaftet» seien, denn die Anbieter würden die Daten eigentlich nur zu Abrechnungszwecken erheben.

Handy ausgeschaltet oder im Flugmodus 

Die SIM-Karte des Mobiltelefons der Angeklagten habe am Tattag, dem 10. Oktober, weder in Güstrow noch am Tatort festgestellt werden können. «Das geben die Daten nicht her», sagte der 31-jährige Beamte. Allerdings seien an diesem Tag zwischen 11.21 Uhr und 12.42 Uhr keine Daten auf dem Handy feststellbar. Das Smartphone sei in der Zeit entweder ausgeschaltet oder in den Flugmodus gesetzt worden. 

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagte ihr Smartphone aktiv ausschaltete und anschließend mit Fabian in ihrem Auto in Richtung Klein Upahl fuhr, wo sie das Kind laut Anklage mit einem Messer tötete. Als Todeszeitpunkt nennt die Anklage einen Zeitraum zwischen 10.50 bis 13.00 Uhr. Die Angeklagte selbst war es, die am 14. Oktober den Fund der Kinderleiche bei der Polizei meldete. Sie hielt sich an dem Tag auch ausweislich der Funkzellenauswertung am Fundort auf.

Privatermittler aktiv

Ein Online-Account des Kindes wurde auch nach dem 10. Oktober noch aktiv genutzt, wie die Recherchen der Ermittler ergaben. Allerdings handelte es sich dabei am 12. und 13. Oktober nicht um Fabian, wie die Polizei damals noch gehofft hatte, sondern um einen Privatermittler, der von der Mutter oder ihrem Umfeld die Zugangsdaten bekommen hatte. 

Im Laufe des Tages sollte auch ein technischer Gutachter gehört werden, der die digitalen Aufzeichnungen des Autos der Angeklagten auswertete.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | unterhaltung | 69432557 |

Weitere Meldungen

Studie: Aufholprozess der ostdeutschen Wirtschaft in Gefahr. Wie der Stand ist. Mehr als 35 Jahre nach der Wiedervereinigung gibt es weiterhin strukturelle Defizite der ostdeutschen Wirtschaft. (Wirtschaft, 28.05.2026 - 13:46) weiterlesen...

Textilgutachten: Faserspuren im Mordprozess um Fabian. Dazu gehört auch eine genaue Analyse von Textilfasern. Im Strafprozess um den gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian geht die Auswertung von Indizien und Spuren weiter. (Unterhaltung, 28.05.2026 - 11:30) weiterlesen...

Toter Buckelwal wird auf dänischer Urlaubsinsel obduziert. Der Transport in einen Hafen scheiterte. Jetzt soll der Kadaver direkt am Strand untersucht werden. Der als «Timmy» bekannte tote Buckelwal liegt weiter vor der dänischen Insel Anholt. (Wissenschaft, 28.05.2026 - 10:20) weiterlesen...

Studie: Ostdeutsche Wirtschaft droht Anschluss zu verlieren. Forschende warnen: Ohne Gegenmaßnahmen könnte der Abstand zum Westen wieder steigen. Weniger private Investitionen und fehlende Fachkräfte bremsen das Wachstum in Ostdeutschland. (Wirtschaft, 28.05.2026 - 09:23) weiterlesen...

Bornavirus-Erkrankung in Mecklenburg-Vorpommern bestätigt. Das Bornavirus wird laut Behörden von Feldspitzmäusen übertragen. Behörden geben Tipps, wie man sich vor einer Ansteckung schützen kann. Die Erkrankungen sind selten, aber lebensbedrohlich. (Wissenschaft, 22.05.2026 - 13:42) weiterlesen...

Bergung gescheitert: Toter Buckelwal bleibt vorerst liegen. Doch ein erster Versuch ging schief. Wie es mit dem Tier nun weitergehen soll. Dänische Behörden wollten den Kadaver des als «Timmy» bekannten Buckelwals von der Insel Anholt aufs Festland bugsieren. (Unterhaltung, 21.05.2026 - 16:46) weiterlesen...