Mobilität, Karriere

Aktuelle Global-Mobility-Studie zeigt: Lebensqualität schlägt Karriere - warum Deutsche im Ausland arbeiten wollen

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 08:10 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS

Rheda-Wiedenbrück - Wer heute einen Job im Ausland sucht, sucht in Wahrheit ein anderes Leben: Nur noch 16,4 Prozent der Auslandsjob-Interessierten nennen Lebenslauf und Karriere als entscheidendes Motiv - dafür stehen neue Kulturen (56,2 Prozent), eine attraktive Work-Life-Balance (54,4 Prozent) und der Wunsch nach Tapetenwechsel (44,7 Prozent) an der Spitze. Das zeigt die neue Global-Mobility-Studie 2025/2026 von Auslandsjob.de und der INITIATIVE auslandszeit GmbH. Zwischen Dezember 2025 und Mai 2026 wurden auf dem Jobportal www.auslandsjob.de und den Plattformen der INITIATIVE auslandszeit insgesamt 1.588 Personen zu ihren beruflichen Mobilitätsmotiven befragt. Es ist bereits die dritte Erhebungswelle nach 2022/23 und 2024/25 - und sie zeigt: Der Trend weg von der Karriere und hin zum (Auslands-)Leben verstärkt sich von Studie zu Studie. Nach ersten Einzelergebnissen im Sommer liegt nun die vollständige Auswertung mit Langzeitvergleich und Handlungsempfehlungen vor.

Aktuelle Global-Mobility-Studie zeigt: Lebensqualität schlägt Karriere - warum Deutsche im Ausland arbeiten wollen - Bild: presseportal.de
Aktuelle Global-Mobility-Studie zeigt: Lebensqualität schlägt Karriere - warum Deutsche im Ausland arbeiten wollen - Bild: presseportal.de

Auslandsleben statt Auslandsjob: Der Job ist das Ticket, nicht das Ziel

Für fast drei Viertel der Befragten (73,0 Prozent) ist der Auslandsjob in erster Linie ein Mittel zum Zweck, um im Ausland leben zu können. Dazu passt die geplante Dauer: 32,9 Prozent wollen für immer auswandern - die stärkste Einzelantwort und ein klarer Anstieg gegenüber der Vorgängerstudie (28,5 Prozent). Insgesamt planen 54,2 Prozent einen Aufenthalt von über einem Jahr oder für immer. Nur 37,5 Prozent würden den Schritt davon abhängig machen, im Ausland finanziell besser gestellt zu sein. Die Mehrheit ginge auch dann, wenn unterm Strich weniger übrig bleibt.

Die Nachfrage ist dabei alles andere als vage: 78,7 Prozent suchen aktuell aktiv nach einem Auslandsjob, 39,0 Prozent wollen sofort oder innerhalb von drei Monaten starten. Das Karrieremotiv ist über die drei Erhebungswellen dagegen deutlich gefallen - von 27,3 über 25,9 auf 16,4 Prozent. Ein Motiv erzählt dabei nicht vom Ziel, sondern vom Ausgangspunkt: Für 34,5 Prozent ist "einfach raus aus Deutschland" ein entscheidender Grund für den Schritt ins Ausland - bei den unter 30-Jährigen, der so umworbenen GenZ, sind es sogar 38,9 Prozent.

Die Ziele folgen der Lebensqualität: Spanien enteilt, die USA stürzen ab

Wohin die neue Priorität führt, zeigt der Blick auf die Wunschländer. In Europa baut Spanien seinen Vorsprung laut der drei Erhebungen kontinuierlich aus - von 31,0 über 34,4 auf jetzt 43,6 Prozent - und Südeuropa belegt mit Spanien, Portugal (24,3 Prozent), Italien (20,8 Prozent) und Griechenland (18,7 Prozent) die ersten vier Plätze unter den europäischen Zielländern. Großbritannien setzt dagegen seine Talfahrt fort: Bereits in der Vorwelle rutschte das Land von Rang 2 auf Rang 7 ab, von 17,2 auf 12,7 Prozent, jetzt sind es noch 11,0 Prozent. Auch die nordischen Länder fallen zurück.

Die auffälligste Einzelbewegung der Studie gibt es außerhalb Europas: Australien (28,0 Prozent) löst die USA erstmals als beliebtestes außereuropäisches Zielland ab. Die USA fallen vom 1. auf den 4. Platz - im Langzeittrend von 31,3 Prozent (2022/23) über 24,7 Prozent (2024/25) auf nur noch 18,5 Prozent.

"Der Rückfall der USA von Platz 1 auf Platz 4 ist die auffälligste Einzelbewegung dieser Studie, und wir führen ihn in erster Linie auf die politische Entwicklung im Land zurück. Die Signale der Trump-Administration in Richtung Zuwanderung sind unmissverständlich, und Berichte über Probleme bei der Einreise - auch von deutschen Staatsbürgern - haben dem Image zusätzlich geschadet. Ein Arbeitsmarkt lebt aber davon, dass Menschen sich willkommen fühlen. Wer dieses Gefühl verliert, verliert Bewerbungen - und Australien hat die Lücke prompt gefüllt" erläutert Frank Möller, Gründer & Geschäftsführer der INITIATIVE auslandszeit GmbH.

