Deutschland, Musik

Marianne Rosenberg: «Mein Name stand nie an meiner Tür»

18.10.2025 - 05:35:05 | dpa.de

Ihr Song «Er gehört zu mir» ist heute noch ein Ohrwurm. 50 Jahre nach Veröffentlichung ihres Hits sagt die Sängerin: So ganz stimmt der Refrain nicht.

Die Sängerin Marianne Rosenberg. - Bild: Britta Pedersen/dpa
Die Sängerin Marianne Rosenberg. - Bild: Britta Pedersen/dpa

Sängerin Marianne Rosenberg (70) hat offenbart, dass ihr Name trotz der berühmten Liedzeile «Er gehört zu mir, wie mein Name an der Tür» nie wirklich an ihrer Tür stand. «Ja, es stimmt. Mein Name stand nie an meiner Tür», sagte die Musikerin der Deutschen Presse-Agentur. «Bei aller Freude bei der Teilnahme am öffentlichen Leben gibt es doch Orte, die ich nicht mit allen teilen will. Zum Beispiel mein Zuhause.»

2025 wird der Hit «Er gehört zu mir» 50 Jahre alt. «Der Song bedeutet mir sehr viel, weil ich weiß, wie viele Menschen damit wichtige Erinnerungen und Gefühle verbinden – sei es eine Heirat, ein Coming-out oder einfach nur eine durch getanzte Nacht», sagte die Sängerin.

Clubtour im November

Rosenberg geht im November auf Clubtour durch Deutschland. Von Dresden (4.) geht es zum Beispiel über Stuttgart (7.), Mannheim (11.) und Köln (14.) nach Berlin (18.). Danach gibt es zwei Konzerte mit Band (21./22.).

Rückblickend hätte sie sich als junge Künstlerin das Wissen gewünscht, dass Älterwerden auch positive Seiten habe, sagte die Sängerin. «Ja, man verliert sicher etwas Spontanität. Aber man gewinnt an Erfahrungen und Bewusstsein, auch an Selbstbewusstsein.» In den späten 1970er Jahren habe sie an ihrem Platz im Musikbusiness gezweifelt. «Ich war herausgewachsen aus der von der Industrie festgelegten Schablone.»

«Ich wusste nicht mehr, wer ich war»

Sie habe nach neuen Wegen, nach Unabhängigkeit von Klischees und äußerer Steuerung gesucht. Unterstützung fand sie bei Freunden und Kollegen wie Rio Reiser oder Marianne Enzensberger. Doch vor allem habe sie sich selbst geholfen. «Das brauchte Mut. Mut, eigene Entscheidungen durchzusetzen. Mut zum Scheitern. Mut zum Misserfolg. Mut, die zu sein, die ich glaubte, zu sein – denn ich wusste nicht mehr, wer ich war», sagte Rosenberg.

Man habe ein Produkt aus ihr gemacht, «darunter litt die Seele». Den Glauben an die Kraft der Musik habe sie jedoch nie verloren. «Auch meine Klassiker sind wunderschöne Songs, die ich neben meinen neuen Hits heute wieder sehr gerne singe.»

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