Esche zum Baum des Jahres 2027 gewählt
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 14:35 Uhr | presseportal, AD HOC NEWSDie Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) ist eine heimische Baumart, deren lichte Krone mit ihren Fiederblättern unverwechselbar hervorsticht. SDW-Präsidentin Ursula Heinen-Esser befürwortet die Auszeichnung und betont: "Als SDW unterstützen wir die erneute Kürung der Esche sehr, insbesondere, um auf ihre Gefährdung und Herausforderungen für die Zukunft aufmerksam zu machen. Sie verkörpert die Risiken unserer Zeit, aber auch Resilienz und Anpassungsfähigkeit." Damit wird ihre wichtige Rolle für den Waldumbau als heimische Baumart sowie auch ihre erhebliche Gefährdung durch das Eschentriebsterben deutlich.
Erneute Auszeichnung mit neuem Fokus
Bereits 2001 wurde die Gemeine Esche zum Baum des Jahres gekürt, allerdings wegen anderer Gründe: So stand ihre Bedeutung als heimische Laubbaumart in naturnahen Wäldern und Lieferantin von exzellentem Holz im Vordergrund. Denn, die Esche wächst an verschiedensten Standorten. Sie wächst in feuchten Auwäldern ebenso wie auf trockenen Kalkböden. Besonders auf tiefgründigen und nährstoffreichen Böden entwickelt sie sich gut, aber ein länger anhaltend durchnässter Boden bekommt ihr dagegen schlecht. Gerade wasserdominierten Standorte wie Auwälder sind ökologisch wertvoll und selten geworden und hier ist die Esche als Baumart von zentraler Bedeutung.
Ihre Kürung 2027 setzt nun vor allem ihre Gefährdung, aber auch ihre erst kürzlich erforschte Resilienz in den Fokus: Durch das Eschentriebsterben ist die Esche in Europa heutzutage stark gefährdet. Hinter dem Eschentriebsterben steckt der aus Ostasien stammende Pilz Hymenoscyphus fraxineus, der seit den 1990er-Jahren in großen Teilen Europas die Eschen befällt. Die meisten Bäume verlieren durch den Befall ihre Vitalität und sterben ab. Dennoch gibt es immer wieder Individuen, die in stark geschädigten Eschenwäldern vital bleiben. Diese widerstandsfähigen Bäume und ihre Nachkommen werden verstärkt untersucht. Eine erneute Kürung der Esche hebt ihre Bedeutung wieder hervor und unterstreicht ihre Schutzwürdigkeit. Denn die Esche verbinde wie fast keine andere Baumart ökologische Bedeutung, wirtschaftliche Nutzung, Kulturgeschichte und aktuelle Waldpathologie miteinander, so die Dr. Silvius Wodarz Stiftung.
Schauen Sie auch in unser ausführliches Baumfaltblatt zur Esche unter www.sdw.de/esche.
Verleihung der Auszeichnung
Der Baum des Jahres wird seit 1989 regelmäßig von der "Baum des Jahres - Dr. Silvius Wodarz Stiftung" gekürt. Ein aus 33 Mitgliedern bestehendes Gremium stimmt über die Auszeichnung ab, darunter auch der Bundesverband der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e. V. (SDW). Die Auswahlkriterien für die Wahl eines Baumes sind sehr unterschiedlich, aber das Ziel ist dasselbe: die Baumart in dem Jahr bekannter zu machen. Dabei zum Beispiel seine Gefährdung, seine Seltenheit, Baumkrankheiten, der Klimawandel oder seine Bedeutung für den Menschen eine Rolle. Viele Städte und Grünämter werden durch die Wahl dazu angeregt, bei Neupflanzungen insbesondere diese gewählten Bäume zu verwenden.
Über die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW):
Am 5. Dezember 1947 wurde die SDW in Bad Honnef gegründet und ist damit einer der ältesten Naturschutzverbände in Deutschland. Heute engagieren sich in den 15 Landesverbänden rund 25.000 Mitglieder aktiv für den Wald. Die zum Baum des Jahres gewählten Arten werden von der SDW zum Tag des Baumes gepflanzt.
Pressekontakt:
Alexandra Bieneck
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Bundesverband e. V. (SDW)
Kaiserstraße 12 | 53113 Bonn
Tel.: 0228 945983-93
Mail: alexandra.bieneck@sdw.de
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