Zeitumstellung: 13 Prozent brauchen länger als eine Woche
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 09:13 Uhr | dpa, AD HOC NEWSUmstellung endet im März 2027
- Am 25. Oktober werden die Uhren in Deutschland von 3.00 auf 2.00 Uhr zurückgestellt.
- Die Normalzeit gilt anschließend bis zum 28. März 2027.
- 40 Prozent bevorzugen bei einer Abschaffung dauerhafte Sommerzeit, 36 Prozent dauerhafte Winterzeit.
Deutsche brauchen Tage zur Anpassung
Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland benötigt nach einer Zeitumstellung mehrere Tage, um sich an die neue Uhrzeit zu gewöhnen. Eine YouGov-Befragung zeigt zugleich, dass 29 Prozent nach eigenen Angaben keinerlei Anpassungsschwierigkeiten haben.
Rückstellung am 25. Oktober
Am Sonntag, 25. Oktober, werden die Uhren in Deutschland und den meisten anderen Ländern Europas um 3.00 Uhr auf 2.00 Uhr zurückgestellt. Die Normalzeit, die umgangssprachlich auch Winterzeit genannt wird, gilt anschließend bis zum 28. März 2027.
13 Prozent der Befragten brauchen nach eigenen Angaben länger als eine Woche für die Umstellung. Weitere 26 Prozent nennen drei Tage bis eine Woche, 27 Prozent ein bis zwei Tage.
Mehrheit lehnt das Verfahren ab
Die halbjährliche Umstellung stößt bei den Befragten überwiegend auf Ablehnung. 44 Prozent lehnen sie voll und ganz ab, weitere 27 Prozent eher.
Die Zeitumstellung wurde in Deutschland 1980 eingeführt. Ziel war es, das Tageslicht besser zu nutzen; Studien weisen zugleich auf positive Effekte von Tageslicht auf das Wohlbefinden hin.
Keine Einigung über Abschaffung
In einer Befragung der Europäischen Kommission sprachen sich 2018 rund 80 Prozent der Teilnehmer für ein Ende der Zeitumstellung in der EU aus. Von den 4,6 Millionen Antworten kamen etwa drei Millionen aus Deutschland.
Eine europaweite Abschaffung ist bislang nicht in Sicht, weil sich die EU-Staaten nicht auf eine gemeinsame Position verständigen konnten. Für eine dauerhafte Sommerzeit sprechen sich in der YouGov-Erhebung 40 Prozent aus, für eine dauerhafte Winterzeit 36 Prozent.
Die Befragung macht sichtbar, dass die Zeitumstellung für viele Menschen kein kurzer Moment, sondern ein mehrere Tage dauernder Anpassungsprozess ist. 13 Prozent benötigen nach eigenen Angaben länger als eine Woche, weitere 26 Prozent drei Tage bis eine Woche. Gleichzeitig kommt fast ein Drittel ohne Umgewöhnung aus.
Ein ungelöstes EU-Thema
Die Rückkehr zur Normalzeit folgt weiterhin dem europaweit abgestimmten Kalender. Das Europäische Parlament hatte sich 2019 für ein Ende der halbjährlichen Umstellung ausgesprochen, doch für eine endgültige Regelung fehlt weiterhin die Einigung der Mitgliedstaaten auf eine dauerhaft geltende Zeit.
Der Streit dreht sich vor allem um die Frage, ob künftig dauerhaft Sommer- oder Winterzeit gelten soll. Eine einheitliche Lösung soll verhindern, dass unterschiedliche Zeitzonen innerhalb Europas den Binnenmarkt, Fahrpläne und grenzüberschreitende Abläufe erschweren.
Alltag und biologische Uhr
Für die Bevölkerung bleibt damit zunächst die praktische Belastung bestehen: Im Herbst gibt es zwar eine zusätzliche Stunde, dafür wird es abends früher dunkel. Besonders Menschen mit festen Arbeits-, Schul- oder Betreuungszeiten müssen ihre Routinen anpassen. Tageslicht, regelmäßiger Schlaf und Bewegung können die Umstellung im Alltag erleichtern.
Die nächste Umstellung am 25. Oktober 2026 ist deshalb mehr als eine technische Korrektur der Uhr. Sie berührt weiterhin eine politische Grundsatzfrage, bei der die öffentliche Ablehnung größer ist als die Einigkeit über die gewünschte Alternative.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Euronews: „Eigentlich EU-weit abgeschafft: Warum gibt es die Zeitumstellung immer noch?“ (22.10.2026)
Der Beitrag ordne ein, dass die Uhren am 25. Oktober 2026 zurückgestellt würden, obwohl das Europäische Parlament zuvor für ein Ende der Zeitumstellung gestimmt habe. Als offenen Kern des Streits benenne er die fehlende Einigung der EU-Staaten auf dauerhafte Sommer- oder Winterzeit.
Stern: „Zeitumstellung auf Winterzeit: Am Samstag wird die Uhr umgestellt“ (22.10.2026)
Der Artikel bestätige den Termin und erkläre die praktische Folge der zusätzlichen Stunde. Anders als die Euronews-Einordnung konzentriere er sich stärker auf Merkhilfen, Alltagsfolgen und Möglichkeiten, den Schlafrhythmus anzupassen.
Einigkeit bestehe beim Termin und bei der Rückstellung von 3 auf 2 Uhr. Unterschiede lägen vor allem beim Schwerpunkt: politischer Stillstand auf EU-Ebene einerseits, praktische Orientierung für den Alltag andererseits. Offen bleibe, wann sich die Mitgliedstaaten auf eine dauerhafte Zeitregelung verständigen könnten.
