Zeitumstellung, DAK-Gesundheit

Zeitumstellung: 71 Prozent fordern weiterhin die Abschaffung

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 05:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Eine Forsa-Erhebung im Auftrag der DAK-Gesundheit zeigt einen rückläufigen Widerstand gegen den Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit. Gleichzeitig berichten viele Befragte weiterhin von Müdigkeit und Schlafproblemen.

Beschwerden und Umfragewerte im Zeitvergleich

  • Forsa befragte vom 28. bis 30. September 2026 bundesweit 1.009 Menschen.
  • 2018 lag die Ablehnung mit 80 Prozent am höchsten; nun beträgt sie 71 Prozent.
  • Bei den 18- bis 29-Jährigen sank die Ablehnung von 66 auf 50 Prozent.
Am Ende der Sommerzeit wie Uhr wird um eine Stunde zurückgestellt. (Symbolbild) - Bild: Sina Schuldt/dpa

DAK-Umfrage zeigt weniger Widerstand gegen Zeitumstellung

Der Widerstand gegen die halbjährliche Zeitumstellung ist in Deutschland einer Umfrage zufolge zurückgegangen. 71 Prozent der Befragten sprechen sich für ihre Abschaffung aus, fünf Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

Junge Erwachsene lehnen Wechsel seltener ab

Besonders deutlich ist der Rückgang bei den 18- bis 29-Jährigen: Dort sank die Ablehnung von 66 auf 50 Prozent. Zugleich befürworten 39 Prozent in dieser Altersgruppe den Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit.

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Frauen berichten häufiger von Beschwerden

29 Prozent der Befragten hatten nach eigenen Angaben schon einmal gesundheitliche oder psychische Probleme im Zusammenhang mit der Zeitumstellung. Frauen waren mit 36 Prozent häufiger betroffen als Männer mit 22 Prozent.

Am häufigsten nannten Betroffene Müdigkeit oder Schlappheit. 63 Prozent berichteten von Einschlafproblemen oder Schlafstörungen, 41 Prozent von Konzentrationsproblemen und 37 Prozent von Gereiztheit.

Abschaffung bleibt europäische Aufgabe

Die Zeitumstellung wurde 1980 eingeführt, um das Tageslicht besser zu nutzen. Eine europaweite Abschaffung ist weiterhin nicht in Sicht, weil sich die EU-Staaten seit Jahren nicht auf eine gemeinsame Position einigen.

Die Forsa-Umfrage wurde vom 28. bis 30. September 2026 unter 1.009 Menschen durchgeführt. Die DAK-Gesundheit zählt nach eigenen Angaben rund 5,4 Millionen Versicherte.

Die Umfrage fällt in eine Woche, in der die nächste Umstellung auf die Normalzeit bevorsteht. In Deutschland werden die Uhren in der Nacht zum 25. Oktober 2026 um eine Stunde zurückgestellt. Damit bleibt der Wechsel trotz der rückläufigen Ablehnung im Alltag präsent.

Politisch ist die Abschaffung weiterhin an eine gemeinsame europäische Lösung gebunden. Die EU-Kommission hatte nach der öffentlichen Befragung von 2018 vorgeschlagen, die halbjährliche Umstellung zu beenden. Die Mitgliedstaaten konnten sich jedoch weder auf eine einheitliche dauerhafte Zeit noch auf einen verbindlichen Ablauf einigen. Ein Alleingang Deutschlands würde den abgestimmten europäischen Zeitplan für Verkehr, Handel und grenzüberschreitende Abläufe infrage stellen.

Gesundheitliche Debatte bleibt bestehen

Die aktuellen Zahlen zeigen zugleich, dass Zustimmung und Belastung nebeneinander bestehen. Besonders bei jüngeren Erwachsenen ist die Ablehnung deutlich gesunken, während fast drei von zehn Befragten bereits Beschwerden erlebt haben. Für Betroffene stehen vor allem Müdigkeit und Schlafprobleme im Vordergrund.

Für die politische Debatte bedeutet das Ergebnis deshalb keinen eindeutigen Auftrag zur Beibehaltung oder Abschaffung. Es zeigt vielmehr, dass die gesellschaftliche Mehrheit gegen den Wechsel kleiner geworden ist, die gesundheitlichen Nachteile aber weiterhin einen relevanten Teil der Bevölkerung betreffen. Solange die EU-Staaten keine gemeinsame Entscheidung treffen, bleibt es beim zweimal jährlichen Wechsel.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Tagesschau: „Nordrhein-Westfalen: Wann wird die Uhr umgestellt auf Winterzeit?“ (19.10.2026)

Der Beitrag ordne den bevorstehenden Wechsel praktisch ein und verweise auf eine regionale Untersuchung, in der sich 84 Prozent gegen die Umstellung ausgesprochen hätten. Damit setze er einen anderen Schwerpunkt als die DAK-Umfrage, bestätige aber die anhaltende gesellschaftliche Debatte.

Tagesschau: „Rheinland-Pfalz Nachtarbeit bei Zeitumstellung: Wer zahlt die extra Stunde?“ (19.10.2026)

Der Artikel beleuchte die Folgen der Umstellung für Beschäftigte in der Nachtarbeit und erinnere an die seit 2018 laufenden europäischen Abschaffungsbestrebungen. Gemeinsam ist den Beiträgen der Blick auf den konkreten Termin; offen bleibt weiterhin eine politische Einigung auf EU-Ebene.

Die aktuellen Beiträge betonen damit vor allem den bevorstehenden praktischen Wechsel und seine Folgen, während die DAK-Erhebung die veränderte Haltung der Bevölkerung und gesundheitliche Beschwerden in den Mittelpunkt stellt.

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