News, Klingel an einer Wohnung

Verbraucherschützer warnen vor ominösen Methoden bei Haustürgeschäften

03.12.2020 - 09:54:17

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hat an die Bundesregierung appelliert, Verbraucher besser vor Belästigungen und Abzocke bei Haustürgeschäften in Schutz zu nehmen.

Klaus Müller, der Vorstand und Sprecher des Bundesverbandes, erklärte dem Düsseldorfer "Handelsblatt" für seine am Donnerstag erscheinende Ausgabe, besonders in der Zeit der Corona-Epidemie seien viele Verbraucher mehr zu Hause als früher, auch weil sie vermehrt im Home-Office arbeiteten. Das wisse natürlich auch der Direktvertrieb, der "mit teilweise unseriösen Methoden auf Kundenfang" gehe, so Müller weiter.

Das fange bei langfristigen Internet-, Telefon- und Stromverträgen an und reiche bis hin zur "Abzocke" mit vorgeblich hochwertigen Buchausgaben. Müller rief Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) daher dazu auf, hier gesetzlich gegenzuhalten. Sein Verband fordere, dass Anbieter zukünftig nur noch nach einer vorherigen Zustimmung durch den Verbraucher "an einer Haustür klingeln und ihre Verträge anbieten" dürften. Weiterhin sei eine Stärkung des bestehenden Widerrufsrechts erforderlich. Zudem sollten die Händler ab einer Summe von 50 Euro nicht mehr auf eine sofortige Bezahlung der Ware noch an der Haustür bestehen dürfen. "Verbraucherschutz darf nicht an der Haustür enden", unterstrich der ehemalige schleswig-holsteinische Landesminister für Umwelt und Landwirtschaft im Gespräch mit dem "Handelsblatt" und betonte, die Beachtung dieses Prinzips "würde unseriöse Geschäftemacher vom Markt drängen" und auf diese Weise "allen ehrlichen Kaufleuten zugutekommen."

Wie eine im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbandes durchgeführte repräsentative Umfrage des Berliner Meinungsforschungsinstituts Forsa ergeben hat, sind fast alle Befragten - 98 Prozent - der Ansicht, Haustürgeschäfte stellten keine geeignete Form dar, um Produkte zu erwerben oder Verträge abzuschließen. Die Befragten begründen ihre Haltung zum Beispiel damit, sie fühlten sich bei Haustürgeschäften von den Vertretern unter Druck gesetzt (33 Prozent) oder sie hätten Angst, einem Betrug zum Opfer zu fallen (21 Prozent). Fast jeder fünfte Befragte (19 Prozent) hat laut der Umfrage, über die das "Handelsblatt" ebenfalls in seiner Ausgabe vom Donnerstag berichtet, innerhalb der letzten zwei Jahre mindestens einmal einen Vertrag unterschrieben, den er in dieser Form gar nicht abschließen wollte. Fast die Hälfte der Befragten, 46 Prozent, unterstützte zudem das Verlangen des Verbraucherzentrale Bundesverbandes nach einer Verlängerung der Widerrufsfrist nach Vertragsabschlüssen an der Haustür von jetzt 14 Tagen auf 30 Tage. Für die Umfrage wurden bundesweit 1.000 Personen ab einem Alter von 18 Jahren befragt.

 

Redaktion ad-hoc-news.de, A-1010413

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