Weltcup, Riesenslalom

Aicher verpasst Gesamtweltcup-Sieg - Shiffrins Freudentränen

25.03.2026 - 13:36:24 | dpa.de

Emma Aicher macht es im Kampf um die große Kristallkugel noch mal richtig spannend, kann Mikaela Shiffrin letztlich aber nicht mehr abfangen. Der US-Star feiert einen historischen Triumph.

  • Emma Aicher hielt den Kampf um den Gesamtweltcup bis zum Schluss spannend. - Foto: Gabriele Facciotti/AP/dpa
    Emma Aicher hielt den Kampf um den Gesamtweltcup bis zum Schluss spannend. - Foto: Gabriele Facciotti/AP/dpa
  • US-Skistar Mikaela Shiffrin holt den Sieg im Gesamtweltcup.  - Foto: Gabriele Facciotti/AP/dpa
    US-Skistar Mikaela Shiffrin holt den Sieg im Gesamtweltcup. - Foto: Gabriele Facciotti/AP/dpa
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Als Emma Aicher fluchend ins Ziel einfuhr, hatte US-Skistar Mikaela Shiffrin nach ihrem geschichtsträchtigen Erfolg schon einige Freudentränen vergossen. Die deutsche Skirennfahrerin fiel nach einem schweren Patzer im zweiten Durchgang noch vom Podestplatz drei auf Rang zwölf zurück und verpasste einen Triumph im Gesamtweltcup. 

Der Amerikanerin reichte beim Sieg der Kanadierin Valerie Grenier Platz elf, um die Führung im Gesamtklassement zu behaupten und sich zum sechsten Mal die große Kristallkugel der besten Athletin einer Saison zu sichern. In den Armen ihres Verlobten Aleksander Aamodt Kilde ließ die 31-Jährige ihren Emotionen freien Lauf, sank in den Schnee und schlug die Hände ungläubig vors Gesicht.

Shiffrins Lob an Aicher: «Spektakulär»

«Es ist sehr emotional. Das waren meine ersten Tränen seit Olympia. Ich bin so dankbar dafür, in dieser Position zu sein und ich bin auch dankbar für den Zweikampf mit Emma. Was sie im ersten Durchgang gemacht hat, war spektakulär und zeigt, dass sie es kann», sagte Shiffrin.

Aicher war mit 85 Zählern Rückstand auf Shiffrin ins letzte Rennen des Winters gegangen. Um im Gesamtklassement noch vorbeizuziehen, hätte sie gewinnen müssen und Shiffrin nicht punkten dürfen. Die Chancen der jungen Deutschen waren also minimal - doch fast hätte sie es tatsächlich noch geschafft.

Beim Interview nach dem Rennen konnte Aicher wieder lächeln. «Ist schon ganz cool, das sich wirklich bis zum Ende bisschen mithalten konnte. Ich freue mich, weil die Saison war wirklich richtig gut und ich bin sehr zufrieden», sagte die Allrounderin im ZDF. Mit Blick auf ihre Erkenntnisse aus diesem Winter erklärte Aicher: «Dass die Arbeit sich auszahlt. Das Ganze, was man reinsteckt, kommt irgendwann zurück».

Aicher erhöht den Druck

Mit einer famosen Fahrt schob sich Aicher, die es zuvor noch nie in einem Riesenslalom auf das Podest geschafft hatte, im ersten Durchgang auf Rang drei vor. Shiffrin lag vor dem Finale gerade mal auf Platz 17 - und damit außerhalb der Punkteränge. «Meine Gedanken beim Start waren: Fahre einfach Ski und denke nicht nach! Das funktioniert am besten für mich», schilderte Aicher bei Eurosport. Sie selbst war sichtlich überrascht über ihre Zeit.

Der Druck auf Shiffrin war somit im zweiten Durchgang höher als erwartet. Die 31-Jährige zeigte aber eine deutlich bessere Fahrt und machte Platz für Platz gut. Schon weit vor Rennende stand ihr Triumph fest. Die übrigen deutschen Fahrerinnen Lena Dürr und Kira Weidle-Winkelmann fuhren nicht in die Punkteränge.

Shiffrin holt Rekordhalterin Moser-Pröll ein

Shiffrin zog durch ihren sechsten Gesamtweltcupsieg mit Rekordhalterin Annemarie Moser-Pröll, der österreichischen Dominatorin der 1970er-Jahre, gleich. Die beste Rennfahrerin der Gegenwart hatte vor einigen Wochen in der Gesamtwertung noch komfortabel in Führung gelegen - ehe Aicher ihre Aufholjagd startete und es zu dem Herzschlagfinale in Norwegen kam.

Lob von Shiffrin: «Wirklich coole Frau»

«Sie ist eine wirklich coole, junge Frau, eine coole Sportlerin und eine coole Person», sagte Shiffrin bei ServusTV über ihre Rivalin. «Wenn ich sie diese Saison gesehen habe, war ich immer inspiriert, wie sie solche Momente angeht.» Die Amerikanerin meinte damit Aichers lockere Art und ihr immer wieder wiederholtes Mantra, einfach nur gut skifahren zu wollen. «Das ist eine coole Herangehensweise», sagte Shiffrin anerkennend. «Wundervoll.»

Aicher überzeugte bereits die ganze Saison in den Speed-Events und im Slalom, feierte zehn Podestplätze und davon drei Siege. Nun kam sogar noch der Riesenslalom als ihre vermeintlich schwächste Disziplin dazu. Warum es auch da läuft? «Keine Ahnung», sagte die gebürtige Schwedin. «Ich mache eigentlich genau dasselbe wie immer. Ich weiß nicht, warum es jetzt klappt.»

Hundertstelpech kostet Aicher etliche Punkte

Für Aicher, die große deutsche Zukunftshoffnung, war es die mit Abstand erfolgreichste Saison ihrer noch jungen Laufbahn. Dabei verpasste sie etliche Punkte wegen Hundertstelpech bei gleich mehreren Rennen, das sie Siege oder noch bessere Platzierungen kostete.

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