Hessen, Deutschland

Mann ersticht Ehefrau in Kelkheim – Haftrichter prüft U-Haft

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 11:42 Uhr, dpa.de

Auf offener Straße attackiert ein Ehemann im hessischen Kelkheim seine Frau mit einer Stichwaffe. Sie stirbt am Tatort. Ein Zeuge berichtet: «Ich bin um mein Leben gerannt.» Was sagen die Ermittler?

  • Nach der tödlichen Attacke in Kelkheim versorgen Mitarbeiter von Polizei, Rettungsdiensten und Seelsorge die Augenzeugen. - Bild: Mike Seeboth/dpa
    Nach der tödlichen Attacke in Kelkheim versorgen Mitarbeiter von Polizei, Rettungsdiensten und Seelsorge die Augenzeugen. - Bild: Mike Seeboth/dpa
  • Nach der tödlichen Attacke gegen eine Frau in Kelkheim nahe Frankfurt laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. - Bild: Mike Seeboth/dpa
    Nach der tödlichen Attacke gegen eine Frau in Kelkheim nahe Frankfurt laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. - Bild: Mike Seeboth/dpa
  • Nach dem tödlichen Angriff in Kelkheim nimmt am Tatort die Spurensicherung den Boden unter die Lupe.  - Bild: Mike Seeboth/dpa
    Nach dem tödlichen Angriff in Kelkheim nimmt am Tatort die Spurensicherung den Boden unter die Lupe. - Bild: Mike Seeboth/dpa
  • Nach der Bluttat in Kelkheim markieren Ermittler die Spuren am Boden. - Bild: Mike Seeboth/dpa
    Nach der Bluttat in Kelkheim markieren Ermittler die Spuren am Boden. - Bild: Mike Seeboth/dpa
Nach der tödlichen Attacke in Kelkheim versorgen Mitarbeiter von Polizei, Rettungsdiensten und Seelsorge die Augenzeugen. - Bild: Mike Seeboth/dpa Nach der tödlichen Attacke gegen eine Frau in Kelkheim nahe Frankfurt laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. - Bild: Mike Seeboth/dpa Nach dem tödlichen Angriff in Kelkheim nimmt am Tatort die Spurensicherung den Boden unter die Lupe.  - Bild: Mike Seeboth/dpa Nach der Bluttat in Kelkheim markieren Ermittler die Spuren am Boden. - Bild: Mike Seeboth/dpa

Nach der tödlichen Attacke mit einer Stichwaffe gegen seine Ehefrau im hessischen Kelkheim soll der Täter voraussichtlich am späten Nachmittag einem Haftrichter vorgeführt werden. Das teilte die Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur mit.

Der Haftrichter beim Amtsgericht Frankfurt prüft dann, ob der Beschuldigte in Untersuchungshaft kommt. «Weitere Angaben zu den laufenden Ermittlungen können in diesem frühen Verfahrensstadium nicht gemacht werden», ergänzte die Staatsanwaltschaft Frankfurt.

Der Mann hatte nach früheren Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstagabend seine Frau im Freien nahe dem Marktplatz von Kelkheim getötet. Zeugen überwältigten ihn und hielten ihn fest, bis Polizisten ihn festnahmen. Dabei wurde der Angreifer laut Polizei leicht verletzt. 

Die Tat vor vielen Zeugen löste weithin Entsetzen aus. Motiv und Hintergründe waren vorerst unklar. Die Ermittlungen etwa mit Spurensicherung und Zeugenbefragungen liefen auf Hochtouren. Dem Verbrechen war offensichtlich ein Streit vorausgegangen.

«Alles voller Blut»

Ein Augenzeuge berichtete, er sei nur etwa fünf Meter von der Attacke entfernt gewesen. Ein Mann, der womöglich betrunken gewesen sei, habe dem Opfer mit einer Machete in den Hals gestochen: «Alles voller Blut. Ich bin um mein Leben gerannt.» 

Die Frau sei in dieselbe Richtung geflohen und dann - das habe er nicht mehr gesehen - anscheinend kollabiert, sagte der Zeuge, der nur seinen Vornamen Peter nennen wollte. Er habe nur einen einzigen Stich gesehen, dann sei die Attacke schon «vorbei» gewesen, ergänzte der junge Mann.

