Hurrikan Polo trifft Mexiko zweimal auf Land – Schäden und Stromausfälle
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 21:37 Uhr | dpa, AD HOC NEWSHurrikan „Polo“ ist im Nordwesten Mexikos zweimal auf Land getroffen und hat überflutete Straßen, umgestürzte Bäume sowie Stromausfälle verursacht.
Zwei Landgänge in wenigen Stunden
Zunächst erreichte der Sturm die Halbinsel Niederkalifornien, später zog er über den Golf von Kalifornien nach Osten und traf im Bundesstaat Sonora erneut auf Land. Nach dem doppelten Landgang wurden zunächst keine weiteren Todesopfer gemeldet.
Der mexikanische Wetterdienst Conagua teilte mit, „Polo“ sei am Montag gegen Mitternacht Ortszeit nahe Las Barrancas mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von rund 175 Kilometern pro Stunde auf Land getroffen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Hurrikan Kategorie 2 von 5.
Stromausfälle in Sonora
Am Dienstagmorgen erreichte der Wirbelsturm nahe Guaymas den Bundesstaat Sonora. Dort wurde er mit Windgeschwindigkeiten von 120 Kilometern pro Stunde als Hurrikan der Kategorie 1 eingestuft.
In Baja California Sur war die Bevölkerung wegen lebensbedrohlicher Winde, Sturzfluten und heftiger Regenfälle aufgefordert worden, sich in Sicherheit zu bringen und den Anweisungen des Zivilschutzes zu folgen. In Sonora kam es ebenfalls zu starken Regenfällen.
Zehntausende Kunden ohne Strom
Der Stromversorger CFE meldete teilweise Stromausfälle. Rund 21.000 Kunden waren demnach betroffen. Präsidentin Claudia Sheinbaum sagte, die Bevölkerung habe bemerkenswert reagiert.
Tote und Vermisste in Jalisco
Bereits vor dem Landgang hatte „Polo“ im westmexikanischen Bundesstaat Jalisco schwere Schäden verursacht. Nach Angaben des örtlichen Zivilschutzes starben mindestens zwei Menschen; drei weitere wurden nach starken Regenfällen und Erdrutschen vermisst.
Der Sturm hatte sich vor der mexikanischen Pazifikküste zeitweise bis zur höchsten Kategorie 5 verstärkt.
Weitere Stürme im Pazifik
Der Hurrikan „Nolo“ verursachte am Wochenende teilweise Überschwemmungen auf Hawaii. Am Dienstagnachmittag Ortszeit war er Kategorie 2 und befand sich nahe dem Papah?naumoku?kea Marine National Monument nordwestlich der hawaiianischen Hauptinseln. Ein Landgang auf den Hauptinseln wurde nach der Prognose nicht erwartet.
Vor der südmexikanischen Pazifikküste bildete sich zudem der Tropensturm „Rachel“. Nach Angaben des US-Hurrikanzentrums NHC sollte er weiter an Stärke gewinnen, am frühen Mittwoch Hurrikanstärke erreichen und entlang der Küste über das Meer ziehen.
Ungewöhnliche Hurrikansaison
Das starke Klimaphänomen El Niño sorgt in diesem Jahr für eine ungewöhnliche Hurrikansaison. Im Pazifik bildeten sich bereits neun Hurrikane, drei davon der höchsten Kategorie 5; im Atlantik entwickelte sich bislang kein Hurrikan. Die Hurrikansaison endet am 1. November.
Mehrere Gefahren gleichzeitig
Der doppelte Landgang von „Polo“ zeigt, wie rasch sich die Gefahrenlage bei einem pazifischen Wirbelsturm verändern kann. Auf der Halbinsel Baja California und in Sonora standen zunächst Wind, Starkregen und Sturzfluten im Mittelpunkt. Für die Bevölkerung bedeutet das auch nach dem Landgang ein erhöhtes Risiko, weil überflutete Straßen, umgestürzte Bäume und beschädigte Stromleitungen Rettungsarbeiten erschweren können.
Besonders schwer wog die Lage bereits vor dem Erreichen der Küste in Jalisco. Zwei Todesopfer und drei Vermisste nach Regenfällen und Erdrutschen verdeutlichen, dass nicht nur die unmittelbare Windstärke, sondern auch lang anhaltender Niederschlag und instabile Hänge die größte Gefahr darstellen. In betroffenen Regionen können Stromausfälle zudem die Kommunikation, Wasserversorgung und medizinische Hilfe beeinträchtigen.
Ungewöhnlich aktive Pazifik-Saison
Die gleichzeitige Beobachtung von „Nolo“ nahe Hawaii und des Tropensturms „Rachel“ vor Mexiko erhöht den organisatorischen Druck auf Katastrophenschutz und Wetterdienste. Einsatzkräfte müssen Warnungen, Evakuierungen und die Versorgung betroffener Orte parallel koordinieren. Für Reisende und Anwohner bleiben deshalb amtliche Warnungen, gesperrte Straßen und Hinweise des Zivilschutzes entscheidend.
Die dpa-Meldung ordnet die Entwicklung in eine ungewöhnliche Hurrikansaison ein: Im Pazifik haben sich bereits neun Hurrikane gebildet, drei davon der höchsten Kategorie 5, während im Atlantik bislang kein Hurrikan registriert wurde. Als möglicher übergeordneter Einfluss wird das starke Klimaphänomen El Niño genannt. Die Saison dauert offiziell bis zum 1. November, sodass weitere Sturmereignisse möglich bleiben.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
DER SPIEGEL: „Stürme an der Pazifikküste: Hurrikan »Polo« trifft in Mexiko auf Land – Warnung vor Lebensgefahr“ (29.09.2026)
Der Bericht bestätige den Landgang von „Polo“ in Mexiko und stelle die Warnung vor lebensbedrohlichen Bedingungen in den Mittelpunkt. Anders als die dpa-Meldung, die den zweifachen Landgang sowie die Schäden in mehreren Bundesstaaten ausführlich beschreibe, konzentriere sich der kurze Beitrag auf die akute Gefahrenlage; weitere Folgen blieben darin offen.
n-tv: „Hurrikan "Polo" sorgt für Todesopfer und Vermisste in Mexiko“ (28.09.2026)
Der Beitrag habe vor dem Landgang über mindestens zwei Tote und drei Vermisste in Jalisco berichtet und die damalige Stärke des Hurrikans hervorgehoben. Damit bestätige er die Vorgeschichte der dpa-Meldung, setze den Schwerpunkt jedoch auf die Opfer und die Vorbereitung auf den Sturm, während der spätere doppelte Landgang dort noch nicht enthalten sei.
Beide Beiträge stimmten darin überein, dass „Polo“ Mexiko mit erheblicher Gefährdung durch Wind und Regen erreicht habe. Unterschiede ergäben sich vor allem beim zeitlichen Schwerpunkt: Der SPIEGEL fokussiere den Landgang, n-tv die Lage unmittelbar davor; das Ausmaß der Schäden nach dem zweiten Landgang bleibe in den Pressespiegel-Beiträgen offen.
