EU, Asyl

Zahl der Asylanträge auf Rekordtief

19.04.2026 - 04:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Zahl der Asylanträge ist im ersten Quartal dieses Jahres gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um fast ein Viertel (23 Prozent) zurückgegangen und auf ein Rekordtief gefallen.Insgesamt wurden in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres nur 28.922 Schutzanträge gestellt.

Asylunterkunft (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Asylunterkunft (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Damit belegt Deutschland erstmalig seit 2015 den vierten Platz in der europäischen Asylstatistik, nachdem man zuvor jahrelang Spitzenreiter war.

Das berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf bisher unveröffentlichte Zahlen der Asylagentur der Europäischen Union (EUAA). Die Zahlen werden in einem als "vertraulich" gekennzeichneten Bericht der EU-Kommission vom 1. April 2026 zur Lage der Migration in der EU und in Drittstaaten genannt (`Integration Situation Awareness and Analysis`, Report No. 520).

Die meisten Schutzgesuche wurden laut Statistik in Frankreich gestellt (34.643), gefolgt von Spanien (32.630) und Italien (32.602). Schlusslichter sind Ungarn (26) und die Slowakei (35).

Laut EU-Bericht wurden im ersten Quartal in den 27 Mitgliedstaaten sowie Norwegen und der Schweiz (EU+) insgesamt 173.082 Asylanträge gestellt - ein Minus von 18 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die meisten Antragssteller kamen aus Venezuela (21.542), Afghanistan (21.402) und Bangladesch (9.738).

Syrien belegt mit Blick auf die Herkunftsstaaten der Antragsteller anders als in den vergangenen Jahren nach der Türkei nur noch den fünften Platz. Die Zahl der Schutzanträge von Syrern in der EU plus der Schweiz und Norwegen ging bis Ende März um 63 Prozent auf 5.556 zurück. Auch aus der Ukraine kamen nur noch wenige Anträge: Die Zahl liegt bei 4.073, ein Minus von 57 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Experten nannten den Rückgang von Asylanträgen aus Syrien und der Ukraine als einen wesentlichen Grund für den Einbruch der Schutzanträge in Deutschland. Syrer und Ukrainer hatten in der Vergangenheit häufig Deutschland als Zielland gewählt. In diesem Jahr gingen jedoch hierzulande nur noch neun Prozent der Schutzanträge von Syrern aus, die meisten Anträge (38 Prozent) wurden dagegen von afghanischen Staatsbürgern gestellt. Derzeit leben in Deutschland rund 940.000 syrische Staatsangehörige.

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