Wintersport, Weltcup

Schieß-Desaster für Strelow und Horn - Biathleten chancenlos

15.03.2026 - 16:08:35 | dpa.de

Justus Strelow spricht von seinem schlechtesten Rennen, Philipp Horn muss ebenfalls drei Extra-Runden drehen. Dadurch geraten die deutschen Biathleten am Abschlusstag früh ins Hintertreffen.

  • Justus Strelow patzte so oft wie nie zuvor am Schießstand. (Archivbild) - Foto: Hendrik Schmidt/dpa
    Justus Strelow patzte so oft wie nie zuvor am Schießstand. (Archivbild) - Foto: Hendrik Schmidt/dpa
  • Sieger in der Single-Mixed-Staffel: Norwegen - Foto: Roman Koksarov/AP/dpa
    Sieger in der Single-Mixed-Staffel: Norwegen - Foto: Roman Koksarov/AP/dpa
  • Hatte am Schießstand heftig zu kämpfen: Philipp Horn - Foto: Hendrik Schmidt/dpa
    Hatte am Schießstand heftig zu kämpfen: Philipp Horn - Foto: Hendrik Schmidt/dpa
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Am Ende eines letztlich enttäuschenden Weltcups in Otepää fällte Justus Strelow ein vernichtendes Urteil. «Das war mit Abstand das schlechteste Rennen, was ich je gemacht habe», sagte der Sachse nach Platz vier im Single-Mixed in der ARD. Gleich drei Strafrunden leistete sich der beste deutsche Schütze unter den Biathleten und lag zwischenzeitlich weit außerhalb der Top 15 - es drohte das schlechteste DSV-Ergebnis jemals in diesem Wettbewerb. Teamkollegin Vanessa Voigt führte das Duo in einem hektischen Rennen noch nach vorn, weil auch die Konkurrenz reihenweise patzte.

«Vor allem liegend ärgert es mich extrem, das ist absolut indiskutabel», sagte Strelow. Als 41. im Sprint und 24. in der Verfolgung verliefen die Tage im WM-Ort von 2027 schon vorher enttäuschend. «Das war absolut schlecht», sagte der 29-Jährige vor allem zum Liegendschießen, das normalerweise seine Stärke ist: «Wir haben Vanessa zu verdanken, dass wir noch Vierter geworden sind.»

Strelow und Voigt siegten schon gemeinsam

Auf dem Treppchen standen stattdessen die siegreichen Norweger (8 Nachlader) vor Schweden (3 Strafrunden/13) und Finnland (1/15). Frankreich lag lange aussichtsreich im Rennen, wurde dann aber disqualifiziert. Émilien Jacquelin hatte verbotenerweise einen Schuss zu viel abgegeben. Deutschland lag 2:09,9 Minuten hinter Norwegen und knapp 25 Sekunden hinter Finnland.

Im Januar 2024 hatten Strelow und Voigt in Antholz die Single-Mixed-Staffel noch erfolgreich bestritten. Damals mussten sie nur einmal nachladen und hatten den ersten deutschen Sieg in dieser Disziplin seit 2015 geholt.

Ähnlich wie Strelow erwischte wenig später auch Philipp Horn einen gebrauchten Tag. In der Mixed-Staffel musste er ebenfalls drei Extra-Runden drehen, Julia Tannheimer eine weitere. Als «Krise» beschrieb Horn die Beziehung zu seinem Gewehr. «Ich ärgere mich über mich selbst, weil ich schon das Gefühl hatte, dass es irgendwie machbar war.» 

Am Ende belegten die beiden gemeinsam mit Philipp Nawrath und Selina Grotian nach insgesamt vier Strafrunden sowie 18 Nachladern den fünften Platz. Der Rückstand in einem von Windböen beeinträchtigten Rennen auf Sieger Schweden betrug 1:11,7 Minuten.

«Wie beschissen kann ein Saisonende sein?»

Schon am Samstag gab es für das deutsche Team in Estland einige Enttäuschungen zu verdauen: Janina Hettich-Walz und Nawrath nutzten ihre guten Ausgangslagen nicht und verpassten die Podestplätze in der Verfolgung deutlich. Die 29 Jahre alte Hettich-Walz fiel vom vierten Platz aus dem Sprint auf den 26. Rang zurück. Sieben Fehlschüsse kosteten beim Sieg der Italienerin Lisa Vittozzi eine vordere Platzierung. Etwas besser machte es Voigt. Sie traf zwar dreimal nicht, war aber als Zehnte die beste Deutsche.

Nawrath schoss im Jagdrennen der Männer sechsmal daneben und fiel von seinem dritten Sprint-Platz auf den achten Rang zurück. Den Sieg sicherte sich nach 12,5 Kilometern Sturla Holm Laegreid aus Norwegen mit einer Strafrunde.

Zum Abschluss der Saison geht es in der kommenden Woche noch nach Oslo. In Sprint, Verfolgung und Massenstart werden bei Männern und Frauen die letzten Siege vor der Sommerpause vergeben. Nicht mehr dabei ist dann David Zobel, der frustriert aus Otepää abreiste und nicht mehr nominiert wird. «Wie beschissen kann ein Saisonende sein?», fragte er bei Instagram. Er wurde 60. im Sprint und 38. in der Verfolgung. «Im Moment bin ich sehr bedient und muss mein bescheidenes Saisonende trotz einer meiner besten Saisons erstmal verarbeiten», schrieb Zobel.

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