Gesundheit

Zahl der Pflegekräfte steigt: Rund 409.000 Vollkräfte in Kliniken

19.03.2026 - 04:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Zahl der Pflegekräfte in Krankenhäusern ist 2024 auf rund 409.000 Vollzeitäquivalente gestiegen.

Medizinisches Personal in einem Krankenhaus (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Medizinisches Personal in einem Krankenhaus (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Das geht aus Zahlen des Fachkräftemonitorings der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) vor, über die das Nachrichtenportal "Politico" berichtet.

"Das Interesse an der Arbeit im Krankenhauswesen und an entsprechenden Ausbildungswegen ist hoch und zeigt die anhaltende Attraktivität des Gesundheitssektors", sagte die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DKG, Henriette Neumeyer. "Eine bedarfsgerechte Personalbemessung wird grundsätzlich als wichtig anerkannt, stößt jedoch noch nicht überall auf Akzeptanz, da sie vielfach als zu starr und bürokratisch wahrgenommen wird und ihre Vorteile in den Krankenhäusern bislang nicht ausreichend zur Geltung kommen."

Die steigenden Pflegepersonalkosten belasten jedoch die gesetzlichen Krankenkassen zunehmend. Laut Bundesgesundheitsministerium stiegen die Pflegepersonalkosten 2025 um rund zwölf Prozent, die Kosten für die Krankenhausbehandlungen insgesamt um 9,6 Prozent.

Für die Vertreter der gesetzlichen Krankenkassen ist das nicht hinnehmbar. "Jetzt reicht es. Wir erleben derzeit im Krankenhaussektor eine gefährliche Entkoppelung von ökonomischer Realität und politischer Rhetorik", sagte Johannes Wolff, Abteilungsleiter Krankenhäuser beim GKV-Spitzenverband. "Während das Wirtschaftswachstum stagniert, driften die Gesundheitsausgaben ungebremst nach oben. Der zentrale Treiber dieser Entwicklung ist das (Pflege)personal, das sich zum Ausgabentreiber entwickelt hat." Es gebe einen historischen Höchststand an Beschäftigten. "Doch dieser massive Personalaufbau führt paradoxerweise nicht zu einer effizienteren Versorgung." Wir finanzierten "immer mehr Personal für immer weniger Patienten".

Der Pflegerat wies diese Kritik jedoch zurück. "Der Personalaufbau ist kein Beleg für Entwarnung, sondern für einen lange ignorierten Mangel", sagte Christine Vogler, die Präsidentin des Deutschen Pflegerats. In den frühen 2000er Jahren seien mehr als 50.000 Stellen abgebaut worden, was jetzt "mühsam korrigiert" werde.

de | news | 68847104 |

Weitere Meldungen

SPD drängt auf Pharma-Kurswechsel bei Krankenkassen-Sparpaket Teile der SPD wollen der Pharmaindustrie beim geplanten GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz entgegenkommen. (Politik, 10.06.2026 - 13:51) weiterlesen...

Krankenkassen-Finanzlücke größer als erwartet Die Finanzlücke der gesetzlichen Krankenkassen fällt größer aus als bislang erwartet. (Politik, 10.06.2026 - 00:00) weiterlesen...

CDU-Arbeitnehmerflügel fordert Einbeziehung der Beamten in Reformen Der Arbeitnehmerflügel der CDU verlangt vor dem Treffen der Koalitionsspitzen mit den Sozialpartnern im Kanzleramt eine Einbeziehung der Beamten in die anstehenden Reformen.Der Bundesvorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Dennis Radtke, sagte der "Süddeutschen Zeitung", er könne sich keine Reformen für Rente, Pflege und Gesundheit vorstellen, in die nicht wirkungsgleich auch Änderungen für Beamte eingearbeitet würden. (Politik, 09.06.2026 - 17:03) weiterlesen...

Studie vorgestellt: Heilmittelkosten steigen weiter rasant Die Ausgaben für Heilmitteltherapien in Deutschland sind in den letzten Jahren stark gestiegen, während die Qualität der Versorgung unklar bleibt. (Sonstige, 09.06.2026 - 11:09) weiterlesen...

Bericht: Regierung verhandelt mit USA über Medikamentenpreise Die Bundesregierung befindet sich offenbar seit mehreren Monaten in streng vertraulichen Verhandlungen mit dem US-Gesundheitsministerium über Medikamentenpreise. (Ausland, 09.06.2026 - 11:02) weiterlesen...

Bundesrechnungshof kritisiert Klingbeils Sparkurs bei Krankenkassen Der Bundesbeauftragte für Wirtschaftlichkeit in der Verwaltung hat das von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) geplante Sparpaket zugunsten der gesetzlichen Krankenversicherung im Grundsatz begrüßt, in vielen einzelnen Aspekten aber deutliche Kritik geübt.Ausgeübt wird das Amt in Personalunion vom Präsidenten des Bundesrechnungshofes, Ansgar Heveling (CDU). (Politik, 08.06.2026 - 21:28) weiterlesen...