USA, Film

«Harry und Sally»-Regisseur Reiner: Ein großherziges Genie

15.12.2025 - 14:25:40 | dpa.de

Als Regisseur der Kultkomödie «Harry und Sally» wurde Rob Reiner berühmt. Aber der gebürtige New Yorker war ein Multitalent. Jetzt trauert nicht nur Hollywood um ihn und seine Frau.

Schauspieler, Regisseur, Aktivist. Mit Leidenschaft ging Rob Reiner seinen vielen Interessen nach. Jetzt ist der «Harry und Sally»-Regisseur im Alter von 78 Jahren übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge tot in seinem Haus in Los Angeles aufgefunden worden – ebenso wie seine Frau Michele. Eine Mordkommission ermittelt. «Ein trauriger Tag in Hollywood», schrieb das Branchenmagazin «Variety» – «ein unfassbarer, verstörender und komplett schockierender Tag».

Der 1947 in der New Yorker Bronx geborene Reiner hatte von klein auf mit der Leinwand zu tun. Sein Vater, Carl Reiner, inszenierte den Detektiv-Streifen «Tote tragen keine Karos» und glänzte in der Gauner-Komödie «Ocean's Eleven» als Trickbetrüger. Mutter Estelle war Sängerin und Schauspielerin. In den 1960er Jahren zog die Familie nach Beverly Hills um.

«Harry und Sally» als Leinwand-Höhepunkt

Rob Reiner selbst stand dann schon als Teenager vor der Fernsehkamera. Der erste Erfolg kam mit der TV-Sitcom «All in the Family», die Vorlage für die deutsche Hit-Serie «Ein Herz und eine Seele». Doch der Ruhm als Schauspieler war Reiner nicht genug: Er wollte Regie führen.

Nach der Verfilmung des Stephen-King-Romans «Stand By Me - Das
Geheimnis eines Sommers» (1986) stieg er in die Riege von Hollywoods gefragten Regisseuren auf.

Mit «Harry und Sally» lieferte er 1989 einen echten Leinwand-Höhepunkt. Billy Crystal und Meg Ryan glänzen als beste Freunde, die sich am Ende ineinander verlieben. Unvergesslich ist eine Restaurant-Szene, in der Ryan beim Lunch einen lauten Orgasmus vortäuscht. Regisseur Reiner habe ihnen damals Raum gegeben, viel zu improvisieren, sagt Crystal Jahre später.

Familie «das wichtigste» für Reiner

Im selben Jahr soll er auch seine zweite Frau – die Fotografin Michele Singer – kennengelernt haben. Singer und Reiner sind fortan untrennbar und hatten drei gemeinsame Kinder: Jake, Nick, und Romy. Tracy – die biologische Tochter seiner ersten Ehefrau Penny Marshall – adoptierte Reiner. Seine Familie sei ihm «das wichtigste», sagte Reiner einmal. «Es gibt diesen Witz, dass niemand auf dem Sterbebett sagt, dass er mehr Zeit im Büro hätte verbringen sollen. Das sagt niemand.»

Reiners Film «Being Charlie» trägt biografische Züge: An dem Drehbuch arbeitete auch sein Sohn Nick mit. Der Film beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen dem 18 Jahre alten drogenabhängigen Protagonisten Charlie und seinem Vater. Es sei der «persönlichste» Film gewesen, an dem er jemals gearbeitet hätte, sagte Reiner nach einer Vorführung 2015. Der Film spiegele wider, was er erlebt habe, so Reiner.

Auch als Schauspieler stand er immer wieder vor der Kamera: unter anderem in Filmen wie «Schlaflos in Seattle», «Bullets Over Broadway» und in «The Wolf of Wall Street». Jüngeren Zuschauern ist er zudem als Vater der Serienfigur Jess (Zoey Deschanel) in der US-amerikanischen Sitcom «New Girl» bekannt.

Auch Engagement als Aktivist

Aber Reiners Energie galt nicht nur Hollywood. 1998 machte er sich in einer Volksabstimmung für eine höhere Tabaksteuer in Kalifornien stark. Zudem kämpfte er jahrelang für die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe. Zuletzt äußerte der streitbare Liberale immer wieder lautstarke Kritik an US-Präsident Donald Trump.

«Unsere Gründerväter hätten sich nie vorstellen können, dass die Vereinigten Staaten von Amerika von einem verurteilten Straftäter regiert werden würden. Und das verpflichtet mich, jeden möglichen Widerstand zu leisten, um dies zu ändern», schrieb Reiner nach Trumps Wiederwahl auf der Plattform X.

Aus dem Kreise der Demokraten zeigten sich viele Politiker zutiefst betroffen und schockiert über den Tod Reiners. «Rob war das großherzige Genie hinter so vielen der klassischen Geschichten, die wir lieben,» sagte Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom in einer Mitteilung. «Seine grenzenlose Empathie machte seine Geschichten zeitlos und lehrte Generationen, das Gute und Rechtschaffene in anderen zu erkennen – und ermutigte uns, größer zu träumen.»

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