Schuleinsturz in Peshawar: 34 Schüler und Lehrerin tot
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 13:15 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFolgen für Familien und Ermittler
- Die Polizei nahm den Eigentümer der dreistöckigen Schule fest und leitete Ermittlungen ein.
- Mehr als 50 Verletzte kamen zur Behandlung in ein städtisches Krankenhaus.
- Die Rettungsarbeiten waren gegen Mittag weitgehend beendet, vermisst wurde niemand mehr.
Schuleinsturz in Peshawar fordert 35 Todesopfer
Beim Einsturz des Daches einer Schule in Peshawar im Nordwesten Pakistans sind mindestens 34 Schüler und eine Lehrerin ums Leben gekommen. Mehr als 50 Menschen wurden teils schwer verletzt in ein städtisches Krankenhaus gebracht.
Kinder in Klassenzimmern eingeschlossen
Das Unglück ereignete sich am frühen Morgen, als Kinder bis zwölf Jahre in ihren Klassenzimmern waren. Nach Angaben des Rettungsdienstes trafen herabstürzende Stahlstangen mehrere Kinder; einige befanden sich in kritischem Zustand.
Unter den mehr als zwei Dutzend Toten waren nach Behördenangaben sechs Mädchen. Ein Vater sagte einem pakistanischen Fernsehsender, er habe bei dem Unglück zwei Kinder verloren.
Enge Gassen behindern Rettung
Die Schule liegt in einem dicht besiedelten Wohnviertel mit engen Straßen. Dutzende Rettungskräfte suchten stundenlang nach eingeschlossenen Kindern und wurden von Freiwilligen unterstützt.
Gegen Mittag waren die Rettungsarbeiten weitgehend abgeschlossen, lediglich Aufräumarbeiten dauerten noch an. Nach Angaben der Behörden wurde niemand mehr vermisst.
Eigentümer festgenommen
Das eingestürzte Gebäude hatte laut Polizei drei Etagen. Der Eigentümer der Schule wurde festgenommen; die Ursache des Einsturzes war zunächst unklar.
Pakistans Vize-Premierminister und Außenminister Ishaq Dar sprach den Hinterbliebenen sein Beileid aus und forderte verbesserte Sicherheitsstandards an Schulen. Die Versorgung der Opfer habe oberste Priorität.
Gebäudeeinstürze wiederholt tödlich
In Pakistan kommt es immer wieder zu Gebäudeeinstürzen. Als Ursachen gelten häufig Mängel bei Sicherheitsstandards und der Einsatz minderwertiger Baumaterialien.
Erst im Juni starben in Lahore mehr als ein Dutzend Kinder, als das Dach eines privaten Nachhilfeinstituts einstürzte. Teile des Gebäudes befanden sich Berichten zufolge damals noch im Bau.
Der Einsturz ereignet sich in Peshawar, der Hauptstadt der pakistanischen Provinz Khyber Pakhtunkhwa. Die Stadt liegt in einer Region, in der viele Gebäude dicht an dicht stehen und Rettungseinsätze durch enge Straßen erschwert werden.
Der Fall verweist zugleich auf ein wiederkehrendes Sicherheitsproblem in Pakistan. Bei Gebäudeeinstürzen spielen nach Angaben aus der Meldung häufig unzureichende Sicherheitsstandards und minderwertige Baumaterialien eine Rolle. Dass der Eigentümer der Schule festgenommen wurde und Ermittlungen laufen, richtet den Blick deshalb nicht nur auf die unmittelbare Unglücksursache, sondern auch auf Genehmigungen, Bauaufsicht und die Verantwortung für den Zustand des dreistöckigen Gebäudes.
Schulsicherheit im Fokus
Für die betroffenen Familien steht zunächst die medizinische Versorgung der Verletzten im Mittelpunkt. Mehr als 50 Menschen wurden in ein Krankenhaus gebracht, mehrere Kinder schweben in kritischem Zustand. Die Zahl der Todesopfer kann damit weiter steigen.
Politisch erhöht das Unglück den Druck, Sicherheitsvorgaben für Schulen wirksamer durchzusetzen. Der Verweis auf einen weiteren tödlichen Dacheinsturz in Lahore im Juni zeigt, dass die Debatte über Kontrollen und Baumängel nicht auf einen einzelnen Vorfall begrenzt ist. Für Eltern und Schüler bedeutet der Fall vor allem, dass bauliche Sicherheit im Schulbetrieb überprüft und Verantwortlichkeit nachvollziehbar geklärt werden muss.
