USA, International

US-Notenbank lässt Leitzins unverändert

20.09.2023 - 20:34:55 | dpa.de

Zum vierten Mal im laufenden Jahr bleibt der US-Leitzins unverändert. Das dürfte vor allem US-Präsident Trump ärgern, der mit dem Einzug seines Kandidaten Kevin Warsh auf etwas anderes gehofft hatte.

  • Seit März 2022 hob die Fed ihren Leitzins um mehr als fünf Prozentpunkte an. - Bild: Pablo Martinez Monsivais/AP/dpa
    Seit März 2022 hob die Fed ihren Leitzins um mehr als fünf Prozentpunkte an. - Bild: Pablo Martinez Monsivais/AP/dpa
  • Jerome Powell, Vorsitzender der US-Notenbank (Federal Reserve). - Bild: Jacquelyn Martin/AP/dpa
    Jerome Powell, Vorsitzender der US-Notenbank (Federal Reserve). - Bild: Jacquelyn Martin/AP/dpa
  • Die Federal Reserve beließ den Leitzins bei nun acht Entscheidungen in Folge unverändert. (Archivbild) - Bild: Patrick Semansky/AP/dpa
    Die Federal Reserve beließ den Leitzins bei nun acht Entscheidungen in Folge unverändert. (Archivbild) - Bild: Patrick Semansky/AP/dpa
  • Die Fed hat geschlossen für eine Zinspause gestimmt – auch Fed-Chef Warsh. (Archivfoto) - Bild: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa
    Die Fed hat geschlossen für eine Zinspause gestimmt – auch Fed-Chef Warsh. (Archivfoto) - Bild: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa
Seit März 2022 hob die Fed ihren Leitzins um mehr als fünf Prozentpunkte an. - Bild: Pablo Martinez Monsivais/AP/dpa Jerome Powell, Vorsitzender der US-Notenbank (Federal Reserve). - Bild: Jacquelyn Martin/AP/dpa Die Federal Reserve beließ den Leitzins bei nun acht Entscheidungen in Folge unverändert. (Archivbild) - Bild: Patrick Semansky/AP/dpa Die Fed hat geschlossen für eine Zinspause gestimmt – auch Fed-Chef Warsh. (Archivfoto) - Bild: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa

Wegen der Energiekrise und Inflationssorgen infolge des Iran-Kriegs rührt die US-Notenbank Federal Reserve ein weiteres Mal den Leitzins nicht an. Der Zentralbankrat stimmte geschlossen für eine erneute Zinspause. Damit bleibt die Spanne zum vierten Mal in diesem Jahr bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Nicht einmal der neue Fed-Chef Kevin Warsh wollte in seiner ersten Sitzung die von US-Präsident Donald Trump geforderten Zinssenkungen durchsetzen.

2025 hatte die Fed aus Sorge um den Arbeitsmarkt den Leitzins dreimal um jeweils einen Schritt (25 Basispunkte) gesenkt. Bei den bisherigen drei Sitzungen im laufenden Jahr legte sie dann Pausen ein. Angesichts der unsicheren Weltlage bei zugleich erhöhter Inflation rücken Zinssenkungen in weite Ferne – stattdessen scheint eine straffere Geldpolitik im Jahresverlauf wahrscheinlicher, um die Inflation in den Griff zu bekommen.

Energiekrise und starker Arbeitsmarkt

Grund dafür sind die Folgen des Iran-Kriegs und die Blockaden in der Straße von Hormus, durch die das weltweite Energieangebot deutlich eingeschränkt wurde. Entsprechend müssen Firmen derzeit viel mehr Geld für Öl, Gas und Dünger ausgeben. Das belegen auch die Mai-Zahlen in der größten Volkswirtschaft: Für Energie musste 23,5 Prozent mehr gezahlt werden als vor einem Jahr. Besonders stark war der Anstieg der Benzinpreise. Der Kraftstoff hat sich etwa 40 Prozent verteuert.

