Woody Allen dreht mit 90 seinen 51. Film in Madrid
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 14:01 Uhr | dpa, AD HOC NEWSWoody Allen beginnt kommende Woche in Madrid die Dreharbeiten zu seinem 51. Film.
Neues Filmprojekt in Madrid
Der 90-jährige US-Regisseur, Autor und Schauspieler will den Titel des Werks erst nach Abschluss der Dreharbeiten bekanntgeben. Das berichtete die Zeitung «El País».
Bei einer Präsentation in Madrid schwärmte Allen von der Stadt als Schauplatz. Sie sei elegant und schön und passe zu der diplomatischen Atmosphäre, die er für die Geschichte gesucht habe.
Gitarre von der Stadtspitze
Die Präsidentin der Autonomen Region Madrid, Isabel Díaz Ayuso, und der Bürgermeister der Stadt, José Luis Martínez-Almeida, schenkten Allen bei der Präsentation eine spanische Gitarre. Mit den Schauspielern Alexi Wasser und Peter Vives ließ sich der Regisseur dort ablichten.
Gedreht werden soll vor allem in Madrid und im nahegelegenen Aranjuez.
Allen weist politische Einordnung zurück
Auf die Proteste wegen der Wohnungsnot in Spanien angesprochen, sagte Allen, er sei kein politischer Filmemacher. Seine Arbeit befasse sich stets mit zwischenmenschlichen Beziehungen sowie mit existenziellen und romantischen Themen.
Madrid ist nicht die erste europäische Stadt, die Allen für seine Spätwerke als Drehort nutzt. Zuvor filmte er unter anderem in London, Barcelona, Paris und Rom.
51. Film und anhaltende Kontroversen
Der mehrfach mit dem Oscar ausgezeichnete gebürtige New Yorker drehte bereits zahlreiche Filme, darunter «Der Stadtneurotiker», «Hannah und ihre Schwestern» und «Midnight in Paris». 2025 stellte er seinen ersten Roman «What's with Baum?» vor.
Einige Schauspielerinnen und Schauspieler gingen im Zuge der MeToo-Bewegung auf Distanz zu dem Regisseur. An seine großen Erfolge der 1970er und 1980er Jahre konnte Allen an den Kinokassen schon lange nicht mehr anknüpfen.
Spätwerk zwischen Europa und Hollywood
Woody Allen nutzt europäische Städte seit Jahren als zentrale Schauplätze seiner Filme. Nach London, Barcelona, Paris und Rom folgt nun Madrid. Die Wahl der spanischen Hauptstadt knüpft damit an ein Muster an: Allen verbindet Liebes- und Beziehungsgeschichten mit stark inszenierten urbanen Kulissen.
Mit dem geplanten 51. Film setzt der Regisseur seine außergewöhnlich lange Karriere fort. Allen, der am 30. November 91 Jahre alt wird, arbeitet dabei weiterhin als Autor und Regisseur eines eigenen Projekts. Dass der Filmtitel erst nach Abschluss der Dreharbeiten feststehen soll, unterstreicht den vorläufigen Charakter der Produktion.
Aufmerksamkeit für Madrid
Für Madrid bedeutet das Projekt zusätzliche internationale Sichtbarkeit. Dreharbeiten in der Hauptstadt und im nahegelegenen Aranjuez können der lokalen Filmwirtschaft Aufträge verschaffen und bekannte Orte einem weltweiten Publikum präsentieren. Zugleich fällt der Start in eine politisch angespannte Debatte über Wohnungsnot und steigende Mieten in Spanien.
Allen grenzt sein Vorhaben ausdrücklich von politischem Kino ab und beschreibt zwischenmenschliche sowie existenzielle Themen als Schwerpunkt. Seine erneute Arbeit dürfte deshalb vor allem unter zwei Gesichtspunkten beobachtet werden: als Fortsetzung eines europäischen Spätwerks und vor dem Hintergrund der anhaltenden Kontroversen um seine Person, die seit der MeToo-Bewegung die Rezeption seiner Filme prägen.
