Türkei: Mindestens elf Verletzte nach Schüssen nahe Schule in Manisa
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 10:48 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBei Schüssen nahe einer berufsbildenden Schule im westtürkischen Turgutlu sind mindestens elf Menschen verletzt worden, zwei davon schwer.
Mutmaßlicher Täter festgenommen
Der bewaffnete Angreifer eröffnete nach Angaben von Justizminister Akin Gürlek auf dem Schulweg im Bezirk Turgutlu das Feuer. Der Provinzgouverneur teilte mit, dass der mutmaßliche Täter festgenommen worden sei.
Nach Angaben des Justizministers nahm die Polizei auch den Vater, die Mutter und den Großvater des mutmaßlichen Angreifers fest. Der Großvater soll die Tatwaffe in Gebrauch gehabt haben.
Ermittlungen zur Herkunft der Waffe
Die Ermittler untersuchen, wie die Waffe in die Hände des Angreifers gelangen konnte und ob die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Das Motiv war zunächst unklar.
Dem Sender Halk TV zufolge handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen Jugendlichen. Bilder zeigten Krankenwagen und besorgte Eltern am Tatort.
Unterricht für einen Tag ausgesetzt
Das Bildungsministerium erklärte, der Unterricht werde für einen Tag ausgesetzt. Der Angriff ereignete sich wenige Monate nach einer tödlichen Amoktat an einer Schule im Südosten der Türkei.
Erinnerung an tödlichen Angriff im April
Damals erschoss ein 14-Jähriger neun Mitschüler und eine Lehrerin und nahm sich anschließend das Leben. Nach den damaligen Ermittlungen hatte er eine Waffe seines Vaters verwendet.
Die Eltern des damals mutmaßlichen Täters müssen sich seit Anfang September vor Gericht verantworten. Zum Beginn des Schuljahres in der Türkei in der vergangenen Woche waren die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden.
Waffen als Sicherheitsrisiko im Schulumfeld
Der Vorfall in Turgutlu steht im Zusammenhang mit einer breiteren Debatte über den Zugang zu Schusswaffen und die Verantwortung von Familien. Nach Angaben des türkischen Justizministers wird deshalb untersucht, wie die Waffe in die Hände des Jugendlichen gelangen konnte und ob Angehörige ihre Aufsichtspflichten verletzten.
Besondere Bedeutung erhält der Fall durch den tödlichen Angriff im April, bei dem ein 14-Jähriger im Südosten des Landes neun Mitschüler und eine Lehrerin erschoss. Dass dabei ebenfalls eine Waffe des Vaters verwendet worden sein soll, lenkt den Blick auf die sichere Aufbewahrung privater Waffen und auf mögliche Lücken bei der Kontrolle.
Folgen für Schulen und Familien
Die vorübergehende Aussetzung des Unterrichts zeigt, dass die unmittelbaren Folgen über die Verletzten hinausreichen. Eltern, Schülerinnen und Schüler müssen mit Sicherheitsmaßnahmen, psychischer Belastung und möglichen Veränderungen im Schulalltag rechnen.
Die verschärften Vorkehrungen zum Beginn des Schuljahres dürften durch den neuen Angriff erneut auf ihre Wirksamkeit geprüft werden. Offen ist, welche zusätzlichen Maßnahmen Behörden und Schulen ergreifen und ob die Ermittlungen zu Konsequenzen für den Umgang mit Waffen in Familien führen.
