Zverev meckert und spielt sich ins Wimbledon-Achtelfinale
04.07.2026 - 18:59:45 | dpa.deAlexander Zverev schrie seine Erleichterung heraus. Ohne zu glänzen, erreichte der Titel-Mitfavorit in Wimbledon sein insgesamt 25. Grand-Slam-Achtelfinale. Dank des 6:2, 7:6 (7:4) 6:4 gegen den US-Amerikaner Marcos Giron erfüllte der French-Open-Gewinner seine nächste Pflichtaufgabe und darf weiter auf seinen ersten Titel beim Rasenklassiker in London hoffen.
Während des 2:34 Stunden dauernden Matches schimpfte der Weltranglisten-Dritte zwar unzufrieden in Richtung seiner Box und erlaubte sich Nachlässigkeiten. Zweifel an seinem Weiterkommen ließ er aber nicht zu. «Ich fühle mich anders als im letzten Jahr. Ich spiele besseres Tennis», sagte Zverev im Siegerinterview. «Mit einem Titel hierherzukommen, hilft jedem. Ich möchte natürlich weitermachen.» Danach erfüllte der 29-Jährige entspannt Autogrammwünsche.
Viertelfinal-Premiere in Reichweite
Zum vierten Mal steht der Hamburger im Wimbledon-Achtelfinale und stellt damit sein bestes Resultat im All England Club bereits ein. Im Achtelfinale soll nun gegen den Weltranglisten-14. Jiri Lehecka aus Tschechien oder den Spanier Jaume Munar erstmals der erste Sprung ins Viertelfinale glücken.
Nach seinem Triumph in Paris ist der Weltranglisten-Dritte ein Titel-Mitfavorit in Wimbledon. Anders als bei den French Open, als der italienische Weltranglisten-Erste Jannik Sinner und der serbische Rekord-Grand-Slam-Sieger Novak Djokovic früh scheiterten, sind die beiden Topstars im All England Club aber noch dabei. Auf einen der beiden könnte Zverev aber erst in einem möglichen Finale treffen - und bis dahin ist es noch ein weiter Weg.
Aufschlag ein Trumpf
In seiner Drittrundenpartie konnte sich Zverev insbesondere auf seinen Aufschlag verlassen, dem Giron oft wenig entgegenzusetzen hatte. So rauschte der 1,98 Meter große Olympiasieger von 2021 im ersten Satz durch seine Aufschlagspiele, während der 32 Jahre alte Kalifornier bei eigenem Service Probleme hatte. Zverev hätte es sich im ersten Durchgang noch leichter machen können, hätte er seine Breakchancen noch konsequenter genutzt.
Zverev meckert Richtung seiner Box
Zweimal nahm der erste deutsche Grand-Slam-Turniersieger seit Boris Becker dem US-Amerikaner den Aufschlag zum 2:1 und 5:2 ab. Zum Gefallen seines Vaters Alexander Zverev und von Bruder Mischa auf der Tribüne sicherte sich der Hamburger schnell den ersten Durchgang.
Danach ließ Zverev nach und leistete sich etliche leichtere Fehler. Der Weltranglisten-92. Giron kam etwas besser in die Partie, die nun ausgeglichener wurde. Unzufrieden meckerte Zverev in Richtung seiner Box, holte sich aber im Tiebreak auch den zweiten Durchgang. Im dritten Satz gab Zverev ein 4:1 wieder her und verlor erstmals sein Aufschlagspiel. «Er bewegt sich schlecht», urteilte Ex-Wimbledonsieger Michael Stich bei Prime. Doch letztlich vermied Zverev einen Satzverlust und konnte Kraft sparen.
Struff steht vor seinem größten Wimbledon-Auftritt
Zverev folgte mit seinem Sieg Jan-Lennard Struff ins Achtelfinale und machte das beste deutsche Wimbledon-Abschneiden bei den Männern seit 14 Jahren perfekt. Erstmals, seit 2012 Florian Mayer und Philipp Kohlschreiber in der Runde der besten 16 standen, erreichte wieder ein Duo die Runde der besten 16. Die Statistik sollte aber nicht über die insgesamt wenig zufriedenstellende Situation im deutschen Männer-Tennis hinter Spitzenspieler Zverev hinwegtäuschen.
Der ungesetzte Struff hatte am Freitag mit einem imposanten Auftritt überraschend erstmals in seiner Karriere die dritte Runde überstanden. Am Sonntag hat der 36-jährige Sauerländer gegen den Polen Hubert Hurkacz die Chance auf seinen erstmaligen Viertelfinaleinzug bei einem Grand-Slam-Turnier.
