USA, Regierung

Wegen Trump: Glass sagt Werk-Premiere in Kennedy Center ab

27.01.2026 - 20:30:18 | dpa.de

Seit Jahrzehnten ist das Kennedy Center in Washington für Musik, Tanz und Theater berühmt. Doch jetzt hat US-Präsident Trump dort die Kontrolle übernommen - und die Künstler-Absagen häufen sich.

Nach der Umbenennung boykottieren zahlreiche Künstler und Künstlerinnen die Einrichtung. (Archivfoto) - Bild: Jacquelyn Martin/AP/dpa
Nach der Umbenennung boykottieren zahlreiche Künstler und Künstlerinnen die Einrichtung. (Archivfoto) - Bild: Jacquelyn Martin/AP/dpa

Nachdem US-Präsident Donald Trump das renommierte Kennedy Center in Washington unter seine Kontrolle gebracht hat, hat der weltberühmte Komponist Philip Glass die Premiere seiner neuen Symphonie dort abgesagt. Die Kultureinrichtung hatte den 88-Jährigen mit der Komposition eines Stückes über den früheren US-Präsidenten Abraham Lincoln (1809-1865) beauftragt, das im Juni dort uraufgeführt werden sollte. Die jetzigen Werte des Kennedy Centers stünden aber in Konflikt mit seiner «Symphony No. 15», schrieb Glass in einem Brief, den er auch via Online-Plattform X veröffentlichte. Deswegen werde er das Werk dort nicht aufführen lassen.

Zuvor hatten bereits zahlreiche andere Künstlerinnen, Künstler und Gruppen Auftritte am Kennedy Center abgesagt - darunter die Schauspielerin Issa Rae, das Musical «Hamilton», der Banjo-Spieler Béla Fleck, die Opernsängerin Renée Fleming, die Martha Graham Dance Company, der «Wicked»-Komponist Stephen Schwartz sowie die Washington National Opera, die seit 1971 dort auftritt. 

Trump machte die Einrichtung zum «Trump-Kennedy-Center»

US-Präsident Trump hatte bereits kurz nach seinem Amtsantritt mehrere Mitglieder des Kuratoriums des Kennedy Centers entlassen, selbst den Vorsitz übernommen und den früheren US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, zum Präsidenten gemacht. Später benannte der die Einrichtung in Trump-Kennedy-Center um. 

In dem 1971 eröffneten prunkvollen Bau am Potomac-Fluss werden traditionell alle Genres von Theater, Tanz und Musik gezeigt. Es wurde ursprünglich nach dem früheren Präsidenten John F. Kennedy (1917-1963) benannt.

de | unterhaltung | 68525552 |

Weitere Meldungen

Rückschlag für Trump: Gericht lässt Fed-Vorständin im Amt. Kritiker sahen die Unabhängigkeit der Notenbank in Gefahr. Nun entschied das oberste Gericht. In einem außergewöhnlichen Schritt wollte US-Präsident Trump die Fed-Vorständin Lisa Cook entlassen. (Wirtschaft, 29.06.2026 - 16:36) weiterlesen...

Israel und der Libanon schließen Abkommen - viele Hürden Israel und die libanesische Regierung haben sich unter Vermittlung der USA auf einen Rückzug der israelischen Armee aus zwei Zonen im Südlibanon geeinigt. (Boerse, 28.06.2026 - 10:05) weiterlesen...

Trump nominiert neue Spitze der Einwanderungsbehörde ICE. Jetzt soll ein Neuer die Behörde führen. Das Akronym ICE steht in den USA für die umstrittene Einwanderungsbehörde, die mit brutalen Abschieberazzien auffiel. (Ausland, 28.06.2026 - 01:59) weiterlesen...

Israel und der Libanon schließen Abkommen - viele Hürden Israel und die libanesische Regierung haben sich unter Vermittlung der USA auf einen Rückzug der israelischen Armee aus zwei Zonen im Südlibanon geeinigt. (Boerse, 27.06.2026 - 12:05) weiterlesen...

Berüchtigtes Abschiebezentrum in Sümpfen Floridas schließt Alligatoren in den Sümpfen Floridas sollten Migranten abschrecken, aus einem Abschiebezentrum zu flüchten: Ein Symbol von Trumps aggressiver Migrationspolitik ist Geschichte. (Ausland, 25.06.2026 - 21:39) weiterlesen...

Trump eröffnet Jubiläumsfeiern: «Amerika ist zurück». Stattdessen preist er vor allem sich selbst. Zum Auftakt der Feierlichkeiten zum 250-jährigen Bestehen der USA verzichtet der Präsident weitgehend auf einen historischen Rückblick. (Ausland, 25.06.2026 - 14:41) weiterlesen...