Deutschland, Russland

Offiziell: Biathlon-Staffel erhält Olympia-Gold von Sotschi

19.09.2025 - 16:41:21 | dpa.de

Die deutschen Biathleten dürfen sich Staffel-Olympiasieger von 2014 nennen. Sportlich holten sie Silber, nach dem Dopingfall des Russen Ustjugow ist es nun Gold.

  • Nachträglich Olympiasieger: Die deutsche Biathlon-Staffel von 2014. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
    Nachträglich Olympiasieger: Die deutsche Biathlon-Staffel von 2014. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
  • Jewgeni Ustjugow verliert wegen Dopings nachträglich zwei Olympiasiege. - Bild: Hendrik Schmidt/EPA/dpa
    Jewgeni Ustjugow verliert wegen Dopings nachträglich zwei Olympiasiege. - Bild: Hendrik Schmidt/EPA/dpa
Nachträglich Olympiasieger: Die deutsche Biathlon-Staffel von 2014. - Bild: Kay Nietfeld/dpa Jewgeni Ustjugow verliert wegen Dopings nachträglich zwei Olympiasiege. - Bild: Hendrik Schmidt/EPA/dpa

Die deutschen Ex-Biathleten Erik Lesser, Daniel Böhm, Arnd Peiffer und Simon Schempp sind Staffel-Olympiasieger von Sotschi 2014. Mehr als elfeinhalb Jahre nach dem Rennen bei den vom russischen Staatsdoping überschatteten Winterspielen bekommt das Quartett nachträglich die Goldmedaille von den disqualifizierten Russen zugesprochen. Das teilte das Internationale Olympische Komitee am Freitag nach der Sitzung des Exekutivkomitees mit. Silber geht an Österreich und Bronze an Norwegen.

Am 22. Februar 2014 hatte Schlussläufer Schempp in einem packenden Finale gegen Anton Schipulin um 3,5 Sekunden den Kürzeren gezogen. Doch weil der Russe Jewgeni Ustjugow später des Dopings überführt wurde und nach seiner rückwirkenden Sperre mit seinen Einsprüchen vor allen gerichtlichen Instanzen scheiterte, rückt nun Deutschland auf den Goldrang. 

Medaille in neuer Farbe

Damit endet das jahrelange Warten für die Deutschen. «Ich freue mich, dass das jetzt wirklich vom Tisch und beendet ist. Und ich kann mich auf eine neue Medaille mit einer neuen Farbe freuen. Auch nach elf Jahren ist es richtig, dass ein anderer nachrückt, wenn jemand unfair spielt», hatte Lesser bereits im Mai der dpa gesagt. 

Damals hatte das Schweizer Bundesgericht zwei Einsprüche Ustjugows gegen Entscheidungen des Internationalen Sportgerichtshofes Cas über seine Dopingsperre sowie die Annullierung seiner Wettkampfergebnisse abgelehnt. Es war die letzte rechtliche Möglichkeit für ihn gewesen. 

Danach wurden alle Ergebnisse Ustjugows zwischen dem 24. Januar 2010 bis zum Ende der Saison 2013/2014 gestrichen. Die IOC-Entscheidung zur Neuvergabe der Medaillen war dann Formsache. Neben dem Staffelgold von Sotschi hatte Ustjugow bei den Winterspielen in Vancouver 2010 noch Gold im Massenstart und Bronze mit der Staffel gewonnen, bei der WM 2011 zwei Silbermedaillen. Auch die hat er nun verloren.

Zeremonie bei Olympia?

Lesser und seine Staffelkollegen hatten bereits vor einigen Monaten ihre Silbermedaillen an den Deutschen Olympischen Sportbund zurückgeschickt. Arnd Peiffer würde sich wie Lesser auf eine Medaillenübergabe bei den Winterspielen im kommenden Jahr in Italien freuen, am besten im Biathlon-Stadion von Antholz. «Die Olympia-Medaille bei den Olympischen Spielen zu bekommen, wäre ein schöner Rahmen», hatte Peiffer der dpa gesagt. Diese Option wird das IOC in Absprache mit den Organisatoren vor Ort und dem Biathlon-Weltverband IBU anbieten. 

Die IBU geht davon aus, dass die Russen im Zuge des Skandals um Staatsdoping bei den Heimspielen in Sotschi 2014 Daten im Moskauer Kontrolllabor manipuliert haben. Zudem waren bei Ustjugow Anomalien in seinem biologischen Blutpass gefunden worden.

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