Zypern: Neun Verdächtige nach Schiffsunglück vor Gericht
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 13:16 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nach dem schweren Schiffsunglück mit mindestens acht Toten vor der Küste Zyperns sind der festgenommene Kapitän, sieben Besatzungsmitglieder und der Unternehmensdirektor vor das Amtsgericht Kyrenia gestellt worden. Wie der nordzyprische Sender BRT berichtet, wird gegen die Verdächtigen der Vorwurf der «Tötung durch Fahrlässigkeit und Unachtsamkeit» erhoben. Nach Angaben der Richterin Hazal Hacimulla sollen insgesamt 16 Menschen vor Gericht vorgeladen werden und aussagen.
Der Katamaran hatte sich am Sonntag auf dem Weg von der nordzyprischen Hafenstadt Kyrenia (türkisch: Girne) ins südtürkische Mersin befunden. An Bord waren 267 Menschen, darunter 259 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder. Kurz nach dem Auslaufen drang Wasser in das Schiff ein, das anschließend kenterte. Bei der Rettungsaktion spielten sich dramatische Szenen ab.
Suchaktionen dauern an
Der stellvertretende Polizeikommissar Mehmet Mannas erklärte laut der Tageszeitung «Zypernpost», dass das Passagierschiff der Reederei Filo Denizcilik einen Bruch an der vorderen linken Seite erlitten habe und durch das Eindringen des Wassers gekentert sei. Bei den Such- und Rettungsmaßnahmen wurden demnach bislang 239 lebend gerettet. Acht Menschen hätten ihr Leben verloren, nach den verbleibenden Personen werde weiterhin gesucht.
Schiff verfügte über gültige Zulassung
Mannas erklärte, dass das Schiff über eine Zulassung von dem internationalen Unternehmen Türk Loydu mit Sitz in der Türkei aus dem Juni 2026 sowie über Genehmigungen der Hafenbehörde verfügt habe. Vor dem Auslaufen seien auch Informationen des Wetterdienstes eingeholt und für geeignet befunden worden.
