TV-Ausblick, Fernsehen

Das Erste zeigt WDR-Doku zu „Maccabiah“ – einem jüdischen Sportfest mitten im Krieg

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 15:19 Uhr, presseportal.de

Köln - Trotz der Eskalation im Nahost-Konflikt findet im Juli 2026 in Israel ein internationales jüdisches Sportereignis statt: die Maccabiah, laut Eigenwerbung das drittgrößte Sportereignis der Welt.

Das Erste zeigt WDR-Doku zu „Maccabiah“ – einem jüdischen Sportfest mitten im Krieg - Bild: presseportal.de
Das Erste zeigt WDR-Doku zu „Maccabiah“ – einem jüdischen Sportfest mitten im Krieg - Bild: presseportal.de

Die zweiteilige WDR-Dokumentation „Deutsch. Jüdisch. Sicher? Maccabiah – Sportfest im Krieg“ begleitet vier Mitglieder von Makkabi Deutschland, dem jüdischen Dachsportverband, seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023 über einen Zeitraum von fast drei Jahren.

Die Doku zeigt die Herausforderungen eines Sportfests mitten im Krieg und erscheint am 10. Juli in der ARD Mediathek. Eine 30-minütige TV-Fassung ist am 11. Juli um 18:25 Uhr im Ersten zu sehen.

„Wenn du als Jude auf der Straße erkennbar bist, weißt du nicht, was die nächsten fünf Minuten passiert“, sagt Ariel Leibovici, Technischer Leiter von Makkabi Deutschland. Seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 haben antisemitische Anfeindungen in Deutschland zugenommen. Jüdische Sportveranstaltungen können meist nur noch mit bewaffneter Security durchgeführt werden und die Athletinnen und Athleten werden regelmäßig als deutsche Jüdinnen und Juden für Israels Handlungen mitverantwortlich gemacht. „Die Mission von Makkabi ist es, Antisemitismus zu bekämpfen und mithilfe des Sports Brücken in der Gesellschaft zu bauen”, so Alon Meyer, seit 2013 Präsident des Verbandes.

Die Doku begleitet auch die beiden Tischtennisspielerinnen Lisa Michajlova und Hannah Stolyar. Bereits im jüdischen Kindergarten musste Hannah Stolyar üben, was zu tun ist, wenn Steine durchs Fenster fliegen. Polizeischutz ist für sie seit jeher Alltag. „Es ist ein Spiel zwischen Trauer und Wut, dass man seine Religion nicht frei ausleben kann.“

Lisa Michajlova fühlt sich inzwischen in Tel Aviv sicherer als in Deutschland – trotz Raketenalarms, der sie regelmäßig aus dem Schlaf reißt: „In Deutschland ist es einfach eine alltägliche Gefahr. Man ist ständig Konfrontationen ausgesetzt und man ist irgendwie immer als ‚die Jüdin‘ klassifiziert.“ Zugleich hinterfragen die Sportlerinnen – auch wegen der israelischen Kriegsführung – ihre jüdische Identität.

Entstanden ist eine Langzeitreportage, die tiefe Einblicke in die Lebensrealität jüdischer Sportlerinnen und Sportler in Deutschland gewährt – zwischen Antisemitismus, Identitätsfragen, Sport und den Auswirkungen eines Krieges.

Rund 5.000 jüdische Athleten aus etwa 66 Ländern werden vom 30. Juni bis 14. Juli 2026 in Israel erwartet. Das Sportfest soll in diesem Jahr ein besonderes Zeichen für Zusammenhalt setzen – nachdem das Event im vergangenen Jahr aufgrund des Krieges mit dem Iran verschoben werden musste.

Eine Dokumentation von Ann-Christin Herbe und Marc Schlömer

Produktion: Banijay Productions Germany

Redaktion WDR: Sophie Schulenburg und Jochen Leufgens

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