Zudem war die Zahl der Beschäftigten in den USA im Mai überraschend um 172.000 gestiegen – fast doppelt so stark wie von Experten erwartet. Das lässt Zinssenkungen in weite Ferne rücken und stattdessen, wenn auch unwahrscheinlich, Zinserhöhungen wieder ein Thema werden.

Jerome Powell war turnusgemäß im Mai als Chef ausgeschieden und als Mitglied in den Vorstand gewechselt. Er versperrt Trump damit die Möglichkeit, einen weiteren Kandidaten im Fed-Führungsgremium zu platzieren. Powell dürfte es Warsh zudem schwieriger machen, Zinssenkungen durchzubringen. 

Dieser saß einst schon im Fed-Vorstand. Warsh gilt eigentlich als «Inflation Hawk» und tendiert eher zu einer restriktiveren Geldpolitik, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Der 56-Jährige soll sich allerdings laut US-Medien offen für niedrigere Leitzinsen gezeigt haben – zur Freude Trumps.

Angst vor politischer Einflussnahme

Die Fed soll unabhängig von der Politik über den Leitzins entscheiden und damit einen Kompromiss zwischen Inflation und Vollbeschäftigung finden. Das Problem: Lockert die Fed das Zinsniveau, dürfte das die Inflation zusätzlich anheizen – das will sie vermeiden. Zuletzt lag die Inflation in den USA bei 4,2 Prozent und damit weit über dem von der Fed angestrebten Ziel von zwei Prozent.

Ökonomen fürchten, dass Trump über Warsh erheblichen Einfluss auf derartige Entscheidungen nehmen und indirekt eine lockerere Geldpolitik forcieren könnte. Die eigentlich objektiven Zinsentscheidungen könnten damit politisch verfälscht werden. Trump dürfte genauestens darauf achten, wie sich sein Kandidat positioniert. 

Auch die Europäische Zentralbank hatte jüngst ihre Zinsen wegen Inflationssorgen erstmals seit 2023 angehoben. Sie hob den für Banken und Sparer wichtigen Einlagenzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent an, um sich so gegen den Inflationsschub mit dem Iran-Krieg zu stemmen.

de | politik | 64016753 |

Weitere Meldungen

US-Notenbank lässt Leitzins unverändert – Warsh überrascht. Die eigentliche Überraschung liefert der neue Fed-Chef Warsh. Zum vierten Mal im laufenden Jahr bleibt der US-Leitzins unverändert. (Politik, 17.06.2026 - 21:49) weiterlesen...

Was steht im Iran-Rahmenabkommen?. Der Iran und die USA widersprechen - teilweise. Internationale Medien berichten übereinstimmend über 14 Punkte, auf die sich Teheran und Washington geeinigt haben sollen. (Ausland, 17.06.2026 - 17:02) weiterlesen...

Nato-Chef bestätigt US-Streichungen bei Streitkräfteplanung. Nato-Generalsekretär Mark Rutte versucht, Sorgen zu zerstreuen. Die USA halten künftig weniger Streitkräfte unter Nato-Kommando bereit. (Ausland, 17.06.2026 - 15:05) weiterlesen...

Medien: Text von US-Iran-Rahmenabkommen veröffentlicht Ein «sofortiges Kriegsende» und Schiffsverkehr in der Straße von Hormus: Mit 14 Punkten, auf die Teheran und Washington sich laut Medien geeinigt haben, soll der Krieg schrittweise entschärft werden. (Ausland, 17.06.2026 - 10:00) weiterlesen...

Das war die WM-Nacht: Superstars Messi und Haaland zaubern. Auch Kylian Mbappé schoss sich ins Rampenlicht. Es ist die Nacht der Superstars: Lionel Messi schreibt einmal mehr Geschichte, Erling Haaland liefert in seinem ersten WM-Spiel. (Politik, 17.06.2026 - 05:09) weiterlesen...

Ölpreise fallen weiter deutlich. Der Preis für ein Barrel Brent-Öl fällt erstmals seit Anfang März unter 80 US-Dollar. Seit der Einigung zwischen den USA und dem Iran auf ein Rahmenabkommen sind die Preise für Rohöl auf Talfahrt. (Wirtschaft, 16.06.2026 - 16:00) weiterlesen...