Post, die Leben verbindet: Bei der DKMS boomt der persönliche Brief
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 11:30 Uhr | presseportal, AD HOC NEWSDer persönliche Briefwechsel wird immer seltener - bei der DKMS boomt er jedoch. Denn für Stammzellspender:innen und ihre Empfänger stellt er anfangs die einzige Möglichkeit dar, miteinander in Kontakt zu treten. Rund 4.100 Briefe erreichten allein 2025 über die Abteilung Spender-Patienten Kontakte der DKMS ihre Adressaten. Damit ist der Brief bei der DKMS alles andere als ein Auslaufmodell. Zum Weltposttag am 9. Oktober geben wir einen Einblick in Briefe, die oft von großer Dankbarkeit, Hoffnung und bewegenden persönlichen Geschichten erzählen.
Was schreibt man einer Person, die das eigene Leben oder vielleicht das des eigenen Kindes gerettet hat? "Hallo, du wundervoller Herzensmensch", beginnt eine Mutter den Brief an den Lebensretter ihres Sohnes. "Durch deine Tat haben wir nicht nur Hoffnung zurückgewonnen, sondern auch das unschätzbare Glück, unser Kind wieder lachen und träumen zu sehen", schreibt sie weiter. "Dein Mitgefühl hat unser Leben für immer verändert."
Die Eltern einer anderen kleinen Empfängerin schreiben dem Lebensretter aus der Sicht des Kindes: "Du kannst dir nicht vorstellen, wie dankbar mein Papa und meine Mama sind. Du hast 'ja' gesagt, um mir zu helfen. Du hast meinem Körper Zellen geschenkt, die ihre Aufgabe erfüllen - Blut bilden. Etwas später heißt es im Brief: "Ich muss dich kennenlernen und Danke sagen."
Zwei Jahre nach der Stammzellspende lässt die in Deutschland und vielen anderen Ländern vorgeschriebene Anonymitätsfrist keine andere Kontaktaufnahme als den persönlichen Brief zu. Namen, Ortsangaben oder spezifische Angaben zur eigenen Person dürfen darin allerdings nicht genannt werden. Die DKMS liest alle Texte vor der Weitergabe und entfernt gegebenenfalls solche Hinweise.
4.098 Briefe zwischen Stammzellspendern und ihren genetischen Zwillingen hat die DKMS 2025 ausgetauscht. Von einem aussterbenden Medium kann hier keine Rede sein, im Gegenteil: Die Zahlen sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. 2022 waren es bei der DKMS 3.128 Briefe, 2023 3.429 und 2024 3.670 Briefe. Wer mehr Briefe schreibt, Spender:innen oder Empfänger:innen, hielt sich 2025 mit je 50 Prozent übrigens exakt die Waage.
"Briefe zwischen unseren Spendern und ihren Empfängern in aller Welt auszutauschen gehört zu unseren emotionalsten und schönsten Aufgaben", sagt Andreas Walz, Abteilungsleiter Spender-Patienten-Kontakte. Von der tiefen Dankbarkeit der Empfänger:innen zu lesen, aber auch von der Freude auf der anderen Seite, eine zweite Lebenschance geschenkt zu haben, sorgt im Team regelmäßig für feuchte Augen. Wir lesen von selbstlosem Einsatz, von Menschlichkeit und dem Licht, das unsere Spender:innen in das Leben von Fremden gebracht haben.
"Der Hauptgewinn sind Sie"
So schreibt ein Empfänger: "Meine Oma sagte gerade, dass sie seit über 40 Jahren Lotto spielt, der Hauptgewinn sind Sie!!! Und der Spender antwortet: "Es erfüllt mich auch mit Stolz, dass Ihre Oma mich als Hauptgewinn bezeichnet. Es ist auch für mich eine besondere Situation zu wissen, dass ich Ihnen mit meiner Spende einen Beitrag für Ihr gesundheitliches Wohlbefinden leisten konnte. Ich muss Ihnen sagen, dass ich es immer wieder machen würde. Auch anderen Menschen habe ich es vorgeschlagen, Stammzellen zu spenden, da es ein unbeschreibliches Gefühl ist, jemandem helfen zu können."
Sind beide Seiten einverstanden, dürfen zwei Jahre nach der Spende die Adressen ausgetauscht werden, sofern die rechtlichen Bestimmungen es auch im Land der Empfänger:innen zulassen. 759 Mal konnte die DKMS im Jahr 2025 zwei Menschen auf diese Weise miteinander verknüpfen. Am häufigsten wurden Adressen mit Empfänger:innen in Deutschland (45 Prozent), den USA (33 Prozent), Kanada (7 Prozent) und Großbritannien (5 Prozent) ausgetauscht. Nicht selten mündet diese Vermittlung dann im krönenden Abschluss einer ersten Begegnung zwischen Spender:in und Empfänger:in.
Bis es soweit ist, bleibt beiden Seiten der gute alte Brief. Und manchmal wird darin schon vorsichtig gefragt, ob die genetischen Zwillinge sich eines Tages persönlich in die Arme nehmen möchten. "Ich danke dir von Herzen, dass du uns nach den zwei Jahren persönlich kennenlernen möchtest", schreibt die Mutter eines transplantierten Kindes. "Das bedeutet uns unglaublich viel! Du gehörst jetzt schon zur Familie - und das ist nicht nur geschrieben, sondern genau so gemeint!"
Eine andere Person antwortet auf den Brief eines Spenders so: "Deine Worte haben sich angefühlt, als würden wir uns bereits kennen - ein unbeschreibliches Gefühl, kann es nicht beschreiben. (...) Du hast einen festen Platz in meinem Herzen - für immer!"
Wer auch eines Tages einen ganz besonderen Brief erhalten möchte, bestellt sich jederzeit sein Registrierungsset unter www.dkms.de. Alles gesunden Menschen zwischen 17 und 55 Jahren können sich als Stammzellspender:in registrieren lassen. Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein.
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