Deutschland, Gesundheit

Kinderärzte-Präsident: Notfall-Gebühr bei unnötigen Fällen

07.08.2023 - 03:36:17

Wer bei «Pickeln am Po» den Notdienst nutzt, belaste ohnehin knappe Ressourcen, sagt Kinderärzte-Präsident Fischbach. Ist in solchen Fällen eine Eigenbeteiligung sinnvoll? Der Vorschlag erntet auch Kritik.

Angesichts knapper Ressourcen in der Notfallversorgung fordert der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, in bestimmten Fällen eine Eigenbeteiligung für Eltern.

«Die Notfallversorgung muss auf Notfälle konzentriert werden und nicht für die Pickel am Po der Kinder, für die die Eltern unter der Woche keine Zeit haben und mit denen man dann am Wochenende beim Notdienst aufschlägt», sagte Fischbach der «Neuen Osnabrücker Zeitung». «Für solche Fälle hielte ich eine Eigenbeteiligung der Versicherten für absolut sinnvoll.»

Die knappen Ressourcen würden immer wieder von nicht dringend handlungsbedürftigen Fällen in Anspruch genommen. Er fügte hinzu: «Bei echten Notfällen können die Kosten erstattet werden, das ließe sich mit wenig Aufwand umsetzen.»

Krankenhausgesellschaft gegen Notfall-Gebühr

Bei der Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) stößt der Vorschlag dagegen auf Ablehnung. «Wir brauchen nicht immer wieder neue Vorschläge, die finanzielle Hürden vor der Inanspruchnahme einer Notfallversorgung aufbauen», erklärte DKG-Chef Gerald Gaß. Notwendig sei stattdessen eine funktionierende Patientenberatung und Steuerung, um echte Notfälle von Bagatellerkrankungen zu unterscheiden.

Der DKG-Vorsitzende Gaß bemängelte hingegen, auch lange Wartezeiten bei den niedergelassenen Ärzten würden viele Eltern zum Aufsuchen der Notfallstrukturen veranlassen.

Das Bundesgesundheitsministerium äußert sich derweil zurückhaltend zu dem Vorschlag. Eine Ministeriumssprecherin verwies auf die Vorschläge zur Reform der Notfallversorgung, die eine Regierungskommission zu Jahresbeginn vorgelegt hatte. Darin sei eine «Strafgebühr» nicht vorgesehen, betonte die Sprecherin von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD).

@ dpa.de

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