Gesundheit

Gesundheitsausgaben steigen weiter

02.04.2026 - 08:15:52 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland haben sich im Jahr 2024 auf 538,2 Milliarden Euro belaufen.

Krankenhaus (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Das waren 6.444 Euro je Einwohner, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mit. Die Gesundheitsausgaben stiegen insgesamt um 37,9 Milliarden Euro oder 7,6 Prozent gegenüber 2023. Der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag 2024 bei 12,4 Prozent und damit 0,6 Prozentpunkte höher als im Vorjahr.

Im Jahr 1994 betrugen die Gesundheitsausgaben in Deutschland 175,3 Milliarden Euro. Die Ausgaben haben sich damit in den vergangenen 30 Jahren mehr als verdreifacht. Umgerechnet entsprach dies damals 2 161 Euro je Einwohner und einem Anteil am BIP von 9,5 Prozent.

Gegenüber 2023 verzeichnete die soziale Pflegeversicherung im Vergleich aller Ausgabenträger den stärksten Anstieg von 11,3 Prozent oder 6,5 Milliarden Euro auf 64,7 Milliarden Euro. Dieser ist insbesondere auf die weiter steigenden Kosten im Zusammenhang mit Pflegegeld und Pflegesachleistungen sowie die Leistungszuschläge für vollstationäre Eigenanteile nach § 43c SGB XI zurückzuführen. Der Anteil der sozialen Pflegeversicherung an den Gesundheitsausgaben entsprach 12,0 Prozent.

Mit einem Ausgabenanteil von 55,9 Prozent war die gesetzliche Krankenversicherung auch im Jahr 2024 der größte Ausgabenträger im Gesundheitswesen. Ihre Ausgaben beliefen sich auf 300,8 Milliarden Euro und lagen somit 7,8 Prozent oder 21,7 Milliarden Euro über denen des Jahres 2023.

Die privaten Haushalte und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck bildeten 2024 mit Gesundheitsausgaben in Höhe von 65 Milliarden Euro oder 12,1 Prozent den zweitgrößten Ausgabenträger. Im Vorjahresvergleich wiesen sie einen Ausgabenanstieg von 5,4 Prozent oder 3,3 Milliarden Euro auf.

Die Ausgaben der privaten Krankenversicherung stiegen um 9,7 Prozent oder 3,9 Milliarden Euro auf 44,8 Milliarden Euro. Auf sie entfielen 8,3 Prozent der Gesundheitsausgaben.

Gegliedert nach Einrichtungen des Gesundheitswesens entfiel 2024 mit 259,4 Milliarden Euro fast die Hälfte der Gesundheitsausgaben (48,2 Prozent) auf ambulante Einrichtungen wie zum Beispiel Apotheken oder Arztpraxen. In (teil-) stationären Einrichtungen -- hierzu zählen Krankenhäuser, Einrichtungen der (teil-) stationären Pflege sowie Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen - wurden insgesamt 197,7 Milliarden Euro aufgewendet, das entsprach 36,7 Prozent aller Ausgaben.

Im Vergleich zum Vorjahr sind in fast allen Einrichtungen die Gesundheitsausgaben deutlich gestiegen. Lediglich in der Einrichtung Gesundheitsschutz, zu der unter anderem die Gesundheitsämter, das Robert-Koch-Institut (RKI) und das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) zählen, war nochmals ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 1,3 Milliarden Euro (-18,5 Prozent) auf 5,9 Milliarden Euro festzustellen. Hintergrund sind im Jahr 2023 noch weiterhin geleistete Corona-Ausgaben, die 2024 nahezu vollständig entfielen.

Ein Vergleich mit dem Vor-Corona-Jahr 2019 zeigt jedoch beim Gesundheitsschutz den stärksten prozentualen Anstieg aller Einrichtungen der vergangenen fünf Jahre. Dieser lag bei 61,5 Prozent oder 2,2 Milliarden Euro. Maßgeblich hierfür sind die unternommenen Anstrengungen, unter anderem durch den Pakt für den öffentlichen Gesundheitsdienst, den Gesundheitsschutz zu stärken.

Neben ärztlichen, therapeutischen und pflegerischen Leistungen zählen unter anderem die Gewährleistung von Zahnersatz, das Bereitstellen von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln sowie von Unterkunft und Verpflegung zum Leistungsspektrum der Einrichtungen des Gesundheitswesens.

Mit 135,9 Milliarden Euro oder 25,3 Prozent bildeten die pflegerischen Leistungen, zu der unter anderem die ambulant und stationär geleistete Grund-, Behandlungs- und Intensivpflege zählen, die größte Ausgabenposition. Mit einem Anstieg von 14,2 Milliarden Euro beziehungsweise 11,6 Prozent war die Veränderung im Vergleich zum Vorjahr am größten. Grund hierfür sind insbesondere die gestiegenen Pflegepersonalkosten im stationären Bereich sowie die Pflegegeldzahlungen in der häuslichen Pflege.

Starke Ausgabenzuwächse gab es daneben bei den Arzneimitteln. Unter anderem durch das Auslaufen des für 2023 einmalig angehobenen Herstellerrabatts für erstattungsfähige Arzneimittel stiegen die Ausgaben im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr um 7,2 Milliarden Euro beziehungsweise 9,3 Prozent auf 85,1 Milliarden Euro.

Für das Jahr 2025 wird auf Basis bereits vorliegender und fortgeschriebener Werte ein weiterer deutlicher Anstieg der Gesundheitsausgaben auf 579,5 Milliarden Euro geschätzt. Das wären 41,3 Milliarden Euro oder 7,7 Prozent mehr als im Jahr 2024.

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