Zum Internationalen Frauentag am 8. März fordern die SOS-Kinderdörfer, die Widerstandsfähigkeit von Gesundheitsdiensten zu stärken / Schwangere Frauen und Mütter weltweit immer schlechter versorgt
05.03.2026 - 04:30:00 | presseportal.de
Müttersterblichkeit als Ausdruck struktureller Benachteiligung
Die hohe Müttersterblichkeit ist in mehrfacher Hinsicht Ausdruck von Benachteiligung: Sie offenbart die Kluft zwischen Arm und Reich und sie spiegelt Geschlechterungleichheiten.
Schwangere Frauen, Mütter und Babys haben im globalen Süden oft keinen Zugang zu ausgebildetem Gesundheitspersonal, zu notfallmäßiger Geburtshilfe und Neugeborenen-Versorgung sowie postnatalen Dienstleistungen.
Medizinische Unterversorgung und Geschlechterungleichheit als Haupttreiber
Ressourcenknappheit: 16 Prozent der weltweiten Fälle von Müttersterblichkeit sind auf Bluthochdruck-Erkrankungen wie Präeklampsie/Eklampsie zurückzuführen. Laut WHO waren das 2023 42.000 Todesfälle. Das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs kann mit medizinischer Betreuung, insbesondere mit der Gabe von Magnesiumsulfat, um mehr als 50 Prozent gesenkt werden. Doch in strukturschwachen Regionen kommt das Mittel oft gar nicht zur Anwendung oder die Schwangeren haben aufgrund von Armut keinen Zugang zu Gesundheitsdiensten.
Mädchen haben kein Mitspracherecht bei der Familienplanung: Besonders anfällig für Eklampsie oder lebensbedrohliche Infektionen sind schwangere Minderjährige. Gemäß WHO-Bericht von 2025 machen Entbindungen von Minderjährigen fast zehn Prozent aller Geburten aus. Rund 21 Millionen Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren werden jährlich in Ländern des globalen Südens schwanger, die meisten in Ländern der Subsahara. Patriarchalische Strukturen zwingen sie in Kinderehen und verhindern ihren Zugang zu Verhütungsmitteln.
Bewaffnete Konflikte: Mit 55 Prozent liegt die Todesfall-Rate in Konfliktgebieten deutlich höher als in anderen strukturschwachen Regionen (sieben Prozent). Überproportional viele Mütter und Neugeborene sterben etwa im Sudan und Südsudan. In diesen Regionen steigt der allgemeine Bedarf an Gesundheitsleistungen der Gesamtbevölkerung, gleichzeitig werden viele Gesundheitseinrichtungen gezielt zerstört. Vielfach ist auch der Zugang zu humanitärer Hilfe eingeschränkt. Jüngste Entwicklungen in der Entwicklungszusammenarbeit deuten darauf hin, dass Schwangere zukünftig noch schlechter versorgt werden, weil Geberländer wie die USA oder Großbritannien ihre Finanzmittel für die globale Gesundheit massiv gekürzt haben.
So helfen die SOS-Kinderdörfer
Die SOS-Kinderdörfer treten weltweit für die Rechte von Mädchen und Frauen ein und für ihre umfassende Gesundheitsversorgung. In den Mutter-Kind-Kliniken und medizinischen Einrichtungen der SOS-Kinderdörfer erhalten Frauen und ihre Kinder kostenlos ärztliche Hilfe. Mobile medizinische Teams versorgen Familien mit Spezialnahrung und leisten Aufklärungsarbeit zu Gesundheitsthemen und Ernährung.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Boris Breyer
Pressesprecher SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 0160 - 984 723 45
E-Mail: boris.breyer@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de
Original-Content von: SOS-Kinderdörfer weltweit e.V. übermittelt durch news aktuell
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