Regionalliga-Reform: DFB plant vier Staffeln mit 20 Teams
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 11:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFinanzielle Folgen für die Regionalliga
- Jeder der fünf Regionalverbände soll zunächst vier Jahre lang jährlich 500.000 Euro erhalten.
- Für jeden teilnehmenden Verein sind 40.000 Euro vorgesehen.
- Zweite Mannschaften von Profiklubs sollen von den Kompensationszahlungen ausgeschlossen bleiben.
DFB plant vier Regionalliga-Staffeln ab 2028
DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat den Chefs der Regional- und Landesverbände seinen Vorschlag für eine Reform ab der Saison 2028/2029 übermittelt. Nach dpa-Informationen sieht das sogenannte Kompass-Modell vier geografisch zusammengestellte Staffeln mit jeweils 20 Teams und den direkten Aufstieg ihrer Meister in die 3. Fußball-Liga vor.
Beratung der Verbände am Montag
Der Vorschlag soll bei einer Sitzung der Regional- und Landeschefs am Montag diskutiert werden. Nach dem Modell würden die vier Staffeln nach geografischen Gesichtspunkten gebildet.
Zur Reform gehören auch finanzielle Ausgleichszahlungen. Jeder der fünf Regionalverbände soll zunächst für vier Jahre jährlich 500.000 Euro erhalten, für jeden teilnehmenden Verein sind 40.000 Euro vorgesehen.
Zweite Mannschaften ausgenommen
Von den Kompensationszahlungen sollen die zweiten Mannschaften der Profiklubs ausgeschlossen werden. Damit verbindet der DFB die geplante Neuordnung mit einer finanziellen Regelung für die Vereine, die an den neuen Staffeln teilnehmen.
Bayern favorisiert fünf Aufsteiger
Nicht alle Regionalverbände unterstützen das Kompass-Modell. Bayern setzt stattdessen auf eine Aufstockung der 3. Liga von 20 auf 22 Teams und fünf Aufsteiger aus den fünf Regionalligen.
Entscheidung im Dezember
Die Reform soll beim DFB-Bundestag am 18. Dezember beschlossen werden. Bis dahin sind weitere Gespräche zwischen den beteiligten Regionalverbänden notwendig.
Die geplante Reform soll die seit Jahren umstrittene Aufstiegsregelung zwischen Regionalliga und 3. Liga neu ordnen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie viele Mannschaften aus der vierten Spielklasse aufsteigen können und nach welchen Kriterien die Staffeln gebildet werden.
Das Kompass-Modell würde die bisher fünf Regionalligen durch vier geografisch zugeschnittene Staffeln ersetzen. Die direkten Aufstiegsplätze für alle vier Meister könnten den sportlichen Weg in die 3. Liga vereinfachen, zugleich müssten Verbände und Vereine ihre bisherigen Zuständigkeiten und regionalen Zuordnungen neu organisieren.
Streit über die Struktur
Die bayerische Alternative setzt dagegen auf den Erhalt von fünf Regionalligen und eine Vergrößerung der 3. Liga auf 22 Mannschaften. Damit wären fünf Aufsteiger möglich. Dieser Vorschlag würde zwar die bestehenden regionalen Strukturen stärker bewahren, hätte aber Folgen für Spielplan, Abstieg und wirtschaftliche Rahmenbedingungen der 3. Liga.
Die vorgesehenen Ausgleichszahlungen sollen den Übergang abfedern. Für die Vereine geht es dabei nicht nur um die einmalige Wirkung einer Reform, sondern auch um verlässlichere Finanzplanung über mehrere Spielzeiten. Dass zweite Mannschaften von Profiklubs ausgeschlossen werden sollen, betrifft zudem unmittelbar die Wettbewerbsbedingungen innerhalb der Regionalligen.
Entscheidung im Dezember
Vor dem DFB-Bundestag am 18. Dezember stehen deshalb weitere Gespräche zwischen Regional- und Landesverbänden an. Die Sitzung am Montag soll klären, ob sich für das Kompass-Modell eine ausreichende Mehrheit abzeichnet oder ob die unterschiedlichen Interessen weiter auseinanderliegen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Frankfurter Rundschau: „Reizstimmung im DFB-Campus nicht nur wegen der Regionalligareform“ (22.10.2026)
Der Artikel bestätige, dass Neuendorf auf vier Regionalligen setze und Bayern eine 3. Liga mit 22 Mannschaften sowie fünf Aufsteigern bevorzuge. Anders als die dpa-Meldung richte er den Schwerpunkt stärker auf die angespannte Stimmung in den Verbänden, persönliche Konflikte und die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit beim DFB-Bundestag.
Gemeinsam ist beiden Darstellungen, dass die Reform vor der Sitzung am Montag beraten werden solle und die Entscheidung am 18. Dezember anstehe. Offen bleibe, ob die unterschiedlichen Modelle bis dahin zu einem mehrheitsfähigen Kompromiss zusammengeführt werden könnten.
