Wimbledon, Großbritannien

Handshake-Debatte: Switolina fordert Statement

10.07.2023 - 06:27:01 | dpa.de

Die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine haben nun endgültig auch Wimbledon erreicht. Die Ukrainerin Jelina Switolina stellt eine klare Forderung.

Jelina Switolina bejubelt ihren Sieg gegen Viktoria Asarenka. - Bild: Alastair Grant/AP/dpa
Jelina Switolina bejubelt ihren Sieg gegen Viktoria Asarenka. - Bild: Alastair Grant/AP/dpa

Die Ukrainerin Jelina Switolina hat in der Debatte um Handshakes mit Profis aus Russland und Belarus eine klare Ansage der Tennis-Organisationen gefordert. «Ich denke, sie müssen mit einem Statement an die Öffentlichkeit gehen, dass es keine Handshakes zwischen russischen, belarussischen und ukrainischen Spielern geben wird», sagte Switolina (28) in Wimbledon nach ihrem Achtelfinalsieg gegen Viktoria Asarenka aus Belarus.

«Das ist ein klares Statement von mir»

Danach hatte Switolina auf das im Tennis obligatorische Händeschütteln nach einer Partie verzichtet. Wegen des russischen Angriffskrieges auf ihre Heimat weigert sich Switolina, Spielerinnen aus Russland und Belarus die Hand zu geben. «Ich habe es schon mehrmals gesagt, dass ich, solange russische Truppen nicht die Ukraine verlassen und wir uns unsere Territorien zurückgeholt haben, keine Handshakes machen werde. Das ist ein klares Statement von mir», sagte Switolina.

Ihre Gegnerin Asarenka hatte das nach ihrer Niederlage akzeptiert, war dann beim Verlassen des Platzes aber von einem Teil der Zuschauerinnen und Zuschauer ausgebuht worden. Daraufhin war die frühere Nummer eins der Welt völlig entgeistert stehen geblieben und hatte dann mit einer auch später nicht näher definierten Geste, bei der sie ihre Hände in der Luft über Kreuz gelegt hatte, den Court verlassen.

Klare Ansage «der richtige Weg»

«Vielleicht ist es einigen Leuten nicht klar. Einige Leute scheinen nicht zu wissen, was los ist», sagte Switolina. Sie erinnerte daran, bei den French Open in Paris ebenfalls ausgebuht worden zu sein, als sie nach ihrer Viertelfinalniederlage gegen Aryna Sabalenka aus Belarus der Weltranglistenzweiten nicht am Netz gratuliert hatte. Deshalb sei eine klare Ansage der Organisationen «der richtige Weg».

Asarenka zeigte sich von der Reaktion des Publikums enttäuscht, von der Diskussion über das Thema aber genervt. «Macht es nicht größer als es ist. Es verändert kein Menschenleben, ob jemand dem anderen am Netz die Hand gibt, oder nicht», sagte Asarenka. «Ich kenne Jelina schon seit langer Zeit und hatte immer ein gutes Verhältnis zu ihr. Die Umstände sind, wie sie sind.»

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