Deutschland, Gesundheit

Warum wir frieren – und was gegen das Frösteln hilft

12.01.2026 - 06:00:05 | dpa.de

Fäuste ballen, Schultern hochziehen und trotzdem bibbern? Wie unser Körper auf Kälte reagiert – und wie man das Frösteln ein Stück weit verhindern kann.

  • Dass wir frieren, hat mit verschiedenen Faktoren zu tun – darunter unserer Muskelmasse und unserem Nervensystem. - Foto: Sven Hoppe/dpa
    Dass wir frieren, hat mit verschiedenen Faktoren zu tun – darunter unserer Muskelmasse und unserem Nervensystem. - Foto: Sven Hoppe/dpa
  • In diesen Tagen keine Seltenheit: klamme Zehen und Finger. - Foto: Marijan Murat/dpa
    In diesen Tagen keine Seltenheit: klamme Zehen und Finger. - Foto: Marijan Murat/dpa
  • Sport hilft – auch gegen das Frieren. - Foto: Britta Pedersen/dpa
    Sport hilft – auch gegen das Frieren. - Foto: Britta Pedersen/dpa
Dass wir frieren, hat mit verschiedenen Faktoren zu tun – darunter unserer Muskelmasse und unserem Nervensystem. - Foto: Sven Hoppe/dpa In diesen Tagen keine Seltenheit: klamme Zehen und Finger. - Foto: Marijan Murat/dpa Sport hilft – auch gegen das Frieren. - Foto: Britta Pedersen/dpa

Heute schon gefröstelt? Ob beim Warten auf den Bus oder dem Spaziergang durch den Park: Wer dieser Tage in Deutschland unterwegs ist, kann dem Gefühl kaum entgehen. Aber was passiert beim Frieren eigentlich im Körper? «Wenn man in eine kältere Umgebung kommt, nimmt man ganz unbewusst eine Kauerhaltung ein. Man verkleinert die Oberfläche und verringert die Wärmeabstrahlung», erklärt Thomas Korff, Experte für Herz- und Kreislaufphysiologie von der Universität Heidelberg. Man stelle etwa die Beine enger zusammen, balle gegebenenfalls die Fäuste, halte die Hände enger am Körper und neige den Kopf.

Der Sympathikus – also «der Teil unseres Nervensystems, der uns aktiv hält» – werde aktiviert. Das hat mehrere Reaktionen zur Folge. «Wir produzieren mehr Energie. In der Regel erhöht sich auch der Muskeltonus, was auch ohne aktive Bewegung bereits dazu führt, dass wir mehr Wärmeenergie produzieren», erklärt Korff.

«Dann kommt es dazu, dass sich insbesondere die peripheren Blutgefäße zusammenziehen, sodass also beispielsweise die Hautdurchblutung abnimmt.» Wenn temperatursensible Nerven, etwa in der Haut unserer Zehen und Fingern nicht mehr in normalem Maße von warmem Blut umflossen würden, reagierten sie auf den Temperaturabfall und signalisierten: «Oh, es wird kalt.»

Wer wie schnell friert – und wer kaum

Die Reaktionen setzen Korff zufolge bei Frauen oft etwas früher ein. Männer produzierten im Schnitt mehr Wärmeenergie. «Das liegt unter anderem an der größeren Muskelmasse und auch etwas geringeren Wärmeabstrahlung.» 

Auch ältere Leute frieren schneller. «Die Abnahme der Muskelmasse führt zum geringeren Grundumsatz und zu weniger Wärmeproduktion - und die Anpassungsfähigkeit ist bei älteren Menschen auch geringer, sodass bei Raumtemperaturen, wo sich junge Leute noch wohlfühlen, die älteren Herrschaften schon anfangen, wirklich zu frieren.»

Kinder hingegen sind – abgesehen von Babys – oft relativ unempfindlich bei Kälte. «Ältere Kinder und Jugendliche haben im Gegensatz zu Erwachsenen tatsächlich einen relativ höheren Grundumsatz» – sowohl Mädchen als auch Jungen, erklärt Korff. «Das heißt, die produzieren mehr Energie und in der Regel bewegen sie sich auch mehr.» Eltern sähen ihren Kindern oft beim Schlittenfahren zu und wunderten sich, dass ihre Kinder nicht frieren. «Wenn die Eltern sich allerdings im gleichen Maße bewegen würden, also zum Beispiel den Berg hochlaufen, dann würden denen auch nicht kalt werden.» Zudem erlebten Kinder, wenn sie Spaß hätten, Dinge intensiver und nähmen durch die Ablenkung Kältesignale anders als Erwachsene oder gar nicht wahr. 

Nicht jeder empfindet Kälte gleich – aber Training ist möglich

«Das Wärmeempfinden ist individuell unterschiedlich», ergänzt Korff. Das habe mit Wärmerezeptoren zu tun, aber eben auch mit Anpassung. «Am Anfang, wenn der Winter kommt, empfindet man selbst Temperaturen von vier Grad schon als kalt, während man das später gar nicht mehr als schlimm empfindet.»

Wenn man sich Kälte aussetze, etwa durch kaltes Duschen, könne der Körper damit umgehen. Und: «Grundsätzlich kann man sagen: Je mehr Sport man macht, umso kälteresistenter wird man einfach durch die größere Muskelmasse.»

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | unterhaltung | 68479530 |

Weitere Meldungen

Deutsche Passagiere müssen lange Quarantäne durchstehen Gut einen Monat nach dem Ausbruch des Hantavirus auf einem Kreuzfahrtschiff hält sich die Zahl nachweislich Infizierter weiter in engen Grenzen. (Unterhaltung, 12.05.2026 - 05:00) weiterlesen...

Seltene Vietnamesische Fasane werden in Vietnam ausgewildert. In Vietnam gilt er als ausgestorben - auch als Folge des Krieges. Zoo-Tiere aus Deutschland helfen nun für sein Comeback. Der Vietnamesische Fasan gehört zu den seltensten Vogelarten der Welt. (Wissenschaft, 11.05.2026 - 12:44) weiterlesen...

Trotz Gerüchten im Netz: Bluetooth-Kopfhörer unbedenklich. In sozialen Netzwerken wird behauptet, die Übertragung durch Bluetooth mache krank. Wissenschaftliche Belege dafür gibt es nicht. Kabellose Kopfhörer gehören für viele beim Sport oder im Alltag dazu. (Wissenschaft, 11.05.2026 - 06:00) weiterlesen...

Hantavirus: Vier Schiffspassagiere nach Deutschland gebracht. Sie sollen in Quarantäne kommen. Nun ist das Schiff auf dem Weg von Teneriffa in die Niederlande. Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf der «Hondius» sind vier deutsche Passagiere ausgeflogen worden. (Unterhaltung, 11.05.2026 - 04:42) weiterlesen...

Deutsche «Hondius»-Passagiere auf dem Weg nach Frankfurt. Dort folgt die Weiterreise in die Quarantäne. Vier deutsche Passagiere der «Hondius» werden nach dem Hantavirus-Ausbruch per Sondertransport nach Frankfurt gebracht. (Unterhaltung, 10.05.2026 - 23:31) weiterlesen...

Deutsche «Hondius»-Passagiere in Niederlanden gelandet. Sie werden in Spezialtransporten nach Frankfurt gebracht und müssen danach in Quarantäne. Nach dem Hantavirus-Ausbruch sind vier deutsche Passagiere der «Hondius» in den Niederlanden gelandet. (Unterhaltung, 10.05.2026 - 20:32) weiterlesen...