Hurrikan Polo trifft Mexiko zweimal auf Land – zwei Tote und Vermisste
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 16:46 Uhr | dpa, AD HOC NEWSHurrikan „Polo“ hat die mexikanische Halbinsel Baja California erreicht und zieht nun auf die Küste des Bundesstaates Sonora zu.
Erster Landgang ohne größere Schäden
Im Bundesstaat Baja California Sur wurden nach Angaben von Gouverneur Víctor Castro zunächst keine Todesopfer gemeldet. Der Sturm verursachte Überschwemmungen und umstürzende Bäume, aber keine größeren Schäden; teilweise fiel der Strom aus. Der Versorger CFE teilte mit, rund 21.000 Kunden seien betroffen gewesen.
„Polo“ traf gegen Mitternacht Ortszeit nahe dem Ort Las Barrancas erstmals auf Land. Nach Angaben des mexikanischen Wetterdienstes Conagua erreichten die anhaltenden Windgeschwindigkeiten rund 175 Kilometer pro Stunde. Der Hurrikan wurde dabei in die Kategorie 2 von 5 eingestuft.
Zweiter Landgang in Sonora erwartet
Der Sturm soll ostwärts über den Golf von Kalifornien weiterziehen und im Nordwesten Mexikos ein zweites Mal auf die Küste treffen. Die Leiterin der nationalen Zivilschutzbehörde, Laura Velázquez, erwartete den Landgang am Dienstagmorgen Ortszeit nahe der Stadt Guaymas als Hurrikan der Stärke 1.
Wegen lebensbedrohlicher Winde, Sturzfluten und heftiger Regenfälle hatten die Behörden die Bevölkerung in Baja California Sur zur Vorsicht und zur Befolgung der Anweisungen des Zivilschutzes aufgerufen. Präsidentin Claudia Sheinbaum sagte, die Bevölkerung habe bemerkenswert reagiert.
Tote und Vermisste vor dem Landgang
Bereits vor dem ersten Landgang hatte „Polo“ im westmexikanischen Bundesstaat Jalisco schwere Schäden verursacht. Nach Angaben des örtlichen Zivilschutzes starben mindestens zwei Menschen; drei weitere wurden nach starken Regenfällen und Erdrutschen vermisst.
Der Sturm hatte sich vor der mexikanischen Pazifikküste zeitweise bis zur höchsten Kategorie 5 verstärkt. Für Teile von Baja California Sur und Sonora wurden wegen der erwarteten Regenmengen weitere Überschwemmungen und Sturzfluten vorhergesagt.
Weitere Stürme im Pazifik
Der vorbeiziehende Hurrikan „Nolo“ sorgte am Wochenende teilweise für Überschwemmungen auf Hawaii. Am Montag wurde er als Hurrikan der Kategorie 4 eingestuft; ein Landgang auf den hawaiianischen Hauptinseln wurde nicht erwartet.
Vor der südmexikanischen Pazifikküste bildete sich zudem der Tropensturm „Rachel“. Nach Angaben des Nationalen Hurrikanzentrums sollte er weiter an Stärke gewinnen, am Mittwoch Hurrikanstärke erreichen und entlang der Küste über dem Meer ziehen.
Das Klimaphänomen El Niño sorgt in diesem Jahr für eine ungewöhnliche Hurrikansaison. Während sich im Pazifik bereits neun Hurrikane gebildet haben, darunter drei der höchsten Kategorie 5, entwickelte sich im Atlantik bislang kein Hurrikan. Die Hurrikansaison endet am 1. November.
Mehrere Gefahren gleichzeitig
Der erste Landgang von „Polo“ verlief in Baja California Sur nach den Angaben der mexikanischen Behörden ohne größere Schäden, doch die Gefahr war damit nicht beendet. Der Hurrikan sollte über den Golf von Kalifornien weiterziehen und bei Guaymas im Bundesstaat Sonora erneut auf Land treffen. Für die Bevölkerung bedeuteten dabei nicht nur die Windgeschwindigkeit, sondern vor allem Sturzfluten, Überschwemmungen und Erdrutsche ein erhebliches Risiko.
Die bereits gemeldeten zwei Todesopfer und drei Vermissten im Bundesstaat Jalisco zeigen, dass die Folgen eines Tropensturms oft vor dem eigentlichen Landgang eintreten. Starkregen kann Flüsse und Straßen überlasten, während Erdrutsche Verkehrswege abschneiden und abgelegene Orte von Hilfe erreichen. Die Stromausfälle in Baja California Sur verdeutlichen zudem, dass auch ein vergleichsweise glimpflicher Verlauf die kritische Infrastruktur belastet.
Ungewöhnliche Pazifik-Saison
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Einordnung in eine sehr aktive Hurrikansaison im Pazifik. Nach der dpa-Meldung haben sich dort bereits neun Hurrikane gebildet, darunter drei der höchsten Kategorie 5. Parallel entwickelte sich vor der südmexikanischen Küste mit „Rachel“ ein weiterer Tropensturm. Für Reisende und Bewohner entlang der Küsten bleibt deshalb entscheidend, Warnungen, Evakuierungsanweisungen und Hinweise zu überschwemmten Straßen zu beachten.
