Gesundheit

Warken stellt GKV-Sparpaket vor

14.04.2026 - 13:33:01 | dts-nachrichtenagentur.de

Zwei Wochen nach der Veröffentlichung des Berichts der Finanzkommission Gesundheit zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hat Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) ihr Sparpaket vorgestellt.Das von ihr vorgeschlagene Paket werde sich im Wesentlichen an zwei Leitlinien orientieren, sagte sie am Dienstag in Berlin.

Nina Warken (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Nina Warken (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
"Erstens: Die Zuwächse von Preisen und Vergütungen werden wir auch in Zukunft für alle Leistungsbereiche an die Entwicklung der Einnahmen koppeln." Die Maßnahme sei keine pauschale Kürzung, sondern die Begrenzung von zukünftigen Ausgabensteigerungen auf reale Einnahmenentwicklungen. "Wir können schlicht nicht mehr Geld ausgeben, als wir einnehmen", so Warken.

Die zweite Leitlinie sei, dass die Ausgaben für die Versicherten einen nachweisbaren Nutzen haben müssten. "Regelungen, die diesem Anspruch nicht gerecht werden, können nicht mehr finanziert werden." Angesichts der finanziellen Herausforderungen müssten alle Bereiche und alle Beteiligten ihren Beitrag leisten. "Sonst können wir das Defizit schlicht nicht decken."

Insgesamt will Warken über drei Viertel der von der Finanzkommission vorgeschlagenen Maßnahmen umsetzen. Konkret schlägt sie unter anderem vor, im stationären Bereich die sogenannte Meistbegünstigungsklausel dauerhaft zu streichen. Zudem sollen Zuwächse beim Pflegebudget begrenzt und die schrittweise Einführung eines verpflichtenden Zweitmeinungsverfahrens vorangetrieben werden.

Im vertragsärztlichen Bereich wird unter anderem die Abschaffung der extrabudgetären Vergütungen für Leistungen in offenen Sprechstunden und Vermittlungsfällen vorgeschlagen. Bei den Krankenkassen sollen die Verwaltungsausgaben begrenzt und die Werbeausgaben halbiert werden.

Durch die Maßnahmen können laut Warken im kommenden Jahr fast zwölf Milliarden Euro eingespart werden. "Das alleine reicht aber noch nicht", so die Ministerin. "Und um das Defizit wirklich nachhaltig zu decken, müssen auch Versicherte und Arbeitgeber einen Beitrag leisten." Aber ohne diese Maßnahmen würde die Belastung der Versicherten und der Arbeitgeber "um ein Vielfaches höher ausfallen als mit der Reform", ergänzte Warken.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | politik | 69144867 |

Weitere Meldungen

Studie vorgestellt: Heilmittelkosten steigen weiter rasant Die Ausgaben für Heilmitteltherapien in Deutschland sind in den letzten Jahren stark gestiegen, während die Qualität der Versorgung unklar bleibt. (Sonstige, 09.06.2026 - 11:09) weiterlesen...

Studie: Burnout-Risiko in Start-ups steigt Die hohe Arbeitsbelastung wird zunehmend zum gesundheitlichen Risiko für Mitarbeiter in Start-ups. (Wirtschaft, 09.06.2026 - 06:39) weiterlesen...

Biontech setzt weiter auf mRNA. Das berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf mehrere mit der Sache vertraute Personen.Nach dem Weggang der Gründer hat das Mainzer Biotech-Unternehmen erste strategische Entscheidungen getroffen. Biontech will weiter auf mRNA-Technologie setzen. (Wirtschaft, 08.06.2026 - 07:04) weiterlesen...

Politiker kritisieren Pharma-Konzerne wegen Investitionsstopp Die geplante Streichung von Pharma-Investitionen wegen der geplanten Gesundheitsreform stößt auf teils heftige Kritik."Die Politik darf sich von solchen Drückerkolonnen-Methoden nicht einschüchtern lassen. (Politik, 05.06.2026 - 20:01) weiterlesen...

GKV-Spitzenverband warnt vor Schonprogramm für Pharmaindustrie In der Debatte um die geplante Krankenkassenreform von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) warnt die stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Stefanie Stoff-Ahnis, davor, die Einsparungen bei der Pharmaindustrie zu gering ausfallen zu lassen."Arzneimittel sind nach den Krankenhäusern der zweitgrößte Kostenblock in der gesetzlichen Krankenversicherung und die Pharmaindustrie verdient daran blendend", sagte Stoff-Ahnis der "Rheinischen Post". (Politik, 04.06.2026 - 06:53) weiterlesen...

Eli Lilly halbiert Milliarden-Investition in Deutschland Der US-Pharmakonzern Eli Lilly will seine ursprünglich geplante 2,3-Milliarden-Euro-Investition zur Herstellung von Abnehmspritzen im rheinland-pfälzischen Alzey halbieren. (Wirtschaft, 03.06.2026 - 18:02) weiterlesen...