Hurrikan Polo trifft Mexiko zweimal auf Land – Tote und Vermisste
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 16:56 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer Hurrikan «Polo» hat die mexikanische Halbinsel Niederkalifornien erreicht und zieht weiter auf die Küste des Bundesstaates Sonora zu.
Erster Landgang ohne größere Schäden
Nach Angaben des Gouverneurs von Baja California Sur, Víctor Castro, wurden dort bislang keine Todesopfer gemeldet. Der Zivilschutz berichtete von Überschwemmungen und umgestürzten Bäumen, aber keinen größeren Schäden.
Teilweise fiel der Strom aus. Der Versorger CFE teilte mit, rund 21.000 Kunden seien betroffen gewesen.
Sturm erreicht Kategorie zwei
«Polo» traf gegen Mitternacht Ortszeit nahe dem Ort Las Barrancas erstmals auf Land. Nach Angaben des mexikanischen Wetterdienstes Conagua erreichten die anhaltenden Windgeschwindigkeiten rund 175 Kilometer pro Stunde; der Sturm wurde dabei als Hurrikan der Kategorie zwei von fünf eingestuft.
Zweiter Landgang bei Guaymas erwartet
Der Hurrikan soll ostwärts über den Golf von Kalifornien weiterziehen und im Nordwesten Mexikos erneut die Küste erreichen. Die Leiterin der nationalen Zivilschutzbehörde, Laura Velázquez, erwartete den zweiten Landgang am Dienstagmorgen Ortszeit nahe der Stadt Guaymas als Hurrikan der Kategorie eins.
Die Behörden hatten die Bevölkerung in Baja California Sur wegen lebensbedrohlicher Winde, Sturzfluten und heftiger Regenfälle zur Vorsicht und zur Befolgung der Anweisungen des Zivilschutzes aufgerufen. Präsidentin Claudia Sheinbaum sagte, die Bevölkerung habe bemerkenswert reagiert.
Tote und Vermisste vor dem Landgang
Bereits zuvor hatte «Polo» im westmexikanischen Bundesstaat Jalisco schwere Schäden verursacht. Nach Angaben des örtlichen Zivilschutzes starben mindestens zwei Menschen; drei weitere wurden nach starken Regenfällen und Erdrutschen vermisst.
Der Sturm hatte sich vor der mexikanischen Pazifikküste zeitweise bis zur höchsten Kategorie fünf verstärkt. Für Teile von Baja California Sur und Sonora wurden wegen der erwarteten Regenmengen weitere Überschwemmungen und Sturzfluten vorhergesagt.
Weitere Stürme im Pazifik
Der vorbeiziehende Hurrikan «Nolo» sorgte am Wochenende teilweise für Überschwemmungen auf Hawaii. Am Montag wurde er als Hurrikan der Kategorie vier eingestuft; ein Landgang auf den Hauptinseln wurde nicht erwartet.
Vor der südmexikanischen Pazifikküste bildete sich zudem der Tropensturm «Rachel». Nach Angaben des US-Hurrikanzentrums sollte er weiter an Stärke gewinnen, am Mittwoch Hurrikanstärke erreichen und entlang der Küste über dem Meer ziehen.
Mehrfachgefahr durch Regen und Sturm
Der Fall zeigt, dass die Gefahren eines Hurrikans nicht auf den eigentlichen Landgang begrenzt sind. In Jalisco führten bereits die vorausgehenden Regenfälle und Erdrutsche zu Todesopfern und Vermissten. Für Baja California Sur und Sonora blieb deshalb neben dem Wind auch die Gefahr von Sturzfluten entscheidend.
Die zweimalige Annäherung an Land erhöht die Anforderungen an den Katastrophenschutz. Während der erste Landgang auf der Halbinsel Niederkalifornien nach den vorliegenden Angaben keine größeren Schäden verursachte, musste die Bevölkerung zugleich auf den weiteren Zug über den Golf von Kalifornien und den zweiten Landgang vorbereitet werden. Stromausfälle und lokale Überschwemmungen können die Versorgung und die Kommunikation zusätzlich erschweren.
Ungewöhnliche Pazifik-Saison
In den größeren Zusammenhang fügt sich eine auffällige Verteilung der tropischen Wirbelstürme ein: Im Pazifik haben sich in diesem Jahr bereits mehrere Hurrikane gebildet, darunter drei der höchsten Kategorie, während im Atlantik bislang kein Hurrikan verzeichnet wurde. Die Meldung führt diese Entwicklung auf das starke Klimaphänomen El Niño zurück. Für Menschen in den betroffenen Küstenregionen bedeutet das bis zum Ende der Hurrikansaison am 1. November eine anhaltende Belastung durch weitere Sturm- und Regenereignisse.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
DER SPIEGEL: „Stürme an der Pazifikküste: Hurrikan »Polo« trifft in Mexiko auf Land – Warnung vor Lebensgefahr“ (29.09.2026)
Der Bericht bestätige den Landgang von „Polo“ in Mexiko und stelle die Warnung vor lebensbedrohlichen Bedingungen in den Mittelpunkt. Damit setze er einen anderen Schwerpunkt als die dpa-Meldung, die zusätzlich den geplanten zweiten Landgang, die Schäden und die weiteren Stürme in der Region einordne.
n-tv: „Hurrikan "Polo" sorgt für Todesopfer und Vermisste in Mexiko“ (28.09.2026)
Der Beitrag habe die bereits vor dem Küstenkontakt gemeldeten zwei Todesopfer und drei Vermissten nach Regenfällen und Erdrutschen hervorgehoben. Er beschreibe den Sturm vor dem ersten Landgang als besonders stark und ergänze damit die Vorgeschichte, während die aktuelle Meldung den Verlauf nach dem Landgang und die erwarteten Folgen im Nordwesten Mexikos betone.
Die Berichte stimmten darin überein, dass „Polo“ Mexiko erreiche und die Gefahren durch Sturm und Regen erheblich seien. Unterschiede ergäben sich vor allem aus dem Zeitpunkt der Berichterstattung: Der ältere Beitrag fokussiere die Vorbereitung und die Opfer vor dem Landgang, der jüngere den bereits erfolgten Küstenkontakt; offen bleibe insbesondere das Ausmaß möglicher Schäden beim zweiten Landgang.
