Ukraine meldet Drohnenangriff auf Atommülllager nahe Tschernobyl
07.06.2026 - 14:37:23 | dts-nachrichtenagentur.deDer ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erklärte, dass dies nicht das erste Mal sei, dass russische Streitkräfte ukrainische Nuklearanlagen gefährden. Er bezeichnete Russlands "nukleare Erpressung" und Bedrohungen der nuklearen Sicherheit "als systematisch, vorsätzlich und inakzeptabel". Russland äußerte sich zunächst nicht öffentlich zu dem Angriff.
Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) kündigte an, die Anlage in Kürze besuchen zu wollen, um die Auswirkungen des Angriffs zu begutachten. IAEO-Generaldirektor Rafael Grossi sagte, der Vorfall sei äußerst besorgniserregend, da er sich nahe einer Anlage ereignet habe, in der große Mengen an Kernmaterial gelagert seien. Angriffe auf Nuklearstandorte seien völlig inakzeptabel und verstießen direkt gegen zentrale Grundsätze der nuklearen Sicherheit.
Bereits im Februar 2025 hatte eine Angriffsdrohne einen Schutzbogen über dem Tschernobyl-Reaktor beschädigt, der bei der Explosion und Kernschmelze im April 1986 zerstört worden war. Russland wies damals die Verantwortung zurück. Kiew und Moskau beschuldigten sich zudem gegenseitig, das russisch besetzte Kernkraftwerk Saporischschja im Südosten der Ukraine angegriffen zu haben, das größte in Europa.
