Hessen, Deutschland

Jurist Sands erhält Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

25.06.2026 - 10:00:19 | dpa.de

Als Menschenrechtsanwalt setzt sich Philippe Sands für die Verteidigung des Völkerrechts ein. Die Auszeichnung wird auf der Frankfurter Buchmesse übergeben.

  • Erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels: der französisch-britische Jurist und Autor Philippe Sands. - Bild: Daniel Karmann/dpa-Pool/dpa
    Erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels: der französisch-britische Jurist und Autor Philippe Sands. - Bild: Daniel Karmann/dpa-Pool/dpa
  • Erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels: der französisch-britische Jurist und Autor Philippe Sands. - Bild: Daniel Karmann/dpa-Pool/dpa
    Erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels: der französisch-britische Jurist und Autor Philippe Sands. - Bild: Daniel Karmann/dpa-Pool/dpa
  • Sands arbeitet am Internationalen Gerichtshof in Den Haag und wirkte an bedeutenden Verfahren des internationalen Rechts mit. - Bild: Samuel Kirszenbaum/Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V./dpa
    Sands arbeitet am Internationalen Gerichtshof in Den Haag und wirkte an bedeutenden Verfahren des internationalen Rechts mit. - Bild: Samuel Kirszenbaum/Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V./dpa
Erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels: der französisch-britische Jurist und Autor Philippe Sands. - Bild: Daniel Karmann/dpa-Pool/dpa Erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels: der französisch-britische Jurist und Autor Philippe Sands. - Bild: Daniel Karmann/dpa-Pool/dpa Sands arbeitet am Internationalen Gerichtshof in Den Haag und wirkte an bedeutenden Verfahren des internationalen Rechts mit. - Bild: Samuel Kirszenbaum/Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V./dpa

Der französisch-britische Jurist und Autor Philippe Sands wird mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt. Er arbeitet als Menschenrechtsanwalt am Internationalen Gerichtshof in Den Haag.

Sands setze sich «für Gerechtigkeit, Frieden und die beharrliche Verteidigung des Völkerrechts ein», sagte Börsenvereins-Vorsteher Sebastian Guggolz, Vorsitzender des Stiftungsrats. «Der Nachkomme von Holocaustüberlebenden zeigt entlang der eigenen Familiengeschichte, wie dieses Recht entstanden ist und welche Erfahrungen hinter den Tatbeständen "Genozid" und "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" stehen.»

25.000 Euro Preisgeld

Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert. Gewürdigt werden damit Persönlichkeiten, die in Literatur, Wissenschaft oder Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen haben.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels - die Berufsorganisation der Verlage und Buchhandlungen - vergibt den Preis seit 1950. Die Ehrung wird traditionell zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse überreicht - in diesem Jahr am 11. Oktober.

Arbeit am Internationalen Strafgerichtshof

Sands wurde 1960 in London geboren. Er ist Professor für Internationales Recht am University College London sowie Gastprofessor an der Harvard Law School. Er arbeitet am Internationalen Gerichtshof in Den Haag und wirkte an bedeutenden Verfahren des internationalen Rechts mit.

Dabei setzte er sich unter anderem für Palästinenser und Rohingya ein. Mit anderen Juristen entwickelte er den Tatbestand des «Ökozids» für Katastrophen durch globale Erderwärmung.

Biografie und Völkerrecht 

Neben der Veröffentlichung juristischer Fachliteratur ist Philippe Sands auch als literarischer Sachbuchautor tätig. Seine Herangehensweise liege «jenseits der üblichen Grenzen zwischen Sachbuch, literarischer Erzählung und Reportage», so der Stiftungsrat: Er verbinde persönliche Lebensgeschichten mit den großen Fragen des Völkerrechts.

In «Rückkehr nach Lemberg» und «Die Rattenlinie» schreibt er gegen das Vergessen an. Zwei Strafverfahren, an denen er am Internationalen Gerichtshof beteiligt war, bilden die Grundlage für «Die letzte Kolonie» und «Die Verschwundenen von Londres 38».

de | unterhaltung | 69622252 |

Weitere Meldungen

Merck kauft US-Laborausrüster für zehn Milliarden Euro. Der Milliardendeal soll Merck im Laborgeschäft mit Pharmakunden und Forschern voranbringen. Der Pharma- und Technologiekonzern stemmt unter seinem neuen Chef Kai Beckmann die nächste Übernahme. (Wirtschaft, 25.06.2026 - 13:52) weiterlesen...

Friedenspreis für Menschenrechtsanwalt. Buchhändler und Verlage ehren im Oktober in Frankfurt einen engagierten Humanisten. Philippe Sands verteidigt in Den Haag das Völkerrecht und will «Ökozid» unter Strafe stellen. (Unterhaltung, 25.06.2026 - 13:07) weiterlesen...

Streit im Übernahmeringen: Commerzbank kontert Unicredit. Doch die zweifelt an den Aussagen der Italiener und spricht erneut von widersprüchlichen Angaben. Die Unicredit hält den Druck auf die Commerzbank hoch. (Wirtschaft, 25.06.2026 - 09:15) weiterlesen...

Gasversorgung gefährdet? Razzien wegen Sabotage-Verdachts. Das mutmaßliche Ziel: Die Gasversorgung in Deutschland stören. Ein Russe steht im Verdacht, 2022 die Liquidierung der deutschen Tochterfirma des russischen Staatskonzerns Gazprom unterstützt zu haben. (Politik, 24.06.2026 - 14:54) weiterlesen...

Razzien rund um Ex-Gazprom-Tochter - Sabotageverdacht Razzien in Berlin und Frankfurt: Wollte ein russischer Beschuldigter die deutsche Gasversorgung ausbremsen? Die Ermittler vermuten gezielte Sabotageversuche rund um die Ex-Gazprom-Tochter. (Politik, 24.06.2026 - 12:29) weiterlesen...

Versuchte Sabotage? Durchsuchungen zu Ex-Gazprom-Tochter (Politik, 24.06.2026 - 12:17) weiterlesen...