Nicht das Können bremst - sondern das Ankommen

Bei den Hürden zeigt sich das gleiche Muster wie in den Vorjahren: Unterkunft und Ankommen (45,8 Prozent) sowie der Planungs- und Bürokratieaufwand (44,2 Prozent) halten die Menschen zurück, wobei der Bürokratieaufwand gegenüber der Vorwelle von 39,5 Prozent deutlich zugelegt hat. Fehlende fachliche Qualifikation nennen dagegen nur 18,5 Prozent, der niedrigste Wert im Feld. Sicherheit ist dabei der größte Konsens der Studie: 95,7 Prozent ist es wichtig, in einem Land zu leben und zu arbeiten, in dem sie sich sicher fühlen.

Neu in der dritten Ausgabe: Was Arbeitgeber jetzt tun können

Erstmals leitet die Studie daraus konkrete Handlungsempfehlungen für Recruiting und Mitarbeiterbindung ab. Der Hintergrund: Das Ergebnis mit dem größten Signal an Unternehmen ist der Wunsch, für die Auslandszeit gar nicht kündigen zu müssen. 85,4 Prozent der Befragten fänden einen deutschen Arbeitgeber attraktiver, wenn sie innerhalb ihrer Anstellung für eine gewisse Zeit im Ausland arbeiten könnten. Darin liegt eine Chance, im Wettbewerb um international mobile Fachkräfte zu punkten. Bislang setzen Arbeitgeber sie nur zögerlich um.

"Immer mehr Menschen fragen uns: Muss ich wirklich kündigen, um im Ausland zu arbeiten? Die Antwort ist oft nein, sofern die rechtlichen Rahmenbedingungen stimmen und Arbeitgeber bereit sind, neue Wege zu gehen. Unsere Studie belegt: Dieser Wunsch ist ein Auftrag an HR-Verantwortliche. EoR-Konzepte, bei denen vertraglich im Ausland für den bestehenden Arbeitgeber weitergearbeitet wird, sind der Schlüssel. "Bring your Boss" lautet hierfür unser interner Arbeitstitel in Bezug auf Auslandsjobber, die ihren bestehenden Arbeitgeber bzw. ihr Angestelltenverhältnis ebenfalls ins Ausland relocaten" erklärt Frank Möller den neuen Global Mobility-Trend.

Die erste Handlungsempfehlung der Studie setzt genau hier an: Arbeitgeber sollten zuerst den individuellen Mobilitätswunsch klären - geht es um einige Wochen Workation, um Remote Work aus dem Ausland oder um einen dauerhaften Wechsel? - und erst danach das passende Modell wählen. Die weiteren Empfehlungen zu Stellenanzeigen, zur Begleitung bis zum Ankommen im Zielland und zur regelmäßigen Überprüfung eigener Recruiting-Annahmen stehen in der Vollversion der Studie.

Die wichtigsten Ergebnisse der Global-Mobility-Studie

Mehr zur Auslandsjob Global-Mobility-Studie

Weitere Informationen zur aktuellen Global-Mobility-Studie, Infografiken sowie ausführliche Insights zu Trends in der internationalen Arbeitsmobilität sowie auf Anfrage die komplette Studienauswertung finden Sie unter: www.auslandsjob.de/ueber-uns/studien/auslandsjob-studie-umfrage-2025-2026. Das Key Visual dieser Mitteilung sowie alle Ergebnisgrafiken stehen zur redaktionellen Nutzung honorarfrei bereit.

Über Auslandsjob.de / INITIATIVE auslandszeit GmbH

Auslandsjob.de ist seit 2004 eine der führenden deutschen Plattformen für internationale Jobs, Work and Travel und Arbeitsmöglichkeiten im Ausland. Ziel ist es, Menschen unkompliziert, transparent und sicher den Weg zum Arbeiten im Ausland zu ermöglichen und aktuelle Global-Mobility-Trends durch regelmäßige Studien zu erheben.

Auslandsjob.de ist Teil der INITIATIVE auslandszeit GmbH, die regelmäßig Trends und Motivationen im Bereich internationaler Jugend- und Arbeitsmobilität erfasst und seit über 20 Jahren vielfältige Wege ins Ausland für Schüler, Studenten sowie Arbeitnehmer aufzeigt und ermöglicht. Mit über 100.000 begleiteten Auslandszeitlern und Auslandsjobbern gehört die INITIATIVE auslandszeit zu den führenden Netzwerken in Deutschland für internationale Arbeitsmobilität.

Pressekontakt:

Frank Möller
INITIATIVE auslandszeit GmbH
Berliner Str. 36, 33378 Rheda-Wiedenbrück
Tel.: 05242 4054341
E-Mail: frank@auslandsjob.de
https://www.auslandszeit.de

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