USA, Deutschland

Marlene Dietrichs einziges Kind: Maria Riva gestorben

30.10.2025 - 15:18:46 | dpa.de

Im Schatten der Diva Marlene Dietrich wuchs ihr einziges Kind Maria Riva auf - und wurde selbst Schauspielerin. Jetzt ist die Tochter des Weltstars mit 100 Jahren gestorben.

  • Die einzige Tochter von Marlene Dietrich ist tot. (Archivbild) - Bild: Jens Kalaene/dpa
    Die einzige Tochter von Marlene Dietrich ist tot. (Archivbild) - Bild: Jens Kalaene/dpa
  • Das einzige Kind von Marlene Dietrich starb mit 100 Jahren. (Archivbild) - Bild: UPI/dpa
    Das einzige Kind von Marlene Dietrich starb mit 100 Jahren. (Archivbild) - Bild: UPI/dpa
Die einzige Tochter von Marlene Dietrich ist tot. (Archivbild) - Bild: Jens Kalaene/dpa Das einzige Kind von Marlene Dietrich starb mit 100 Jahren. (Archivbild) - Bild: UPI/dpa

Das einzige Kind von Weltstar Marlene Dietrich ist tot: Maria Riva starb im Alter von 100 Jahren im US-Bundesstaat New Mexico, wie ihr Sohn Peter Riva der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

«Wir alle werden Marias Intelligenz, ihren Rat und ihr tiefes menschliches Verständnis vermissen», hieß es in einer Mitteilung von ihm. «Sie war immer die eine Person, bei der wir uns alle darauf verlassen konnten, dass sie da war - immer bereit mit Essen, Wärme, Rat und Liebe.»

Riva war vor einiger Zeit aus Los Angeles zu ihrem Sohn nach New Mexico gezogen. Im Dezember wäre sie 101 Jahre alt geworden. Den 100. Geburtstag habe die Familie im vergangenen Jahr «eher ruhig» angehen wollen, hatte Sohn David Riva damals der Deutschen Presse-Agentur gesagt.

Geboren als Maria Elisabeth Sieber 1924 in Berlin

Geboren wurde Maria Riva am 13. Dezember 1924 als Maria Elisabeth Sieber in Berlin - anderthalb Jahre nach der Hochzeit von Dietrich (1901-1992) mit dem Regieassistenten Rudolf Sieber (1897-1976). Dass sie als Kind einer Filmikone aufwachsen würde, war da noch nicht klar. Dietrich wurde erst 1929 mit dem Film «Der blaue Engel» auf einen Schlag berühmt - und dann schnell zum Star auf der ganzen Welt.

Riva wuchs größtenteils in den USA als Einzelkind in einer Erwachsenenwelt auf. «Ich hatte eigentlich nie eine Mutter», sagte sie 1992 in Berlin, als sie dort wenige Monate nach Dietrichs Tod ihr Buch «Meine Mutter Marlene» vorstellte. «Ich wollte das Bild von der Göttin Marlene ein wenig ins rechte Licht rücken, also habe ich einfach die Wahrheit geschrieben», sagte sie damals der Deutschen Presse-Agentur. Sogar ihre Unterschrift sei damals gewesen: «Maria, die Tochter von Marlene Dietrich».

Schwierige Kindheit im Schatten der Diva

«Ich durfte nicht zur Schule, ich hatte keine Freundinnen, durfte auf keine Party.» Ständig wollte Marlene ihre kleine Tochter bei sich haben, das Bild der liebenden Mutter aufpolieren. «Aber ich wäre nie auf die Idee gekommen, die Hand meiner Mutter zu nehmen, mit ihr zu schmusen.» Die harsche Kritik an Dietrich in ihrem Buch habe seine Mutter später bereut, sagte Sohn David Riva. Sie habe ihre Mutter wirklich bewundert und großen Respekt vor ihrem Talent und ihrer Disziplin gehabt. 

Maria Riva nahm Schauspielunterricht und spielte bereits als Kind kleine Rollen, etwa an der Seite ihrer Mutter in dem Historienfilm «Die scharlachrote Kaiserin». Später bekam sie auch größere Rollen, bekam Emmy-Nominierungen, stellte die Schauspielerei dann aber wieder ein. Sie sei doch sowieso nur eine «Marlene Dietrich für Arme» gewesen und habe keine großen Ambitionen in der Branche, sagte Riva. 

Mutter von vier Söhnen

Anstelle dessen kümmerte sich viel um ihre Mutter - die von ihrer Familie «Massy» genannt wurde, weil Enkel Michael als Kleinkind den Namen Marlene nicht richtig aussprechen konnte. 1947 heiratete Maria Riva den Bühnenbildner William Riva und bekam vier Söhne, der Älteste starb 2012. William Riva war bereits 1999 gestorben. 

«Was falsch war, war falsch, was richtig war, war richtig, was großartig war, war großartig und was brillant war, war brillant», sagte Riva einmal mit Blick auf ihr Leben. «Die Menschen verstehen nicht, wie es möglich ist, das Kind einer vergänglichen Kreatur zu sein, die jenseits der Normalität ist. Es ist sehr schwierig.»

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