Mexiko: Stellvertretende Schulleiterin bei Angriff in Torreón getötet
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 20:47 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBei einem Angriff mit Stichwaffen und Macheten auf eine Schule in der Gemeinde Ejido La Unión bei Torreón im mexikanischen Bundesstaat Coahuila ist die stellvertretende Schulleiterin getötet worden.
Zwei frühere Schüler festgenommen
Nach Angaben der mexikanischen Sicherheitsbehörde wurden mindestens drei weitere Menschen verletzt. Die beiden mutmaßlichen Täter, 18-jährige Brüder und ehemalige Schüler der Schule, wurden festgenommen.
Generalstaatsanwalt Federico Fernández bezeichnete den Angriff als brutal. Die beiden Vermummten seien in das Schulgebäude eingedrungen und hätten Vertreter der Schulverwaltung sowie Schüler angegriffen.
Rund 170 Kinder in der Schule
Der Angriff ereignete sich am Morgen Ortszeit, als eine Lehrerin die Schule betrat. Ein Schulbeamter sagte, zu diesem Zeitpunkt hätten sich rund 170 Schülerinnen und Schüler auf dem Gelände befunden.
Augenzeugen berichteten außerdem vom Einsatz von Knallkörpern oder Molotowcocktails. Mindestens ein Schüler soll zu den Verletzten zählen. Die Polizei nahm Ermittlungen zu den Hintergründen auf.
Sicherheitskontrollen an Schulen
Angriffe an Schulen waren in Mexiko bis vor einigen Jahren selten. In jüngerer Vergangenheit kam es jedoch zu mehreren tödlichen Vorfällen. An vielen Schulen werden deshalb Schulranzen vor dem Betreten kontrolliert oder ausschließlich durchsichtige Taschen zugelassen.
Schulen als besonders geschützte Orte
Der Angriff in Ejido La Unión trifft eine Schule mit rund 170 Kindern und Jugendlichen. Dass die mutmaßlichen Täter früher selbst dort Schüler gewesen sein sollen, verleiht dem Fall eine besondere Nähe zur betroffenen Schulgemeinschaft. Die Ermittlungen müssen nun klären, welches Motiv hinter der Tat stand und ob der Angriff gezielt gegen die Schulleitung, einzelne Schüler oder die Einrichtung als solche gerichtet war.
Sicherheitsmaßnahmen im Alltag
Die in der Meldung beschriebenen Kontrollen von Schulranzen und die Verwendung transparenter Taschen zeigen, dass Schulen in Mexiko vielerorts bereits auf ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis reagieren. Solche Maßnahmen können das Einschleusen von Waffen erschweren, lösen aber weder Konflikte innerhalb von Schulgemeinschaften noch die Frage nach der Betreuung gefährdeter Jugendlicher.
Folgen für die Region
Für die Angehörigen der getöteten stellvertretenden Schulleiterin und die Verletzten steht zunächst die medizinische und psychologische Versorgung im Mittelpunkt. Zugleich dürfte der Fall in Coahuila den Druck auf Behörden und Schulen erhöhen, Zugangsschutz, Notfallpläne und die Zusammenarbeit mit Polizei und Jugendhilfe zu überprüfen. Aussagen zum Motiv oder zu möglichen weiteren Hintergründen sind erst nach Abschluss der Ermittlungen möglich.
