Schulgewalt, Schweden

Schulangriff in Fagersta: Ermittlungen gegen 15-Jährige wegen Mordvorbereitung ausgeweitet

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 11:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Nach dem tödlichen Schwert-Angriff an einer Schule im schwedischen Fagersta weitet die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aus. Nun steht auch ein 15-jähriges Mädchen wegen möglicher Vorbereitung eines Mordes im Fokus.

Schweden stand nach dem Angriff unter Schock: Die Menschen in Fagersta gedachten der Opfer. (Archivbild) - Bild: Magnus Lejhall/TT News Agency/AP/dpa
Schweden stand nach dem Angriff unter Schock: Die Menschen in Fagersta gedachten der Opfer. (Archivbild) - Bild: Magnus Lejhall/TT News Agency/AP/dpa

Nach einem tödlichen Schwert-Angriff an einer Schule in der schwedischen Stadt Fagersta ermittelt die Staatsanwaltschaft nun auch gegen ein 15-jähriges Mädchen wegen des Verdachts auf Vorbereitung zum Mord.

Verdacht: Vorbereitung eines Tötungsdelikts

Die Ermittler werfen der Jugendlichen vor, sich in derselben Online-Umgebung aufgehalten zu haben wie der Mann, der wegen Verdachts auf Mord und versuchten Mord im Zusammenhang mit der Attacke in Untersuchungshaft sitzt. In den Untersuchungen zu dem Angriff seien umfangreiche Chatverläufe entdeckt worden, an denen mehrere junge Menschen beteiligt gewesen seien. Aus diesen digitalen Spuren ergab sich demnach der Anfangsverdacht gegen das Mädchen.

Durchsuchung und Inobhutnahme

Die Polizei hat die Wohnanschrift der 15-Jährigen durchsucht und Gegenstände beschlagnahmt, die nun ausgewertet werden. Anschließend wurde das Mädchen vom zuständigen Sozialdienst in Obhut genommen, wie der verantwortliche Staatsanwalt Adolf Oleszkiewicz mitteilte. Die Jugendliche wird nicht verdächtigt, unmittelbar an dem Angriff in der Schule beteiligt gewesen zu sein, bleibt aber Gegenstand der Ermittlungen wegen möglicher Vorbereitungshandlungen.

Hintergrund: Schwert-Angriff auf Schülerin

Der mutmaßliche Täter, ein 18 Jahre alter Mann, sitzt seit der Attacke vor drei Wochen in Untersuchungshaft. Er soll an der Schule in Fagersta nordwestlich von Stockholm eine 17-jährige Schülerin erstochen haben. Zudem werden ihm Angriffe auf drei weitere Schüler im Alter zwischen 12 und 17 Jahren zur Last gelegt, von denen zwei schwer verletzt wurden.

Unklarer Tatgrund

Das Motiv des Angriffs ist nach Angaben der Behörden weiterhin unklar. Die Ermittlungen konzentrieren sich neben der Auswertung von Spuren am Tatort und Zeugenaussagen nun auch auf digitale Kommunikationskanäle und mögliche Unterstützer oder Mitwisser. Die Ausweitung der Ermittlungen auf das 15-jährige Mädchen unterstreicht, dass die Strafverfolgungsbehörden auch potenzielle Vorbereitungshandlungen im Umfeld der Tat in den Blick nehmen.

Angriff in Fagersta schockiert Schweden

Der tödliche Angriff an der Schule in Fagersta reiht sich in eine Serie schwerer Gewalttaten an Bildungseinrichtungen in Schweden ein. In den vergangenen Jahren gab es mehrere Fälle, in denen junge Täter mit Messern oder anderen Waffen gegen Mitschüler oder Schulpersonal vorgingen. Der Schwert-Angriff, bei dem eine 17-Jährige getötet und weitere Kinder und Jugendliche verletzt wurden, hat die Debatte über Sicherheit an Schulen und den Umgang mit gewaltbereiten Jugendlichen neu entfacht.

Die Festnahme des 18-jährigen Tatverdächtigen und seine Untersuchungshaft zeigen, dass die Ermittlungsbehörden den Fall als schwerwiegende Gewalttat mit möglichem Vorsatz einstufen. Zugleich rückt der Fall die Frage nach der psychischen Verfassung junger Täter, ihrer sozialen Einbindung und der Rolle von Familie, Schule und Jugendhilfe in den Fokus. In Schweden wird immer wieder diskutiert, wie früh Warnsignale erkannt und pädagogische oder therapeutische Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können, bevor es zu Eskalationen kommt.

Online-Umfelder als Risikofaktor

Mit den neuen Ermittlungen gegen die 15-Jährige wegen des Verdachts der Vorbereitung eines Mordes rückt die digitale Ebene des Geschehens stärker ins Zentrum. Die Staatsanwaltschaft berichtet von umfangreichen Chatverläufen, in denen mehrere junge Menschen involviert waren. Dies verweist auf Online-Umgebungen, in denen Gewaltfantasien geteilt, Taten glorifiziert oder konkrete Angriffe diskutiert werden. Sicherheitsbehörden stehen vor der Herausforderung, solche digitalen Räume rechtzeitig zu erkennen, ohne die Kommunikationsfreiheit junger Menschen pauschal zu beschneiden.

Für die Leserinnen und Leser ist der Fall auch deshalb bedeutsam, weil er zeigt, wie eng physische Gewalt und digitale Kommunikation heute miteinander verknüpft sind. Die Inobhutnahme des Mädchens durch den Sozialdienst verweist darauf, dass strafrechtliche Prüfung und jugendhilferechtliche Fürsorge parallel greifen können. Künftige Entscheidungen der schwedischen Justiz – etwa zur Anklage gegen den 18-Jährigen und zum weiteren Umgang mit der 15-Jährigen – werden voraussichtlich Einfluss auf die politische Debatte über Prävention, Strafmündigkeit und den Umgang mit gefährlichen Online-Gruppen haben.

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