Sudan, Bergbauunglück

Sudan-Goldmine: Dutzende Bergarbeiter sterben bei Einsturz in West-Kordofan

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 17:31 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Beim Einsturz einer Goldmine in West-Kordofan im Sudan sind nach Angaben einer örtlichen Hilfsorganisation Dutzende Bergarbeiter ums Leben gekommen. Der Unfall ereignete sich in einem vom Krieg geprägten Gebiet, in dem improvisierter Goldabbau weit verbreitet ist.

Beim Einsturz einer Goldmine sind Dutzende Bergarbeiter getötet worden. (Illustration) - Bild: Jürgen Bätz/dpa
Beim Einsturz einer Goldmine sind Dutzende Bergarbeiter getötet worden. (Illustration) - Bild: Jürgen Bätz/dpa

Beim Einsturz einer Goldmine in der Region West-Kordofan im Sudan sind nach Angaben einer örtlichen medizinischen Hilfsorganisation Dutzende Bergarbeiter ums Leben gekommen.

64 Tote und zahlreiche Verletzte gemeldet

Die Organisation Dar Hamar teilte mit, bislang seien 64 Tote bestätigt worden. Weitere 55 Menschen seien verletzt worden. Das Unglück ereignete sich demnach bereits am Sonntag in der Nähe der Stadt Annuhud im Westen des Landes.

Mehrere Schächte betroffen, Rettung erschwert

Nach Angaben des Notfalldienstes von Annuhud stürzten sechs nebeneinanderliegende Schächte der Goldmine ein. In einem vorläufigen Bericht ging der Dienst von mindestens 60 bis 70 Opfern aus, die genaue Zahl bleibe jedoch zunächst unklar. Arbeiter, die sich retten konnten, berichteten von Kollegen, die lebend unter den Trümmern verschüttet sind.

Fehlende Ausrüstung in tiefen Schächten

Die Rettungsarbeiten werden in der abgelegenen Region durch die Tiefe der Schächte erschwert. Hinzu kommt, dass es an spezialisierten Einsatzkräften und an technischer Ausrüstung mangelt, um die verschütteten Bergleute zu bergen.

Konfliktregion unter Kontrolle der RSF

Die betroffene Region wird von der paramilitärischen Miliz Rapid Support Forces kontrolliert. Im Sudan herrscht seit April 2023 Krieg zwischen der RSF und der regulären Armee. In den inzwischen knapp dreieinhalb Jahren des Konflikts wurden Zehntausende Menschen getötet und mehr als 14 Millionen Menschen vertrieben.

Eine der schwersten humanitären Krisen weltweit

Der anhaltende Krieg hat im Sudan eine der schwersten humanitären Krisen weltweit ausgelöst. Die Katastrophe in der Goldmine trifft eine ohnehin stark belastete Bevölkerung, die vielerorts unter unsicheren Arbeitsbedingungen und fehlender staatlicher Infrastruktur leidet.

Gefährlicher Kleinbergbau im Schatten des Krieges

Der Einsturz der Goldmine in West-Kordofan trifft eine Region, in der informeller Kleinbergbau seit Jahren eine der wenigen Einkommensquellen für die lokale Bevölkerung ist. Viele Menschen arbeiten dort ohne staatliche Kontrolle, technische Sicherungen oder ausreichende Schutzausrüstung. Solche improvisierten Schächte sind besonders einsturzgefährdet, weil sie oft in großer Tiefe und ohne professionelle Statik angelegt werden. Der nun gemeldete Unfall mit Dutzenden Toten und Verletzten verdeutlicht, wie hoch das Risiko für die Arbeiter ist, die unter extremen Bedingungen versuchen, mit Goldfunden ihre Familien zu versorgen.

Krieg, Milizkontrolle und fehlende staatliche Aufsicht

Die Region West-Kordofan wird von der paramilitärischen Miliz Rapid Support Forces kontrolliert, während im Sudan seit April 2023 Krieg zwischen der RSF und der Armee herrscht. In einem solchen Umfeld ist eine verlässliche staatliche Bergaufsicht kaum möglich. Der Zugang für spezialisierte Rettungskräfte, schwere Maschinen und medizinische Teams wird durch die militärische Lage erschwert. Gleichzeitig sind Rohstoffe wie Gold für bewaffnete Akteure ökonomisch bedeutsam, was zusätzliche Spannungen um Abbaugebiete erzeugt. Die Katastrophe in der Mine zeigt, wie eng die Sicherheitslage im Bergbau und der bewaffnete Konflikt miteinander verknüpft sind.

Humanitäre Dimension und Folgen für die Bevölkerung

Mit Zehntausenden Getöteten und Millionen Vertriebenen hat der Krieg im Sudan bereits eine der schwersten humanitären Krisen weltweit hervorgebracht. Der jetzige Einsturz reiht sich in eine Serie von Unglücken ein, bei denen Zivilisten in wirtschaftlich extrem prekären Situationen zu Schaden kommen. Für die betroffenen Familien bedeutet der Verlust von Angehörigen in der Mine nicht nur Trauer, sondern auch den Wegfall zentraler Einkommensquellen. Zugleich wird deutlich, dass internationale Hilfsorganisationen und lokale Initiativen vor der Herausforderung stehen, in einem Konfliktgebiet gleichzeitig akute Notfallhilfe zu leisten und langfristig sicherere Arbeitsbedingungen zu fördern.

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