Die Polizei sprach vorerst allgemein von einer Stichwaffe, nicht von einer Machete. Nach ihren Angaben erlag die attackierte Ehefrau noch am Tatort nahe der Frankfurter Straße ihren Verletzungen. 

Die Umgebung war am Abend belebt. «Dort gibt es verschiedene Lokalitäten. Entsprechend hatten wir dann auch den Publikumsverkehr», sagte ein Polizeisprecher. Seelsorger seien vor Ort gewesen. «Das ist psychisch eine entsprechende Belastung, wenn man so etwas miterleben musste», ergänzte der Sprecher.

Spurensicherung prüft am Boden Zentimeter für Zentimeter

Am Tatort waren zahlreiche Einsatzkräfte. Blaulicht flackerte auf etlichen Fahrzeugen. Rot-weiße Flatterbänder versperrten Passanten den Zugang zum Tatort. Die Spurensicherung untersuchte in weißer Schutzkleidung teils Zentimeter für Zentimeter den Boden. Die Feuerwehr leuchtete den Tatort am späteren Abend hell aus. 

Polizei und Staatsanwaltschaft äußerten sich vorerst nicht zu der Frage, ob es sich bei dem Verbrechen um ein Femizid gehandelt haben könnte. Dieser Begriff wird generell verwendet, wenn Frauen aufgrund ihres Geschlechts gezielt getötet werden - also weil sie Frauen sind. Als häufigste Form gilt hier die Tötung von Frauen durch Partner oder Ex-Partner. Zu Tatmotiven der geschlechtsspezifischen Tötung von Frauen zählen männliches Besitzdenken, Frauenverachtung, sexuelle Frustration, Frauenhass sowie Kontroll- und Dominanzstreben.

Die 28.000-Einwohner-Stadt Kelkheim im Main-Taunus-Kreis liegt rund zehn Kilometer nordwestlich des Frankfurter Stadtteils Unterliederbach.

de | unterhaltung | 69772499 |

Weitere Meldungen

Finale Phase im Klopp-Poker: Daumen hoch der Funktionäre?. Verbandsboss Neuendorf muss intern letzte Überzeugungsarbeit leisten. In welcher Währung zahlt der DFB für Jürgen Klopp? Geld oder Fußball-Liebe? Mit Red-Bull-Chef Mintzlaff hat der DFB gesprochen. (Sport, 15.07.2026 - 13:26) weiterlesen...

Frau in Kelkheim getötet - «Ich bin um mein Leben gerannt». Zeugen berichten von Todesangst. Unter die Trauer mischt sich auch Wut: Schon wieder ist es eine getötete Frau. Eine Frau wird mutmaßlich von ihrem Ehemann mitten in Kelkheim getötet. (Unterhaltung, 15.07.2026 - 13:10) weiterlesen...

Neuendorf informiert DFB-Gremium: Klopp-Entscheidung naht. Jetzt werden die wichtigen DFB-Funktionäre von Verbandschef Neuendorf auf den Stand der Verhandlungen gebracht. Sie müssen einem Bundestrainer-Deal zustimmen. Der Klopp-Poker geht im Eiltempo weiter. (Sport, 15.07.2026 - 10:08) weiterlesen...

Mann tötet Ehefrau in Kelkheim – Haftrichter prüft U-Haft. Sie stirbt. Ein Ehemann attackiert im hessischen Kelkheim auf offener Straße seine Frau mit einer Stichwaffe. (Unterhaltung, 15.07.2026 - 07:16) weiterlesen...

Deutschland darf Millionen für Halbleiterfabriken geben. Deutschland darf vier Anlagen in NRW, Schleswig-Holstein, Hessen und Bayern fördern. Was dort geplant ist. Die EU will die europäische Halbleiter-Industrie stärken. (Wirtschaft, 14.07.2026 - 12:13) weiterlesen...

Weiterer Ebola-Patient in Deutschland - Zustand stabil. Die behandelnde Klinik gibt nur wenige Informationen zu dem Fall. Wieder hat sich ein US-Mediziner im Kongo mit dem gefährlichen Ebola-Virus angesteckt, wieder geht es zur Behandlung nach Deutschland. (Politik, 13.07.2026 - 16:27) weiterlesen...