Gesundheit, Steuern

Koalition zeigt sich offen für Tabak-Sondersteuer

09.10.2025 - 06:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

In beiden Regierungsfraktionen und im Bundesgesundheitsministerium gibt es Bereitschaft, über eine Zusatzabgabe auf Tabakprodukte zugunsten der Gesetzlichen Krankenversicherung zu diskutieren.

Raucherwarnung auf Zigarettenschachtel (Archiv) - Bild: über dts Nachrichtenagentur
Raucherwarnung auf Zigarettenschachtel (Archiv) - Bild: über dts Nachrichtenagentur
Das berichtet der "Tagesspiegel Background". Grundgedanke ist dabei, Tabak durch eine Verteuerung unattraktiver zu machen und die damit generierten Einnahmen zu nutzen, um die Folgekosten des Konsums für die Krankenkassen auszugleichen. Die Steuermittel würden demnach direkt in den Gesundheitsfonds der gesetzlichen Krankenversicherung fließen. "Eine risikogerechte Besteuerung von Tabakprodukten ist überfällig", sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Simone Borchardt (CDU).

Wer die gesundheitlichen und finanziellen Folgen des Rauchens ernst nehme, "muss das Verursacherprinzip stärker in den Mittelpunkt rücken". Wichtig sei dabei aber, dass zusätzliche Steuern "konsequent in den Gesundheitsfonds fließen und gezielt für Prävention und Entwöhnung eingesetzt werden", so Borchardt. Eine Erhöhung müsse über "reine Steuerpolitik" hinausgehen. Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Christos Pantazis, bezeichnete es als "interessantes Signal", dass die Union in der Frage offenbar dazu bereit ist, von ihrer bisherigen Ablehnung einer Sonderabgabe auf Tabakprodukte abzukehren. Eine Erhöhung der Tabaksteuer könne "ein wirksames Instrument sein, wenn sie klug ausgestaltet ist". Seine Fraktion, so Pantazis, sei hier "jederzeit gesprächsbereit - vorausgesetzt, es handelt sich nicht um reine Symbolpolitik, sondern um einen echten Beitrag zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit". Tino Sorge (CDU), parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, äußerte sich zurückhaltender, aber ebenfalls offen für eine Diskussion. Durch Rauchen und Passivrauchen entstünden dem Gesundheitssystem jährliche Folgekosten in Höhe von rund 30 Milliarden Euro, weitere 67 Milliarden an indirekten Kosten, etwa durch Arbeitsunfähigkeit oder frühzeitiges Versterben von Menschen. Auch er wisse, sagte Sorge, "dass das Steuerthema eine Lenkungswirkung hat", man deshalb auch "die politische Debatte führen" müsse. Steuererhöhungen "könnte man machen", allerdings sei er der Meinung, "dass man diese Steuermittel dann zielgerichteter ins Gesundheitssystem fließen lassen" müsse.

de | news | 68257294 |

Weitere Meldungen

Merz setzt auf Verständigung für «großen Sprung nach vorn». Der Kanzler zeigt sich zuversichtlich. Die Spitzen von Union und SPD wollen nach wochenlangem Ringen zu Entscheidungen für mehrere zentrale Vorhaben kommen. (Politik, 01.07.2026 - 13:31) weiterlesen...

Grüne werfen Klingbeil Täuschung von Geringverdienern vor Die Grünen werfen Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) vor, im Streit um Steuersenkungen Millionen Geringverdiener zu täuschen.Die finanzpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Katharina Beck, sagte der "Bild": "Klingbeil erzählt Millionen Menschen mit geringen Einkommen Unfug, denn er kann sie mit der Einkommensteuer faktisch nicht entlasten, da 20 bis 30 Prozent der Arbeitenden unter der Einkommensteuerschwelle liegen." Seine Milliardenpakete würden immer nur die Mitte entlasten, was gut sei, aber eben sehr viele untere Einkommen gar nicht bis kaum.Beck forderte Klingbeil und die Regierung auf, die Sozialabgaben zu senken. (Politik, 01.07.2026 - 13:08) weiterlesen...

Darum geht es im Koalitionsausschuss. Bei der Steuer knirscht es am meisten. Über die Rente besteht weitgehend Einigkeit. (Politik, 01.07.2026 - 07:13) weiterlesen...

Bundesregierung plant Zuckersteuer statt Zuckerabgabe Die schwarz-rote Bundesregierung will statt einer Zuckerabgabe jetzt doch eine Zuckersteuer auf Softdrinks erheben. (Politik, 30.06.2026 - 05:00) weiterlesen...

Lies warnt schwarz-rote Koalition vor Hektik Kurz vor der entscheidenden Sitzung des Koalitionsausschusses vor der Sommerpause hat Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) Union und SPD im Bund vor übereilten Beschlüssen gewarnt - auch wenn Zeit- und Erwartungsdruck hoch seien."Wir brauchen dabei Tempo - aber bitte keine Hektik. (Politik, 30.06.2026 - 00:00) weiterlesen...

Gelingt das «Gesamtkunstwerk» Reformpaket?. Die Bewährungsprobe für die neue Harmonie in der schwarz-roten Regierung steht aber noch bevor - ab Mittwoch im Koalitionsausschuss. Über die Renten-Reform besteht weitgehend Einigkeit. (Politik, 29.06.2026 - 13:08) weiterlesen...