Niedersachsen, Deutschland

Maddie-Verdächtiger: Staatsanwaltschaft will Gerichtswechsel

11.10.2025 - 05:00:14

Der 48-jährige Deutsche ist vom Vorwurf mehrerer schwerer Sexualstraftaten freigesprochen worden. Mit der Revision wollen die Strafverfolger aber nicht nur die Aufhebung dieses Urteils erreichen.

Für einen möglichen neuen Vergewaltigungsprozess gegen den Maddie-Verdächtigen streben die Ankläger einen Gerichtswechsel an. Die Staatsanwaltschaft beantragte neben der Aufhebung des Freispruchs eine neue Verhandlung am Landgericht Göttingen, wie Behördensprecher Hans Christian Wolters der Deutschen Presse-Agentur sagte. Ziel sei es, einen möglichst unbefangenen Umgang mit dem Prozessstoff sicherzustellen. 

Im Oktober 2024 hatte das Landgericht Braunschweig den 48-jährigen Deutschen vom Vorwurf mehrerer schwerer Sexualstraftaten freigesprochen. Für eine Verurteilung gebe es nicht ausreichend Beweise der fünf Taten in Portugal, sagte die Vorsitzende Richterin damals zur Begründung. 

Die Staatsanwaltschaft hat dagegen Revision eingelegt, der Bundesgerichtshof überprüft das Urteil daher auf Rechtsfehler. Die Verteidigung hatte den Freispruch als einzig richtigen Ausgang des Verfahrens bezeichnet. 

Entscheidung vom BGH steht noch aus 

Das Landgericht Göttingen war bislang in keiner Weise mit dem Verfahren befasst, begründete Wolters, warum das Verfahren nach Auffassung der Strafverfolger nicht mehr in Braunschweig verhandelt werden sollte. Wann der Bundesgerichtshof in Leipzig über die Revision entscheidet, ist noch unklar. 

Nach dem Braunschweiger Prozess um drei Vergewaltigungen sowie zwei Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch hatte die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren mit anschließender Sicherungsverwahrung gefordert. 

International im Fokus

Im Fokus internationaler Berichterstattung ist der mehrmals vorbestrafte Sexualstraftäter seit einigen Jahren, weil die deutschen Ermittler ihn im Fall Madeleine McCann unter Mordverdacht haben. Mit Blick auf die öffentlichen Verdächtigungen im Maddie-Komplex spricht Anwalt Friedrich Fülscher von einer «massiven Vorverurteilungskampagne».

Das damals dreijährige britische Mädchen verschwand am 3. Mai 2007 aus einer Appartementanlage in Praia da Luz in Portugal. Es gibt keine Anklage in diesem Komplex und es gilt die Unschuldsvermutung. 

Verdächtiger aus Haft entlassen 

2019 verurteilte das Landgericht Braunschweig den Mann wegen schwerer Vergewaltigung in Portugal zu einer mehrjährigen Haftstrafe. Diese hat er mittlerweile abgesessen, vor knapp einem Monat wurde der 48-Jährige aus dem Gefängnis entlassen. 

In Freiheit muss sich der Mann an Auflagen halten. Er trägt eine Fußfessel und muss mindestens einmal im Monat Kontakt mit einem Bewährungshelfer halten. Außerdem soll er Wechsel seines Wohn- oder Aufenthaltsortes vorher dem Gericht mitteilen und dafür die Zustimmung einholen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Diese Acts wollen für Deutschland beim ESC antreten Von Balladen bis Italo-Pop: Im deutschen ESC-Finale treten Musikerinnen und Musiker aus ganz Deutschland an. (Unterhaltung, 15.01.2026 - 18:19) weiterlesen...

Einigung zum Abbau von 2.300 Jobs in Deutschland bei MAN Unter anderem verspricht das Unternehmen nach Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite Investitionen und eine Job- und Standortgarantie bis weit ins nächste Jahrzehnt. (Wirtschaft, 15.01.2026 - 13:37) weiterlesen...

Nato beginnt Großmanöver in Deutschland und verlegt Truppen Es wird die größte Nato-Übung in diesem Jahr: Elf Nationen und rund 10.000 Soldaten beteiligen sich an der Operation «Steadfast Dart 26», die nun beginnt – zentraler Schauplatz ist die Bundesrepublik. (Politik, 15.01.2026 - 12:43) weiterlesen...

Eriksens erstes Tor: Wolfsburg schlägt Nordrivalen St. Pauli. In München gab es ein Debakel, gegen den FC St. Pauli nun einen wichtigen Sieg. Das Siegtor fällt erst kurz vor Schluss. Der VfL Wolfsburg hat einen Fehlstart ins neue Jahr vermieden. (Politik, 14.01.2026 - 20:26) weiterlesen...

Maschsee-Mörder in Düsseldorf festgenommen. Nun wurde er in Düsseldorf festgenommen. Nach seiner Haftentlassung soll der Maschsee-Mörder aus Hannover erneut schwere Straftaten begangen haben. (Unterhaltung, 14.01.2026 - 16:24) weiterlesen...

Kernmarke VW verkauft weniger Autos. Die Kernmarke leidet dabei sogar noch etwas stärker als der Gesamtkonzern. Volkswagen verkauft 2025 weltweit weniger Autos - vor allem in China und den USA. (Wirtschaft, 13.01.2026 - 10:18) weiterlesen...